Praktische Tipps zur Existenzgründung

Praktische Tipps zur Existenzgründung


Will man sich selbstständig machen, gibt es vieles zu bedenken. Zahlreiche Herausforderungen stehen an, um die Weichen gleich von Anfang an richtig zu stellen. Daher ist eine sorgfältige Planung sehr wichtig. Im Nachhinein lassen sich manche Dinge nicht mehr so einfach korrigieren. Hier finden Sie zahlreiche Tipps, um perfekt in das eigene Business zu starten.

Existenzgründung: Ein Businessplan muss her

Der gut durchdachte Businessplan fasst alle Überlegungen zur Geschäftsidee konkret zusammen. Er ordnet nicht nur die eigenen Gedankengänge zu den wichtigsten Faktoren, sondern dient auch der Bank als Kreditgeber zur Überzeugung. Bei der Kapitalbedarfsermittlung sollte an eine mögliche schwierige Anfangsphase ebenso gedacht werden wie an Fixkosten, Personalkosten, Produktionskosten wie auch Kosten für Genehmigungen und Lizenzen. Auch das ganz private Risiko ist zu bedenken. Wer neu gründet, erhält keinen Lohn mehr, muss seine privaten Fixkosten und Lebensunterhaltungskosten aber weiter finanzieren können. Das kann in der Anfangsphase, wo meist noch kein großer Gewinn erwirtschaftet wird, zu einem Problem werden. Sich durch den Dschungel an Informationen, teileweise mit unverständlichen Abkürzungen durchzuarbeiten, ist mitunter sehr zeitaufwendig. Gerade bei den Themen Lizenzen oder Versicherungen ist das aber besonders wichtig, um nicht im Nachhinein größere Probleme zu bekommen.

Existenzgründung: Versicherungen müssen passen

Das komplizierte Thema Versicherungen sollte bei Existenzgründern gleich zu Beginn auf der Agenda stehen. Ein Unfall oder möglicher Schaden können jederzeit entstehen. Da die zugehörigen Abschlüsse im Nachhinein oft nur schwer wieder zu ändern sind, sollten diese wohl durchdacht sein. Gar nicht oder unter- oder überversichert zu sein, hat schon für so manches Business im Schadensfall das Ende bedeutet. Im Falle eines Falles bieten Versicherungen nicht nur Schutz für den Betrieb, sondern auch für die private Existenz eines Gründers. Die drei wichtigsten Versicherungsformen für Start-ups sind eine Betriebshaftpflicht-, eine Ertragsausfall- und eine Inhaltsversicherung. Versicherungen sind immer stark abhängig von der jeweiligen Tätigkeit, aber an diesen drei Bausteinen kommt man als Jungunternehmer fast nicht vorbei. Zusätzlich kann eine Firmenrechtschutzversicherung ebenso sinnvoll sein.

Die Inhaltsversicherung

Hier wird das Unternehmen gegen Gefahren ähnlich einer Hausratsversicherung abgesichert. Dazu gehört der Schutz aller kaufmännischen und technischen Betriebseinrichtungen ebenso wie fertiger Waren oder des Materiallagers. Als Paket oder individualisiert kann hier ein Schutz gegen Feuer, Sturm, Wasser oder auch Diebstahl oder Vandalismus abgeschlossen werden. Zusätzlich anfallende Kosten etwa für Aufräum- oder Löscharbeiten sind ebenfalls inbegriffen. Unter https://www.hiscox.de/geschaeftskunden/inhaltsversicherung/ findet sich beispielsweise ein über viele Jahre erfahrenes Versicherungsunternehmen, das maßgeschneiderte Lösungen für jedes Business anbietet. Je nach Lage der Firma kann auch ein Schutz gegen Elementargefahren wie Hochwasser oder Erdrutsch ergänzt werden. Die Ermittlung einer ausreichend hohen Versicherungssumme ist oft nicht ganz einfach, aber von elementarer Bedeutung, um auch im schlimmsten Schadensfall abgesichert zu sein.

Die Betriebshaftpflichtversicherung

Bei dieser Form von Versicherung sind sowohl Personen- wie auch Sachschäden inbegriffen. Der Schutz ist sowohl für Mitarbeiter wie für den Geschäftsinhaber. Je nach Branche gibt es auch spezielle Deckungskonzepte. Eine Betriebshaftpflichtversicherung sollte von Anfang an bestehen. Denn bereits bei den ersten Schritten zum eigenen Business wie etwa dem eigenen Renovieren eines Ladenlokals können beispielsweise handwerkliche Schäden entstehen, die die private Haftpflichtversicherung dann nicht mehr übernimmt.

Die Ertragsausfallversicherung

Diese auch Betriebsausfallversicherung genannte Variante sorgt für einen Ausgleich des entgangenen Gewinns. Da trotz eines zerstörten Büros, beispielsweise durch Feuer, die Kosten von Gehältern, Miete und so weiter weiterlaufen, benötigt der Inhaber Mittel, um diese begleichen zu können. Betriebe, die saisonalen Schwankungen unterliegen, sollten diese unbedingt bei der Ermittlung der Versicherungssumme mit einkalkulieren. Dabei gilt die Faustregel: Jahresnettoumsatz abzüglich des Materialeinsatzes ergibt in etwa die Versicherungssumme. Die standardmäßige Übernahme der Kosten für ein Jahr durch die Versicherung kann individuell geändert werden.

Ohne Marketing keine Bekanntheit

Gerade zu Beginn eines Start-ups ist Marketing besonders wichtig, um überhaupt bekannt zu werden. Das tollste Produkt oder die beste Dienstleistung nützen nichts, wenn keiner davon weiß. Daher steht das Thema Marketing ganz oben auf der To-do-Liste von Existenzgründern. Damit dieses von Erfolg gekrönt ist, muss allerdings erst einmal eine Corporate Identity, also eine ganz individuelle unternehmerische Identität her. Dazu gehört das Corporate Design, das das möglichst einheitliche Erscheinungsbild nach außen optisch an potenzielle Kunden vermittelt. Es besteht aus einem Logo, einem speziellen Farbkonzept, den immer gleichen Schriften und einer persönlichen Bildsprache. Damit sollte ein Wiedererkennungswert erzeugt werden, um schnell in den Köpfen der Leute verankert zu werden. Zur Corporate Identity gehört neben dem Design auch eine spezielle Unternehmensphilosophie und eine damit verbundene Botschaft. Stehen die Eckpfeiler des CI fest, kann es in jeglichen Kommunikationsmitteln angewendet werden. Ob Briefpapier, Infoflyer, Homepage, Verpackung, Werbespots, Posts auf Social-Media-Kanälen oder Messeauftritten – überall kann ein einheitliches Unternehmerbild gezeichnet werden. In eine professionelle Vermarktung investiertes Geld lohnt sich in jedem Fall.

Professionelle Unternehmensstruktur

Ist man nicht nur selbstständiger Alleinunternehmer, sondern kommen weitere Mitarbeiter hinzu, ist es wichtig, von Anfang an eine klare Struktur aufzubauen. Die wesentlichen Tätigkeiten müssen organisiert und klare Zuständigkeiten definiert werden. Dazu gehören die Bereiche der Buchhaltung, des Wareneinkaufs, der Produktion, der Logistik, aber auch des Personalmanagements oder ein spezieller Kundensupport. Reibungslose Abläufe lassen das Geschäft schnell florieren. Das leidige Thema Buchhaltung gerät dabei gerne einmal in den Hintergrund, ist aber für eine Jahresbilanz unerlässlich. Oft reicht eine vorbereitende Buchführung jedoch aus, wenn man die komplizierteren Dinge einem verlässlichen Steuerberater überträgt. Gerade für kleinere oder mittlere Betriebe hat sich diese Handhabung bewährt. Alle Arbeitsabläufe sollten von Zeit zu Zeit überprüft werden, ob sie nach wie vor die effizienteste Variante sind. Wiederkehrende Prozesse lassen sich oftmals im Laufe der Zeit optimieren. Mit klar definierten Arbeitsanweisungen kann man Zeit sparen und Probleme vermeiden. Mit eindeutigen Zuständigkeiten und Strukturen im Unternehmen lässt sich eine Weiterentwicklung besser überschauen und kalkulieren.

Fazit: Beratung finden und annehmen

Gut vorbereitet in eine Existenzgründung zu gehen, bedeutet auch Risikominimierung. Dazu gehört das umfassende Informieren über alle Teilbereiche, die zu diesem Schritt gehören. Neben den oben genannten Tipps gibt es noch viele weitere Informationen, die beim Schritt in die Selbstständigkeit wichtig sind. Hierbei hat man zahlreiche Möglichkeiten. Der Staat bietet beispielsweise mit einem Existenzgründerportal Beratung und Hilfe in Finanzierungs- und Rechtsfragen durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Des Weiteren gibt es spezielle Agenturen, die, ähnlich einem Mentor, junge Unternehmensgründer beraten.

Autor: Pierre von BedeutungOnline

Hallo, ich bin Autor und Macher von BedeutungOnline. Bei BedeutungOnline dreht sich alles um Worte und Sprache. Denn wie wir sprechen und worüber wir sprechen, formt wie wir die Welt sehen und was uns wichtig ist. Das darzustellen, begeistert mich und deswegen schreibe ich für dich Beiträge über ausgewählte Worte, die in der deutschen Sprache gesprochen werden. Seit 2004 arbeite ich als Journalist. Ich habe Psychologie und Philosophie mit Schwerpunkt Sprache und Bedeutung studiert. Ich arbeite fast täglich an BedeutungOnline und erstelle laufend für dich neue Beiträge.


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