Was ist ein ICO (Initial Coin Offering)? Bedeutung, Definition


„ICO“ ist die Abkürzung für Initial Coin Offering. Ein „ICO“ ist ein Geschäftsmodell, dass auf Kryptowährungen basiert und ähnlich wie ein Börsengang funktioniert.

Firmen führen einen ICO durch, um erstmalig Kapital für ihre Unternehmung einzusammeln. Käufer kaufen die von der Firma erzeugte und zum Verkauf gestellte Kryptowährung (auch Coin oder Token genannt). Sie bezahlen diese mit offiziellen Währungen wie Dollar oder Euro, oder bezahlen mit anderen Kryptowährungen wie Bitcoin. Die Käufer erwerben diese Token in der Hoffnung, dass das Unternehmen im Wert steigen wird, wodurch sich auch der Wert der Tokens steigert.

Statt ICO wird auch „Initial Public Coin Offering (IPCO)“ gesagt.

ICO heißt auf Deutsch: Initiales Münzangebot. Kryptowährungen werden in der Regel als „Coins“ verkauft. Das deutsche Wort für „Coin“ ist Münze.

Wie ist die rechtliche Situation bei einem ICO?

Ein ICO ist vergleichbar mit einem stark vereinfachten Börsengang. Es ist eine Methode des Crowdfunding. ICOs werden unreguliert durchgeführt. Das heißt, Regularieren und Gesetze, wie sie Risikokapitalgeber, Finanzdienstleistungsaufsichten, Banken oder Börsenaufsichten vorschreiben, werden nicht angewendet.

Situation in Deutschland: Für die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht sind Token, die bei einem ICO verkauft werden, Wertpapiere, genauso wie Altcoins. Das führt dazu, dass die Prospektpflicht oder die Prospekthaftung gilt.

Wie läuft ein ICO ab?

Käufer, Interessierte und Investoren erhalten die Möglichkeit Tokens von einem Startup zu erwerben. Diese Tokens hat das Startup selbst erzeugt und gibt sie beim ICO zum Verkauf frei. Die Verkaufserlöse werden in der Regel zum Aufbau des Unternehmens verwendet.

Käufer der Tokens erwerben kein Eigentum an der Firma, die Zahl der Tokens bildet auch kein Stimmrecht ab und eine Dividenden-Ausschüttung findet auch nicht statt.

Der Besitz der Tokens wird durch die Blockchain abgebildet.

Was sind Tokens?

Tokens sind auf der Blockchain erschaffene und transferierte Rechnungseinheiten. Sie sind vergleichbar mit Coupons.

Bei einem Token Sale werden Token eines Unternehmes verkauft. Wer Token erwirbt, ist kein Investor, sondern ein Käufer, da er/sie praktisch ein Produkt gekauft hat. Diese Token können zu einem späteren Zeitpunkt gegen Altcoins des Unternehmens getauscht werden.

Nach einer erfolgreichen Finanzierungsphase werden die Tokens meist an eine Börse für Kryptowährungen transferiert.

Welche Tokens gibt es?

Käufer können „Utility Token“ oder „Revenue Share Token“ erwerben.


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Bei einem „Utility Token“ erwerben Käufer keine Rechte oder Anteile am Unternehmen. Sie kaufen diese Token, in der Hoffnung, dass ihr Wert und die Nachfrage steigt, wodurch sie Gewinn machen würden.

Der „Revenue Share Token“ berechtigt dazu, Gewinnausschüttungen zu empfangen. Solch ein Token muss nicht immereinen funktionalen Zweck erfüllen.

Geschichte der ICOs

Der erste ICO wurde mit „Mastercoin“ im Juli 2013 durchgeführt. Die Kryptowährung „Ethereum“ sammelte mit einem ICO im Jahr 2014 innerhalb von 12 Stunden rund 3.700 Bitcoins ein. Damals waren diese 2,3 Millionen US-Dollar wert. Ein weiterer ICO wurde mit „Karmacoin“ im April 2014 für das „Karmashares-Projekt“ durchgeführt.

Der ICO für den Webbrowser Brave brachte rund 35 Mio Dollar in knapp 30 Sekunden ein.

Filecoin sammelte bei seinem ICO 257 Mio US-Dollar ein.

Der erste bekannte ICO in Deutschland war der Verkauf von Wys-Token durch die Berliner Wysker UG. Die Wysker UG bietet eine Shopping-App, die auf der Blockchain-Technologie basiert.

Autor: Pierre von BedeutungOnline

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