Alles über Bölkstoff

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„Bölkstoff“ ist eine in Norddeutschland gebräuchliche Bezeichnung für Nahrungs- und Genußmittel, die durch Gärung gewonnen werden. In der Regel wird unter „Bölkstoff“ Bier verstanden.

Durch die Comicfigur Werner verbreitete sich der Ausdruck „Bölkstoff“ in den 1980er und 1990er Jahren in Deutschland.

Das reale Bölkstoff-Bier ist ein helles untergäriges Pilsener. Seine offizielle Bezeichnung ist „Bölkstoff Pilsner“. Gern wird es auch als Wernerbier bezeichnet. Insbesondere zeichnet sich Bölkstoff durch einen Schnappverschluss aus und wenn es geöffnet wird, macht es „Fump“ oder „Plop“. Bölkstoff „kesselt“. Auf dem Bölkstoff-Etikett ist die Comic-Figur Werner zu sehen, die unterschiedliche Sachen sagt, unter anderem: „Frühstück“, „Hau wech“, „Bescheid“, „Weisse Bescheid“.

Bölkstoff wird in 0,33 Liter-Flaschen verkauft. Diese werden als Sixpack oder in einem 20er Kasten verkauft.

Bölkstoff als echtes Bier

„Bölkstoff“ war zunächst keine echte Biermarke, sondern existierte nur in den Werner-Filmen. In den Werner-Geschichten tranken die Figuren in frühen Geschichten noch Bier von der Flensburger Brauerei, genannt „Flens“. Dies führte dazu, dass die Nachfrage nach „Flensburger“ in Deutschland stieg. In späteren Geschichte tranken sie „Bölkstoff“ und gebrauchten auch den Ausdruck „Flaschbier“, als allgemeine Bezeichnung für Bier.

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Ende der 1980er Jahre fragten Fans verstärkt nach einem echten „Bölkstoff“. Der Werner-Erfinder Brösel – Rötger Feldmann – gründete daraufhin 1988/89 eine Firma mit folgenden Namen „Flaschbier und Bölkstoff Handelsgesellschaft GmbH“. Seine Idee war es mit der Flensburger-Brauerei zusammen das „Bölkstoff-Bier“ zu brauen. Doch dieser Plan ging nicht auf.

1989 einigte sich Brösel mit der Gilde-Brauerei, die das Bölkstoff-Bier produzieren wollte. Doch es gab Probleme mit den Namensrechten. Ein Schleswig-Holsteiner hatte sich die Namensrechte am Namen „Bölkstoff“ gesichert. Brösel musste sich daraufhin die Namensrechte zurück erkaufen. Erst nach dem erfolgreichen Kauf konnte die Produktion des Bölkstoff-Bieres beginnen. Das selbstgezeichnete Etikett sicherte er beim Deutschen Patentamt und auch für den Namen „Flaschbier“ sicherte er sich die Namensrechte.

Zwei Jahre später – ab 1991 – braute dann die Gilde-Brauerei das Bölkstoff-Bier. Die Brauerei wurde Anfang der 2000er von der InBev-Gruppe übernommen und die Marke Bölkstoff wurde an die Flensburger-Brauerei verkauft. Diese braut und vertreibt das Bier nun seit 2002 in 0,33-Liter-Flaschen braut. Auf dem Etikett ist Werner abgebildet.

Das Bier wird mittlerweile an über 900 Adressen verkauft. Auf Werner.de steht eine Liste von JET-Tankstellen und Getränkehändlern, die das Bier verkaufen.

Weitere Synonyme für Bier findest du hier.

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Weitere Comic-Getränke die später real wurden sind:

  • Duff-Beer (The Simpsons)
  • Nuka Cola (aus Fallout)
  • Romulan Ale (Star Trek)
  • Slurm (Futurama)

Was bedeutet bölken?

Die Bezeichnung „Bölkstoff“ leitet sich vom Verb „bölken“ ab, welches mit „rülpsen“ oder „aufstoßen“ übersetzt werden kann. Das Luftaufstoßen tritt in Folge der – im Bier – enthaltenen Kohlensäure auf.

Bölken hat in der plattdeutschen Mundart noch weitere Bedeutungen:

  • Schreien
  • Rufen
  • Grölen
  • Rülpsen / aufstoßen

Es ist damit teils vergleichbar mit dem Wort „blöken“.

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