Warum haben Alkoholiker rote Nasen? Erklärung

Warum haben Alkoholiker rote Nasen, Erklärung


Wie sehr man zu einem roten Gesicht neigt, ist zunächst eine Frage der Veranlagung. Während einige Menschen von scharfem Essen und Schamgefühlen scheinbar unberührt bleiben, schießt anderen sofort die Röte ins Gesicht.

Warum haben Alkoholiker rote Nasen? Erklärung

Bei Ursachen wie Anstrengung, Temperaturschwankungen oder hohem Blutdruck lässt sich das Rotwerden logisch erklären. Die Ursachen hinter der Gesichtsröte bei peinlichen Situationen sind hingegen weitestgehend ungeklärt, da hier kein äußerer Reiz vorliegt. Eine häufige Vermutung ist, dass das Rotwerden eine Art Schutzmechanismus darstellt. Durch die Röte im Gesicht gesteht man seinen Fehler ein, um andere zu besänftigen. Die Häufigkeit und Stärke der Rötung sind dabei in erster Linie genetisch bedingt und somit von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Rote Nasen: Alkohol weitet die Blutgefäße

Für den Blutkreislauf im menschlichen Körper ist das Herz verantwortlich. Das Herz pumpt sauerstoffreiches Blut durch die Arterien. Nach dem Entzug des Sauerstoffs kehrt das sauerstoffarme Blut dann durch die Venen zum Herz zurück. Der vom Herz durch das Pumpen erzeugte Druck reicht allein allerdings nicht aus, um den kompletten Blutkreislauf zu gewährleisten. Um das Herz zu unterstützen, haben die Blutgefäße selbst kleine Muskeln, die sich anspannen und verengen oder lockern und weiten können. Auf diese Weise wird der Blutfluss nicht nur vom Herz, sondern auch von den Gefäßen gesteuert.

Gelangt nun Alkohol ins Blut führt dieser dazu, dass sich die Gefäße weiten. Dank der geweiteten Gefäße fließt nun mehr Blut durch die Haut und das Gesicht rötet sich. Als Konsequenz ist jeder Mensch nach einigen Gläsern Wein röter im Gesicht als zuvor.

Mit zunehmenden Alter kann es sein, dass die Gefäße „ausleiern“ und sich nicht mehr richtig zusammenziehen können. Die Blutgefäße sind dann als eine Reihe roter Linien im Gesicht erkennbar. Meist ist dies ein Zeichen der Hautkrankheit „Rosacea“.

Die Ursachen der Rosacea sind bis heute nicht endgültig geklärt. Aktuellen Vermutungen entsprechend könnte die Krankheit mit einer Störung des Immunsystems oder Haarbalgmilben und Bakterien zusammenhängen. Die Krankheit tritt hauptsächlich erst ab dem 40. Lebensjahr auf und betrifft etwa zwei bis fünf Prozent der erwachsenen Bevölkerung. Da die Rosacea auch auf die Augen übergreifen kann, wird bei erkrankten eine regelmäßige augenärztliche Kontrolle empfohlen.

Die Knollennase oder Schnapsnase: Warum Alkoholiker rote Nasen haben?

Die Schnapsnase, so wie sie im Volksmund verwendet wird, ist nicht zwangsläufig eine Folge von überhöhtem Alkoholkonsum. Stattdessen handelt es sich zumeist um eine besondere Ausprägung der Rosacea, die besonders die Nase betrifft. Hierbei können an der Nase neben Entzündungen und Verdickungen auch knollenartige Wucherungen, die sogenannten Rhinophym, entstehen. Diese Ausprägung der Krankheit tritt insbesondere bei Männern auf und wird gerne als Schnapsnase bezeichnet. Die Rhinophym können jedoch auch ohne Alkoholkonsum auftreten. Selbst bei vollkommener Abstinenz ist das Auftreten einer Schnapsnase also möglich.

Verstärkende Reize und Bekämpfung

Alkoholkonsum ist zwar keine Ursache der Rhinophym, er gehört allerdings zu einer Reihe von Reizen, die die Krankheit verstärken können. Hierzu gehören außerdem noch intensive Sonnenbestrahlung, scharfe Gewürze, Saunabesuche, Heißgetränke, starker Stress und kortisonhaltige Medikamente. Generell sollten Haut-irritierende Produkte die Seifen, Alkohol, Menthol oder ähnliches enthalten gemieden werden, um die betroffenen Stellen nicht unnötig zu strapazieren.

Die möglichen Behandlungsmethoden drehen sich zumeist um das Verabreichen von Antibiotika, zumeist durch Auftragen auf die betroffenen Stellen. Das orale Einnehmen von Antibiotika wird nur bei äußerst schweren Fällen verordnet. Alternativ ist heutzutage eine dauerhafte Beseitigung der Wucherungen an der Nase durch Laserbehandlung mit einem CO2-Laser oder durch Abschleifen möglich.

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