Mein Gründertraum: Ein System schaffen, das von allein läuft

Jeder Selbstständige, jeder Gründer und jeder der in dieser Welt etwas schafft, hat einen Traum. Der Traum ist kein bloßes Ziel, dass mit Ort, Zeit und Form beschrieben werden kann, sondern es ist ein übergeordnetes Ziel. Manche sagen Traum, andere sagen Vision. In diesem Beitrag stelle ich meinen Gründertraum vor.

Mit diesem Beitrag nehme ich an der Blogparade #meingruendertraum von GruenderPlattform.de teil.

Mein Gründertraum

Mein Gründertraum ist folgender: Ich möchte ein System erschaffen, dass von alleine schafft, ohne dass ich etwas schaffen muss. Das klingt kryptisch – ich werde es erkläre. Doch fangen wir mit einer Unterscheidung an:

Die vier Typen der Arbeitswelt

Unsere Arbeitswelt kennt vier Typen. Es gibt Fachkräfte, Manager, Selbstständige und Unternehmer. Die Typen unterscheiden sich in ihrem Fokus, ihren Bedürfnissen und Potentialen. Ich stelle sie hier einzeln vor.

Fachkraft: Eine Fachkraft ist festangestellt. Ihr wird vom Manager vorgegeben, wann sie wo und wie ihre Arbeit erledigen soll. Im Fokus der Fachkraft steht ihre Aufgabe. (Deswegen sind Fachkräfte immer so genervt, wenn Manager an ihrer Aufgabe etwas ändern wollen.) Die Fachkraft tauscht Zeit gegen Geld. In der Fachkraftrolle fühlt sich wohl, wer ein hohes Sicherheitsbedürfnis hat.

Manager: Ein Manager kümmert sich um die Fachkraft und hat ein übergeordnetes Ziel: Seine Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass das System läuft in dem er arbeitet. Dafür managet er Fachkräfte, wertet aus und optimiert das System. Ein Manager ist natürlich auch festangestellt und tausch Zeit gegen Geld.

Selbstständige: Ein Selbstständiger ist ähnlich wie eine Fachkraft, nur ist ihm seine Freiheit wichtiger. Ein Selbstständiger ist eine freie Fachkraft. In der Aufgabe oder mit der Tätigkeit, die er gut beherrscht und die einträglich ist, macht er sich selbstständig. Sein größtes Anliegen ist, dass seine Kunden glücklich sind! Auch Selbstständige tauschen Zeit gegen Geld.

Unternehmer: Ein Unternehmer erschafft ein System, in dem Fachkräfte, Manager und Selbstständige arbeiten. Er sorgt dafür, dass er ein System erschafft, dass ohne ihn läuft und in dem andere an operativen Aufgaben arbeiten. Er arbeitet am System, er gestaltet es und er tauscht Geld gegen Zeit!

Wer weiß, was er (oder sie) möchte, kommt im Leben leichter voran. Klarheit hilft immer. Das obrige System erlaubt dir, dich selbst einzuordnen. Es erlaubt dir deinen Fokus zu finden und auch deinen Gründertraum auszuformulieren. Mit zwei Fragen kannst du dich relativ leicht einordnen:

Was ist dir wichtiger? Freiheit oder Sicherheit?

Ist dir Sicherheit – wie ein regelmäßiges Einkommen – wichtig, so hilft dir die Festanstellung. Ist dir Freiheit wichtig und kannst du mit Unsicherheit umgehen, so solltest du in die Selbstständigkeit.

Wie möchtest du arbeiten? Operativ oder am System?

Möchtest du operativ arbeiten, so ist dir die Nähe zum Kunden oder Produkt wichtig. Dann bist du eine gute Fachkraft oder ein guter Selbstständiger. Willst du am System arbeiten, also Prozesse entwickeln und optimieren, dann gehört du auf die Manager und Unternehmer-Seite.

Ich möchte Unternehmer werden und ein System erschaffen, das von allein läuft. Es soll ein System werden, in dem ich nicht als Fachkraft arbeite, sondern Fachkräfte oder Freiberufler für mich arbeiten lasse. Dieses System soll BedeutungOnline.de werden – eine Plattform, die Wissen verbreitet, verknüpft und offene Fragen beantwortet.

Warum möchte ich das?

Ich möchte die Spirale des aktiven Einkommens erweitern und passives Einkommen aufbauen. Aktives Einkommen bedeutet, dass jemand nur Geld erhält, wenn er Leistung bringt bzw. arbeitet. Für Festangestellte gilt, die gearbeiteten Tage oder der letzten Monat wird bezahlt. Für Selbstständige gilt, das geleistete Ergebnis wird bezahlt. Was gilt für Unternehmer?

Für Unternehmer gilt etwas anderes. Sie werden bezahlt, wenn Festangestellte produktiv sind und das System aktives Einkommen erzielt. Passives Einkommen bietet einen Vorteil: Es hebt die einmalige Vergütung einer Leistung auf und sorgt dafür, dass ich länger etwas vom Ergebnis meiner Arbeit habe. Das sorgt für kumulative Effekte: Wenn ich jeden Tag 3 Beiträge schreibe, habe ich nach 100 Tagen 300 Beiträge, die ich monetarisiere. Von diesen Beiträge – wenn die Qualität stimmt – habe ich nicht nur heute etwas, sondern noch in einem Jahr.

Außerdem spiegelt sich darin eine Erkenntnis wieder: Ich werde für das Ergebnis vergütet, nicht für die investierte Zeit.

Eigene Grenzen erkennen und überwinden

Selbstständige haben eine ganz besondere Wachstumshürde: sich selbst. Ein Selbstständiger kann nur eine bestimmte Anzahl an Stunden im Monat für seine Kunden arbeiten, darüber hinaus bekommt er Probleme wie Burnort, Erschöpfung, eine sich-beschwerende Freundin oder Familie. Will er mehr als z.B. 160 Stunden im Monat arbeiten, muss er sich weiterentwickeln: Er muss zum Unternehmer werden. Denn während Selbstständige ihre Zeit gegen Geld tauschen, machen Unternehmer das Gegenteil: Sie tauschen ihr Geld gegen die Arbeitskraft und Lebenszeit anderer, um voranzukommen. Ein Selbstständiger der mehr will, muss sein Geld für die Unterstützung anderer tauschen. Dies kann einfach anfangen: ein Steuerbüro erstellt die Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR), ein Texter schreibt Texte oder ein Designer erstellt Grafiken.

Selbstständig-sein und Unternehmer-sein hat mit der eigenen Einstellung und wie du die Welt siehst zu tun. Selbstständige + Unternehmer sehen Optionen und Chancen. Sie überlegen, was sie für sich gebrauchen können und integrieren es in ihr System.

Wie ein Unternehmer denken und sechs Fragen stets neu beantworten

Wenn du wie ein Unternehmer denkst, dann optimierst du dein System, entwickelst es weiter und führst es auf die nächste Ebene. Du bist derjenige (oder diejenige), die an die Zukunft denkt und die Frage beantwortet: Wie verdiene ich in 5 Jahren Geld?

Während meiner bisherigen Tätigkeit habe ich sechs Fragen entwickelt, die mir helfen, mein System zuverbessern. Ich stelle sie mir unregelmäßig, aber alle paar Wochen:

  1. Warum kaufen Menschen dein Produkt / deine Dienstleistung?
    Welcher Wert steckt für sie dahinter? Was bringt es ihnen? – Mach dir klar, warum Menschen dein Produkt nutzen, was sie damit verbinden und welche Emotion sie spüren. Dies hilft dir, dein Produkt/Projekt noch besser zumachen. Diese Frage ruft dir auch ins Gedächtnis, warum du dein Produkt oder deine Dienstleistung anbietest.
  2. Wie kann ich den Umsatz steigern? – Überlege, wie du deinen Umsatz steigern kannst. Helfen mehr Werbeflächen, Werbeaktionen, Kooperationen, …? – probier es aus.
  3. Wie kann ich die Kundenzufriedenheit erhöhen? – Eine schnell-ladende Webseite steigert die Kundenzufriedenheit immensiv, genauso wie ein guter/schneller Service. Überlege, was du verbessern kannst, damit deine Kunden noch glücklicher werden. Es ist gut, wenn du hier Erwartungen übertriffst!
  4. Welche Tätigkeiten kann ich delegieren oder automatisieren oder eliminieren? – Manche Aufgaben halten dich ab, dein Unternehmen weiterzuentwickeln. Überlege, wie du diese Aufgaben auslagern kannst – damit deine Zeit frei wird.
  5. Wie kann ich Beziehungen für mehr Umsatz einsetzen? – Hier ist gemeint, dass Beziehungen zu Journalisten, Bloggern, Influencern oder Händlern dir helfen, Aufmerksamkeit und damit mehr Umsatz zu generieren. Überlege dir, wie diese Menschen dir dabei helfen können deine Ziele zu erreichen und was sie dafür wohl haben möchten.
  6. Wie kann ich zukunftsfähig und wettbewerbsfähig bleiben? – Die letzte Frage zielt darauf ab, wie du neue Technologie, Ideen oder Phänomene in dein Unternehmen integrieren kannst, damit du deinen Konkurrenten einen Schritt vorraus bist.

Von Jägern und Sammlern

Eine Metapher möchte ich dir mitgeben: Als Selbstständiger oder Unternehmer bist du wie ein Bauer. Die Selbstständigkeit und das Unternehmertum sind deine neolithische Revolution. Sie sorgen dafür, dass du dich von einem Jäger und Sammler, der kurzfristig denkt, zu einem Bauer und Landwirt entwickelst, der langfristig denkt.

Während Jäger und Sammler ihre Beute/Belohnung oder ihr Gehalt sofort bekommen, musst du als Bauer oder Landwirt warten. Du pflanzt an, pflegst deine Pflanzen; manche gehen ein, andere gedeihen prächtig. Es gedeihen sogar Pflanzen, die du gar nicht gesäht hast. Deine Ernte wird nach vielen Monaten kommen und sie wird ein vielfaches höher sein, als die Beute der Jäger und Sammler. Dafür musst du deine Pflanzen jeden Tag pflegen – jeden Tag ein bisschen.

Jede Handlung deint deinem Unternehmen, bringt es voran und macht es besser – wenn du so denkst, bist du auf dem richtigen Weg.

Fazit

Um als Selbstständiger und Unternehmer erfolgreich zu sein, brauche ich Ausdauer. Gerade im Bereich des passiven Einkommen muss ich ohne Feedback arbeiten, denn was ich heute leiste, kann sich erst in wenigen Monaten oder im nächsten Winter auszahlen. Es ist auch mit etwas Glück verbunden.

Die Chance auf Erfolg ist natürlich mit einem Risiko zu Scheitern verbunden – ohne geht es nicht. Wer das weiß und damit lebt, kann in der Selbstständigkeit und im Unternehmertum durchstarten.

-Pierre von BedeutungOnline.de

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