Was ist das „Post Avatar Depressions Syndrom” (PADS)? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was ist das Post Avatar Depressions Syndrom, PADS, Bedeutung, Definition, Erklärung


Der zweite Avatar-Film lässt die Kinokassen 2023 wieder klingeln und hat die Zwei-Milliarden-Marke im Januar 2023 durchbrochen. Jedoch haben einige Kinobesucher wohl derzeit ein Problem, sich nach dem Kinobesuch wieder mit ihrem eigenen Leben abzufinden und damit ins Reine zu kommen.

Was ist das „Post Avatar Depressions Syndrom” (PADS)? Bedeutung, Definition, Erklärung

Bereits nach dem ersten Avatar-Film trat bei einigen Zuschauern das Gefühl ein, dass ihr Alltag fast nicht mehr auszuhalten sei, nachdem man die wundervolle Welt der Na´vi kennengelernt hat. Zum ersten Mal etablierte sich der Begriff „Post-Avatar-Depression-Syndrom“ (kurz: PADS). PADS ist zwar keine medizinisch anerkannte Diagnose, jedoch hat der Film bei etlichen Fans Spuren hinterlassen.

Viele berichten darüber, dass sie nach dem ersten Mal Avatar schauen, morgens aufwachen würden und die Welt wäre einfach nur noch grau. Sie beschreiben ihr bisheriges Leben und all das, wofür sie gearbeitet haben, als sinnlos. Alles erscheint bedeutungslos und vielen fehlt dann einfach die Kraft, überhaupt noch etwas in ihrem Leben zu tun. Sie werden von dem Gefühl nicht losgelassen, in einer sterbenden Welt zu leben.

In TikTok-Videos ist nun auch zu sehen, wie der zweite Teil von Avatar, immense negative Gedanken bei den Zuschauern hinterlässt. Offenbar scheint das „Post-Avatar-Depression-Syndrom“ jetzt auch nach dem aktuellen Film aufzutreten. Oftmals tritt es bei Zuschauern auf, die auch schon nach dem ersten Teil von PADS betroffenen waren.

Grund für diese schlechten Reaktionen auf den zweiten Teil von Avatar sind aber keinesfalls die Eigenschaften eines schlechten Films. Vielmehr sind es die wiederkehrenden Handlungen, die vielseitigen rassistischen Elemente und klischeeerfüllenden Figuren, die der Regisseur in dem überaus teuren Film unterbringt, der Auslöser für schlechte Gedankengänge.

Bei PADS handelt es sich ganz offensichtlich um ein Gefühl, welches sich bei den Zuschauern nach dem Schauen des Avatars-Films einstellt. Die Unzufriedenheit wird dann auf das eigene Leben projiziert. Betroffene empfinden oftmals nach dem Avatar-Film ihren Alltag als trist und fühlen sich zu wenig mit der Natur verbunden.

Keine echte Krankheit – trotzdem ist PADS real

Bei vielen Zuschauern steht die eigene Welt, der Alltag, die Arbeit und die kapitalistische Gesellschaft sowie die Zerstörung unseres Planeten dem einfachen und natürlichen Leben der Na´vi gegenüber. So hinterlässt der Film viele Sehnsüchte nach einer anderen Lebensgestaltung bei den Zuschauern.

Konfrontiert man PADS-Betroffene damit, dass auch sie mit ihrer Kultur und Lebensweise selbst an der stetigen Vernichtung des Planeten beteiligt sind, wird dies erst einmal von den Betroffenen ignoriert. Dass gerade ein computeranimierter Film und damit auch eine virtuell erzeugte Natur die Sehnsucht nach mehr Natur im eigenen Leben auslöst, ist besonders beachtlich beim PADS.

Experten zufolge kann das „Post-Avatar-Depression-Syndrom“ aber keinesfalls mit einer herkömmlichen Depression verglichen werden. Diese sich einstellenden Gefühle nach dem Film sind normal.

Bei vielen Zuschauern hat dieser Film wohl offensichtlich den Nerv der Zeit getroffen. Es bleibt höchst erstaunlich, dass PADS durch eine Fantasiewelt ausgelöst wird und die Zuschauer dahin bewegt, nach dem Film ernsthaft mit negativen Gedanken behaftet zu sein.

Ein Psychiater berichtete einem Magazin gegenüber, dass für diesen Film das Beste aus der aktuellen Technik herausgeholt wurde, um solch eine wundervolle, virtuelle Welt zu erschaffen. Trotzdem sollten sich Zuschauer immer bewusst sein, dass das reale Leben niemals so utopisch sein wird, wie es in den Avatar-Filmen dargestellt wird. Für viele Menschen erscheint das reale Leben nach dem Kinobesuch viel unvollkommener als zuvor.

Autor: Pierre von BedeutungOnline

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