Warum ist Stillen so wichtig? Bedeutung, Erklärung

Warum ist Stillen so wichtig, Bedeutung, Erklärung


Stillen ist das beste und einfachste für Mutter und Baby. Muttermilch ist in unnachahmlicher Weise und in zahlreichen erst heute entdeckten Feinheiten den Bedürfnissen des Babys angepasst. Muttermilch ist die ideale Nahrung, entsprechend dem Reifezustand der kindlichen Verdauungsorgane, seinem Stoffwechselsystem, seinen Nahrungsbedürfnissen und die Muttermilch ist für das Wachstum des Körpers bestens geeignet.

Warum ist Stillen so wichtig? Bedeutung, Erklärung

Das Stillen wirkt sich positiv auf die Gesundheit der Mutter aus. Der Stillakt regt die Kontraktion der Uterusmuskulatur an. Durch das kindliche Saugen löst das Baby Hormonreaktionen im Körper der Frau aus, die die Rückbildung des Uterus beschleunigen.

Das Hormon Oxytocin beschleunigt jedoch nicht nur die natürliche Zurückbildung der Gebärmutter, sondern sorgt und bewirkt, dass alle überflüssigen Gewebe- und Blutreste vollständig ausgestoßen werden.

Medizinische Statistiken haben außerdem ergeben, dass stillende Frauen seltener an Brustkrebs erkranken. Die genauen Hintergründe sind zwar noch nicht restlos erforscht, erwiesen ist jedoch, dass es einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen der ursprünglichen Brustfunktion und ihrer Anwendung und der Krebserkrankung gibt.

Mit der Abstoßung der Nachgeburt fällt die hemmende Wirkung ihrer Hormone auf jenes Hypophysenhormon weg, das die Milchdrüsen der Frau zur Milchbildung anregt. Die Muttermilch sammelt sich in den ausführenden Gängen und Hohlräumen unter den Brustwarzen. Die Menge der produzierten Milch wird sowohl vom Bedarf des Babys als auch der psychischen Einstellung der Mutter bestimmt.

Stillen ist gut für den Säugling

Die Muttermilch ist die idealste Babynahrung. Neben den für den Säugling in seiner ersten Lebensphase notwendigen Vitaminen und Nährstoffen enthält die Muttermilch Antikörper zum Schutz vor Infektionskrankheiten.

Wissenschaftler haben eindeutig festgestellt, dass bei voll gestillten Kindern viel seltener Allergien wie Heuschnupfen, Asthma und Hautausschläge auftreten.

Die Verdauungsorgane des Säuglings nehmen die in der Muttermilch enthaltenen Nähr- und Wirkstoffe aus der Muttermilch annähernd ohne Verluste auf. Wo das Angebot an lebenswichtigen Stoffen, zum Beispiel von Eisen, in der Muttermilch knapp ist, hilft der Körper mit Resorptionsverstärkern nach, die es bei Flaschennahrung nicht gibt.

Die Zusammensetzung der Muttermilch

Die Zusammensetzung der Muttermilch ist ideal auf die Bedürfnisse des Babys abgestimmt. Insbesondere auf die Funktionsreife der Organe. Es sind beim Stillen weder Mangelerscheinungen noch Überangebote an Stoffen möglich.

Das Molkeeiweiß ist gut verdaulich, Milchzucker sorgt für einen gesunden Darm und eine funktionierende Verdauung. Das in der Muttermilch enthaltene hochwertige Fett beeinflusst positiv die Gehirnentwicklung des Säuglings.

Das Muttermilchfett

Das Muttermilchfett setzt sich aus 150 verschiedenen Bestandteilen zusammen. Neben dem Immunglobulin A in der Vormilch der Mutter gibt es noch einen weiteren nicht zu ersetzenden Stoff in der Muttermilch, nämlich ein Ferment, das für die problemlose Fettverdauung sorgt. Außerdem ist in der Muttermilch ein Eiweißfaktor, das Laktoferrin, enthalten, das Eisen an sich zieht und bindet und dadurch eventuell vorhandene Coli-Bakterien, die sich im Darm des Babys befinden, das für die Bakterien lebensnotwendige Eisen entzieht. Gestillte Säuglinge erkranken deshalb viel seltener an Darminfektionen als Flaschenkinder.

Nicht zu vergessen, Muttermilch ist immer keimfrei, richtig temperiert und in den meisten Fällen auch immer verfügbar.

Die Milchabgabe

Drei Sinnesreize lösen die Milchabgabe aus. Das sind das Sehen und das Hören des weinenden Säuglings und die Tastreize beim Saugen. Darüber hinaus ist höchstwahrscheinlich auch das vegetative Nervensystem an der Regelung der Milchabgabe beteiligt.

Stillen fördert die Mutter-Kind- Beziehung

Das Stillen hat aber noch eine weitere Dimension, nämlich als sinnliches Erlebnis. Durch das Stillen wird ein enger Kontakt zwischen Mutter und Baby geschaffen. Stillen ist ein wesentlicher Faktor für die Bindung zwischen Mutter und Baby. Durch das Stillen werden nicht nur die Grundbedürfnisse des Kindes, die Nahrungsaufnahme und das Saugen, sondern auch der enge Kontakt zur Mutter befriedigt.

Der Körperkontakt zu einer vertrauten Person ist für das Baby von größter Bedeutung. Die enge Berührung mit der Brust ist der erste soziale Kontakt des Kindes. Dieser Kontakt ist von grundlegender Bedeutung für die emotionale Entwicklung des Säuglings.

Von der Einstellung der Mutter und der Art ihrer Zuwendung zum Säugling wird wesentlich mitbestimmt, inwieweit das Kind später selbst in der Lage sein wird, anderen Menschen Vertrauen und Liebe entgegenzubringen.

Der psychologische Aspekt, den der intensive Hautkontakt zwischen Mutter und Kind hat, sollte nicht unterschätzt werden. Er fördert nicht nur die körperliche, geistige sowie seelische Entwicklung des Säuglings, er gibt auch der stillenden Mutter ein positives Verantwortungsgefühl, bringt ihr Befriedigung und Selbstbestätigung.

Autor: Pierre von BedeutungOnline

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