Was sind tubeless Reifen? Wie funktionieren tubeless Reifen? Erklärung

Was sind tubeless Reifen, Wie funktionieren tubeless Reifen, Erklärung


Tubeless Reifen sind Fahrradreifen ohne Schlauch. Sie sollen ein Ärgernis vieler Fahrradfahrer beenden, platte Reifen (Schläuche) und das Flicken von Fahrradschläuchen. Eine Fahrt über Waldwege oder spitze Gegenstände sorgt schnell für das Ende einer Radtour. Die Reparatur eines Lochs im Schlauches ist unterwegs schwierig. Oft hilft nur, das Fahrrad nach Hause zu schieben. Das Flicken des Schlauches erfordert die Demontage des betroffenen Rades, was mit einigem Aufwand verbunden ist.

Was sind tubeless Reifen? Wie funktionieren tubeless Reifen? Erklärung

Im Vergleich zu anderen Fahrzeugen ist das Fahrrad ein Nachzügler, denn Autos und Motorräder rollen seit mehreren Jahrzehnten auf Rädern mit schlauchlosen Reifen. Autoreifen haben schon seit 60 Jahren keinen Schlauch mehr. Nun versucht diese Technologie, bei den Fahrrädern ihren Siegeszug fortzusetzen.

Verbreitet ist der schlauchlose Reifen schon bei Mountainbikes, was mit dem anspruchsvollen Gelände zu tun hat. Stock und Stein sorgen häufiger für ein Durchschlagen, wenn der Luftdruck zu niedrig ist. Häufig endete dies mit einem Plattfuß. Diese Gefahr ist bei Tubeless Reifen nicht mehr vorhanden, selbst wenn der Luftdruck niedrig sein sollte.

Gerade Mountainbiker mögen geringen Luftdruck, weil dies beim Fahren mehr Komfort bietet und die Traktion erhöht. Die geringe Pannengefahr ist der größte Vorteil der Tubeless-Lösung. Zwar können auch diese innovativen Reifen beschädigt werden, doch eine Latex-Flüssigkeit dichtet die Löcher innerhalb von Zehntelsekunden wieder ab. Entweicht doch einmal Luft, geschieht dies nicht wie beim Schlauchreichen auf einen Schlag. Der Luftdruck verringert sich langsam. Nur bei einem größeren Riss muss das Rad ausgebaut werden und der Reifen ähnlich einem Schlauchreifen gewechselt werden.

Funktionsweise: So funktionieren Tubeless Reifen

Die Reifen müssen mit den Felgen luftdicht abschließen. Dafür sorgt eine spezielle Wulst, die den Raum im Innern nach außen abdichtet. Eine einfache Umrüstung des Reifens auf einer herkömmlichen Felge ist nicht einfach, denn die Tubeless Felgen müssen luftdicht sein. Außerdem müssen sie den direkten Druck aushalten, dem sie sich bei einem System mit Schlauch nicht ausgesetzt sind.

Besser eignen sich spezielle Felgen. Anders als die herkömmlichen haben diese keine Löcher, welche die Speichennippel aufnehmen. Die neuen Räder haben eine größere Schulter, die gemeinsam mit der Wulst der Pneus das luftdichte System gewährleistet. Außerdem verhindert sie, dass der Gummi von der Felge rutschen kann. Als zusätzliche Komponente dient Dichtmilch, die in den Reifen gefüllt wird und so das System von innen abdichtet. Es gibt allerdings auch schon Kits, mit denen herkömmliche Felgen Tubeless-ready aufgerüstet werden können.

Die Dichtmilch hat noch eine zweite wichtige Funktion, denn sie ist ein wichtiger Pannenhelfer. Kommt es zu einem Einstich in den Reifen, verschließt sie das Loch im Handumdrehen. Dieses System macht den Tubeless Reifen pannensicher und verhindert den Abbruch einer Radtour infolge eines Plattfußes. Damit dies funktioniert, muss die Dichtmilch regelmäßig nachgefüllt werden. Grund ist, dass die Flüssigkeit nach einiger Zeit eintrocknet.

So funktioniert die Umrüstung auf tubeless Reifen

Während sich Tubeless bei den Mountainbiker schon durchgesetzt hat, greifen inzwischen auch Rennfahrer und Genussfahrer zum schlauchlosen Reifen. Besonders in Städten, wo Reifen beispielsweise von Glassplittern malträtiert werden, sorgen sie für weniger Pannen. Am einfachsten sind Felgen, die schlauchlos konzipiert wurden. Sie sind an entsprechenden Markierungen wie „Tubelass ready“ oder „geeignet für Tubeless“ erkennbar. Ähnliche Markierungen sollten an den Reifen zu finden sein. Die Hersteller bieten zwei verschiedene Typen Laufräder an. In der ersten Variante wird innen ein Felgenband verklebt, das die Nippellöcher für die Speichen versiegelt. Es entsteht ein luftdichtes System. Alternativ lässt sich auch eine herkömmliche Felge verwenden. Dafür gibt es Sets für das Umrüsten, welche ein Felgenband beinhalten. Das saubere, glatte Aufkleben auf die Felge ist allerdings eine Herausforderung, die sich zu zweit besser erledigen lässt. Außerdem produzieren die Hersteller Räder ohne Nippellöcher.

Die Ventile werden in die Felge eingeschraubt. Wer das Felgenband selbst eingeklebt hat, sticht mit einer Nadel ein Loch in das Band. Es sollte nicht zu groß sein, damit alles dicht bleibt. Danach wird der Reifen aufgezogen und Luft gepumpt. Dies ist wichtig, denn erst die Kompression sorgt dafür, dass der Reifen korrekt gegen die Felge gedrückt wird. Dazu ist es sinnvoll, einen Druckluftkompressor zu verwenden. Alternativ bietet der Handel Tubeless-Pumpen an. Wenn es „plopp“ macht, ist dies ein Zeichen, dass der Gummi seinen Platz gefunden hat. Es sollte dann noch der maximale Reifendruck eingefüllt werden, um dem Reifen die Gelegenheit zu geben, sich richtig zu platzieren. Mountainbiker fahren ihre Fahrräder normalerweise mit 1,8 bis 1,9 Bar, die Reifen vertragen aber einen Luftdruck von bis zu vier Bar.

Tubeless Reifen: Dichtmilch

Nun muss noch die Dichtmilch eingefüllt werden. Bei der Verwendung von Tubeless-Systemen ist sie nicht unbedingt nötig, ohne ihren Einsatz geht allerdings ein wesentlicher Vorteil verloren. Durch den Einsatz der Dichtmilch lassen sich Pannen während der Fahrt weitgehend ausschließen. Der Reifen repariert sich „von selbst“. Bei der Dichtmilch handelt es sich um flüssiges Latex, das Löcher schließt. Die Milch trocknet mit der Zeit ein und muss deshalb nach etwa drei Monaten nachgefüllt werden. Das Einfüllen erfolgt über die Ventilöffnung. Dazu lässt sich der Ventilkern herausdrehen. Es bleibt ein Loch, in das die Einfüllspitze der Flasche passt. Nach dem Einfüllen der Milch wird der Reifen wieder aufgepumpt und die Latexflüssigkeit durch Schütteln verteilt.

Der Herausforderung bei der Montage stehen einige Vorteile der Tubeless Reifen entgegen. Neben der geringeren Pannenanfälligkeit überzeugt das System durch gute Traktion. Der fehlende Schlauch sorgt für ein geringeres Gewicht des Fahrrades.

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