Ist der Bitcoin anonym? Hintergründe, Erklärung und Hinweise

Ist der Bitcoin anonym, Hintergründe, Erklärung und Hinweise


Der auf der Blockchain-Technologie basierende Bitcoin ist unverändert die erfolgreichste Kryptowährung, die im Jahre 2009 erschien und aufgrund verschiedener Vorteile geschätzt wird.

Teilnehmer an Bitcoin-Transaktionen werden durch öffentliche Adressen identifiziert, die aus einer langen Zeichenfolge von etwa 30 Zeichen bestehen. Bei jeder Transaktion sind die Sende- und Empfangsadresse öffentlich einsehbar.

Da diese Zahlen praktisch unverständlich sind und weder den Namen einer Person noch Informationen zur Identifizierung enthalten, wird oft behauptet, dass der Bitcoin eine „anonyme Währung“ ist. Es ist richtig, dass die Kombination aus modernster Verschlüsselung und Dezentralität zu einem hohen Grad an Anonymität führt, doch gibt es bei dem eigenen Verhalten eine gewisse Angriffsfläche, weshalb der Bitcoin eher als „pseudonym“ bezeichnet werden kann.

Wie kann die Anonymität durchbrochen werden? Bitcoin, Erklärung

Wenn die Adresse irgendwo veröffentlicht wird, kann sie grundsätzlich mit der realen Identität verknüpft werden. Auch ohne bewusste Veröffentlichung kann die einfache wiederholte Verwendung derselben Adresse ein Muster aufzeigen, das ein Analyst mit grundlegenden Fähigkeiten mit der Identität in Verbindung bringen kann, indem er Transaktionszeiten, -beträge und -regelmäßigkeiten betrachtet und mit anderen Datenquellen, wie zum Beispiel Quittungen und Bestellungen, verbindet.

Es stehen Blockchain-Explorer und Analysetools zur Verfügung, um Adressen mit nur einzelnen Transaktionen mit anderen Adressen zu verknüpfen und eine Kette oder ein Muster zu bilden. Auf diesem Wege können nähere Informationen zu dem Besitzer gewonnen werden. Unter anderem bei der Untersuchung von Diebstählen bei Unternehmen werden derartige Tools verwendet.

Wie kann die Anonymität gesteigert werden?

Aus Datenschutz- und Sicherheitsgründen wird empfohlen, für jede einzelne Transaktion eine neue Adresse zu verwenden. Zudem sollte bei dem Kauf von Waren bedacht werden, dass regionale Dienstleister und Händler, die Bitcoin als Zahlungsmethode akzeptieren, schneller auf die eigene Identität schließen lassen, wenn die Informationen entsprechend ausgewertet werden.

Mitunter über die Bitcoin Buyer App kann ein umfangreiches Wissen über den Bitcoin aufgebaut werden, das bei dem Handel mit der Kryptowährung mehr als hilfreich ist. Das Verständnis über die Funktionsweise und die Abläufe lässt die Identität besser schützen.

Es gibt noch andere Möglichkeiten, Bitcoin privater zu machen, aber sie sind mit gewissen Risiken verbunden. Eine besteht darin, einen „Mixer“ oder „Tumbler“ zu verwenden, der die Bitcoins zwischen einer verwirrenden Reihe von Adressen bewegt. Allerdings besteht die Gefahr, dass der Anbieter des Mixing-Service die virtuellen Gelder nicht wieder zur Verfügung stellt. In einem solchen Fall wäre ein Totalverlust gegeben, der letztendlich nicht ausgeschlossen werden kann.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, Bitcoin gegen eine andere Kryptowährung zu tauschen und im Anschluss wieder gegen Bitcoin zurückzutauschen. Auf diesem Wege kann die Nachverfolgbarkeit reduziert werden.

Welchen Stellenwert hat die Anonymität beim Bitcoin?

Angesichts der grundsätzlichen Möglichkeit, durch die Analyse von Verhalten auf eine einzelne Person schließen zu können, wird beim Bitcoin oftmals eher von einer „Pseudonymität“ als von einer Anonymität gesprochen. Während Kriminelle auf eine bedingungslose Anonymität wertlegen, betrachtet eine deutliche Mehrheit der Nutzer die vorhandenen Sicherheitsmechanismen mehr als ausreichend.

Der Grad an Anonymität wirkt sich daher nur geringfügig auf den Stellenwert der Kryptowährung aus. Die Unabhängigkeit von den Finanzmärkten, die hohe Transparenz, der effiziente Geldtransfer und die fehlende Inflation sind starke Argumente für den Bitcoin, die an keinen bestimmten Anonymitätsgrad gebunden sind. Aufgrund der dezentralen Struktur gab es bei der Bitcoin-Blockchain bis jetzt noch keinen erfolgreichen Hackerangriff.

Autor: Pierre von BedeutungOnline

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