Was ist Zirkuläre Migration? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was ist Zirkuläre Migration, Bedeutung, Definition, Erklärung


Bei der zirkulären Migration handelt es sich um einen Begriff, welcher die mehrfachen Bewegungen der Migration zwischen mindestens zwei Staaten meint. Dabei geht es im Regelfall um die Wanderungen zwischen dem Herkunftsland und mindestens einem Zielland.

Was ist Zirkuläre Migration? Bedeutung, Definition, Erklärung

Es gibt keine einheitliche Definition, in wie vielen Fällen es zu einer Anpassung des Lebensmittelpunktes kommen muss, um von zirkulärer Migration zu sprechen. Im Regelfall handelt es sich um zirkuläre Migration, wenn ein Angehöriger eines Drittstaates in das Land zugewandert, fortgezogen und erneut eingereist ist.

Zirkuläre Migration kann aufgrund von Differenzierungen innerhalb der Arbeitswelt, demografischen Veränderungen, neuen Mobilitätsmustern oder sich wandelnden Ausbildungs- und Arbeitsmärkten in der globalisierten Wirtschaft entstehen bzw. hervorgerufen werden.
In den Industrienationen soll mit Hilfe der zirkulären Migration die internationale Migration unter Kontrolle gehalten werden.

Was bewirkt zirkuläre Migration?

Durch die zirkuläre Migration könnte bspw. der Arbeitskräftemangel reduziert bzw. behoben werden. Dies geschieht aktuell bereits in bestimmen saisonalen Bereichen. So kommen Erntehelfer aus einigen Ländern während der Saison gezielt nach Europa bzw. Deutschland, um in dieser Zeit Geld zu verdienen. Anschließend reisen viele Erntehelferinnen und -helfer wieder zurück in die Heimatländer um in der nächsten Saison wieder in das bereits besuchte Land einzureisen.

In einigen Ländern werden gezielt politische Programme aufgelegt, um temporäre Hochphasen in der Arbeitsauslastung bestimmter Segmente durch Migranten zu unterstützen. Andere Förderprogramme sollen für einen gezielten Austausch von Wissen über Ländergrenzen hinweg sorgen, um eine Chancen- und Bildungsannäherung zwischen den einzelnen Ländern zu ermöglichen.

Weiterhin tragen einige Staaten mit angepassten Aufenthaltserlaubnissen zur zirkulären Migration bei. In dieser Konstellation sollen die Migrantinnen und Migranten durch regelmäßige längere Aufenthalte in die Heimatländer zurückreisen können, ohne den Aufenthaltsstatus im Drittland zu verlieren. Mit diesem Programm soll der Wissenstransfer gefördert werden.

Aus Sicht der Ökonomie kann mit Hilfe von zirkulärer Migration die Nachfrage nach Arbeitsplätzen gezielt bedient und unterstützt werden.

Welche Folgen hat die zirkuläre Migration?

Mit der zirkulären Migration kann in den aufnehmenden Ländern der Mangel an Arbeitskräften temporär überbrückt werden. Somit kann das Wachstum der Wirtschaft gezielt stimuliert werden. In vielen Staaten wird somit von hoch qualifizierten Arbeitskräften profitiert. Klassische Einwandererländer sind bspw. Kanada oder Australien. Für die Entsendeländer gibt es ebenfalls positive Effekte. Aufgrund von im Regelfall steigenden Überweisungen aus dem Ausland als Rücklagen für die Familie oder die Migranten selbst, kann auch im Entsendeland eine wirtschaftliche Entwicklung erfolgen. Mit den aus dem Ausland übertragenden finanziellen Mitteln können die Wirtschaft in dem Herkunftsland gefördert, Strukturen verbessert und Entwicklungen angekurbelt werden. Zudem profitieren die Arbeitskräfte üblicherweise von den Erfahrungen und neu gewonnen Kenntnissen aus dem Ausland, was zu einer Stärkung des inländischen Arbeitsmarktes beitragen kann.

Welche Nachteile bzw. ungeklärten Aspekte sind zu berücksichtigen?

Im Rahmen der zirkulären Migration gibt es keine grundsätzlichen Konzepte, welche die Integration betrachten. Ohne eine übergeordnete Integrationsstrategie sind die temporären Arbeitskräfte teilweise Rassismus und Ausgrenzung ausgesetzt. Weiterhin stehen im Regelfall die wirtschaftlichen Überlegungen im Mittelpunkt der zirkulären Migration. Um der sinkenden Bevölkerung, insbesondere in Europa, dauerhaft entgegenwirken zu können, ist eine ganzheitliche Betrachtung für eine konsequente Migrationspolitik wichtig. Dabei sollten auch soziale Aspekte stärker berücksichtigt werden.

Autor: Pierre von BedeutungOnline

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