Warum heißen Schmetterlinge „Schmetterlinge“? Erklärung, Wortherkunft

Warum heißen Schmetterlinge Schmetterlinge, Erklärung, Wortherkunft


Das Wort „Schmetterling“ stammt ursprünglich aus Obersachsen und verbreitete sich seit dem 16. Jahrhundert. Mit dem altdeutschen Wort „Schmetten“ wurde Sahne oder Rahm bezeichnet. Im Tschechischen steht das Wort „smetana“ für Sahne.

Warum heißen Schmetterlinge „Schmetterlinge“? Erklärung, Wortherkunft

Im Mittelalter glaubten die Menschen daran, dass sich Hexen in die schönen Schmetterlinge verwandeln würden, um von den Bauern die frischgemolkene Milch und süße Sahne bzw. den Rahm zu stehlen. Doch manche Schmetterlingsarten zog es einfach zu den lecker duftenden Milchprodukten hin.

In der deutschen Schriftsprache hat sich das Wort „Schmetterling“ erst ca. ab dem 18. Jahrhundert etabliert.

Altgriechische Wortdeutung für die „Schuppenflügler“

Der wissenschaftliche Oberbegriff für die zahlreichen Arten der Schmetterlinge ist Lepidoptera. Das bedeutet „Schuppenflügler“.
Das Wort Lepidoptera wird aus den folgenden zwei altgriechischen Wörtern abgeleitet: lépos „Schuppe“ und pterón „Flügel“.

Tatsächlich sind die Flügelmembranen der Schmetterlinge mit Millionen von Schuppen bedeckt. Diese sorgen für die auffällige Farbgebung und besondere Zeichnung der Flügel.

Einige Schmetterlingsarten sind dafür bekannt, dass die Weibchen mit speziellen Duftschuppen, die ätherische Öle absondern, Männchen anlocken können.

Schmetterlinge als Sinnbild für die menschliche Seele

Das griechische Wort „Psyche“ wird gleichzeitig zur Bezeichnung der menschlichen „Seele“ und „Schmetterling“ gebraucht.

Einige Legenden der slawischen und nordischen Länder beruhen auch auf dieser Deutung.

Im Alten Ägypten wurden die Schmetterlinge ebenfalls als Sinnbild der Seele des Menschen dargestellt.

Wenn die Seele auf Flügeln davonfliegt …

Die Menschen dachten in früheren Zeiten, dass die menschliche Seele während des natürlichen Schlafes und auch nach dem Tod auf Schmetterlingsflügeln davonfliegen würde. Zunächst wurde vor allem den Nachtfaltern diese besondere Fähigkeit zugesprochen. Später wurden auch die Tagfalter zum Symbol für die Seele der Menschen, die sich auf Reisen begibt.

Die häufige Abbildung von Schmetterlingen auf Grabmälern kann als Symbol für die Vergänglichkeit des Lebens und zugleich auch als Hoffnung auf Auferstehung gedeutet werden. Die Religionen vertreten dazu ganz bestimmte Auffassungen.

Bei den Christen heißt es z. B., dass sich die Seele vom Leib löst, um bei Jesus zu sein.

Hat „Flatterhaftigkeit“ etwas mit den Schmetterlingen zu tun?

Das nur scheinbar ziellose Herumfliegen der farbenprächtigen Falter machte auf die Menschen im Altertum wohl den Eindruck von Wankelmut, Unentschlossenheit und Leichtlebigkeit.

Dieses Verhalten galt als unmännlich und gar als Sünde.

Der dänische Dichter Hans Christian Andersen (1805-1875) erzählt von einem unentschlossenen Schmetterling auf Brautschau in seinem Märchen „Der Schmetterling“.

Bezeichnungen für den Schmetterling in anderen Sprachen

Das Altenglische bezeichnet den Schmetterling als „butorflege“. Im englischsprachigen Raum wird der Schmetterling heutzutage als „butterfly“ bezeichnet. Das Wort „fly“ heißt übersetzt „fliegen“. Auch im Wort „butterfly“ findet sich der Bezug auf ein bekanntes Produkt, das aus Milch hergestellt wird: die Butter.

In einigen Regionen nennt man den Schmetterling deshalb „Buttervogel“ und es gibt auch die mundartliche Bezeichnung „Molkendieb“.
Die dänische und die norwegische Sprache nennt den Schmetterling „sommerfugl“, also „Sommervogel“.

Im Lateinischen heißt „Schmetterling“ papilio und davon leitet sich das französische Wort „papillon“ ab.

Sinnbilder für den Schmetterling

In Asien, vor allem in China, verkörpern die Schmetterlinge die Unsterblichkeit, Wandlung und auch das Verlieben. Der Schmetterling wird in China gern als Überbringer guter Nachrichten gedeutet.

Die bekannte Redewendung „Schmetterlinge im Bauch haben“ geht auf den Roman „House of Prayer“ der amerikanischen Autorin Florence Converse (1871-1967) zurück. Ihr Buch wurde 1908 veröffentlicht. Florence Converse wollte mit der poesievollen Formulierung nicht das „Verliebtsein“ beschreiben, sondern nur ein etwas „mulmiges Gefühl im Bauch“ ausdrücken.

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