Wie funktioniert Stoßlüften? Wie lange sollte man Stoßlüften? Erklärung

Wie funktioniert Stoßlüften, Wie lange sollte man Stoßlüften, Erklärung_


Der Begriff Stoßlüften hat in der Corona Pandemie eine ganz neue Bedeutung erlangt. Denn es ist zwischenzeitlich wissenschaftlich belegt, dass Stoßlüften die Viruslast in geschlossenen Räumen so reduzieren kann, dass eine Ansteckung nahezu ausgeschlossen ist. Es kommt jedoch ganz entscheidend darauf an, richtig und optimal zu lüften. Neben der Prophylaxe gegen Infektionskrankheiten wie Corona ergibt sich durch das Stoßlüften aber auch ein Einsparpotenzial, was den Energieverbrauch angeht.

Sinn von Stoßlüften: Wie funktioniert Stosslüften?

Grundsätzlich geht es beim Stoßlüften darum, innerhalb einer nur kurzen Zeitspanne verbrauchte Luft durch Frischluft zu ersetzen. Zu diesem Zweck werden alle Fenster aber auch alle Türen einer Wohnung für ein paar Minuten komplett geöffnet. Idealerweise kann das auch zu festgelegten Zeiten tagsüber geschehen. Von diesem regelmäßigen Stoßlüften profitieren insbesondere Großraumbüros oder Praxen. Es hat sich als nicht hilfreich erwiesen, wenn die Fenster die ganze Zeit über auf Kipp stehen. Das verbraucht nur unnötig Energie, sorgt aber nicht für einen geregelten Luftaustausch. Auch vor dem Hintergrund einer möglichen Infektionsprophylaxe gegen Corona kann eine Lüftung durch gekippte Fenster nicht empfohlen werden.

Querlüften ist optimiertes Stoßlüften

Ein bestmöglicher Austausch der Luft ist dann gewährleistet, wenn Fenster aber auch Türen ganz geöffnet werden. Um das Stoßlüften noch zu optimieren, sollte möglichst quer gelüftet werden. Dies bedeutet, gegenüberliegende Fenster und Türen für wenige Minuten so zu öffnen, dass ein Durchzug entsteht. Eine halbe Stunde vor dem Stoßlüften sollten die Heizthermostate herunter gedreht werden, um den Energieverlust möglichst gering zu halten. Werden die Fenster nicht mehr gekippt, sondern wird nur noch stoßgelüftet, so kann mit dieser Vorgehensweise im Jahresverlauf beträchtlich Heizenergie eingespart werden. Kipplüften hat aber durchaus noch mehr Nachteile, beispielsweise steigt dadurch die Gefahr von Schimmelbefall. Denn ständig Fenster auf Kipp kühlt die Wände aus. In der Folge schlägt sich Luftfeuchtigkeit nieder, der ideale Nährboden für Schimmelpilze.

Dauer und Häufigkeit von Stoßlüften

Wie oft genau gelüftet werden soll, hängt natürlich immer von der jeweiligen Örtlichkeit mit den Räumlichkeiten ab. Auch Anzahl oder Größe von Fenstern oder Türen spielen eine Rolle, wie oft gelüftet werden soll.

Je häufiger sich Menschen oder auch Tiere in geschlossenen Räumen aufhalten, desto häufiger sollte auch stoßgelüftet werden. Das ist gerade jetzt in Zeiten der Corona Pandemie sehr wichtig. Durch die spürbaren Luftbewegungen beim Stoßlüften werden Virenpartikel aus den Räumlichkeiten hinausgeschleudert. Dadurch kann die Gefahr einer Ansteckung erheblich sinken.

Grundsätzlich gilt, mehrmals täglich eine Stoßlüftung durchzuführen. Das gesamte Raumklima verbessert sich dadurch. Stoßlüften bedeutet jedoch nicht, die Fenster einfach ganz aufzureißen und dann so lange als möglich offen zu lassen.

Wie lange sollte man Stoßlüften?

Eine angemessene Stoßlüftung bedeutet in den Wintermonaten etwa 5 bis maximal 10 Minuten, in der wärmeren Jahreszeit hat sich das Stoßlüften mit einer zeitlichen Dauer von 10 bis maximal 30 Minuten sehr bewährt. Bei heißen Temperaturen im Sommer sollte das Stoßlüften nie tagsüber, sondern entweder frühmorgens vor Sonnenaufgang oder spät abends nach Sonnenuntergang erfolgen.

Tipps zum optimalen Stoßlüften

Den Vorgang des Stoßlüftens bitte bis maximal 4-mal täglich wiederholen. Sollte zwischen unbeheizten und beheizten Räumlichkeiten stoßgelüftet werden, so sind in diesem Fall die Türen dazwischen zu schließen. Stoßlüften wirkt dann am besten, wenn die Wohnraumtemperatur nicht unter 16 °C abfällt. Das gilt auch für eine längere Abwesenheit, denn eine zu niedrige Raumtemperatur sorgt in vielen Fällen für unschönen Schimmelbefall.

Räumlichkeiten wie Küche oder Bad, in denen vermehrt Feuchtigkeit entsteht, sollten beim Lüften immer den Vorrang haben. Denn es geht darum, beim Duschen oder beim Kochen die entstehende Feuchtigkeit schnell nach außen stoßzulüften. Nach einem Austausch von Fenstern oder nach einer energetischen Wohnraumsanierung oder Dämmung sollte vorübergehend immer häufiger stoßgelüftet werden als zuvor.

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