Was ist das Havanna Syndrom? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was ist das Havanna Syndrom, Bedeutung, Definition, Erklärung


Das Havanna Syndrom bezeichnet eine Reihe von gesundheitlichen Beschwerden, die offiziell nicht als Krankheit gelten. Selbst Fachärzte sprechen vom Havanna Syndrom als eine mysteriöse Erscheinung, deren Ursache die Medizin bislang nicht auf den Grund kommen konnte. Die gesundheitlichen Beschwerden, die mit dem Havanna Syndrom in Verbindung gebracht werden, bestehen in erster Linie aus Kopfschmerzen und einer starken Form von Übelkeit. Beides tritt sehr plötzlich und in Kombination miteinander auf.

Woher die Bezeichnung des Havanna Syndroms kommt

Zum ersten Mal trat das Havanna Syndrom in der kubanischen Hauptstadt Havanna auf. Deshalb erhielt die beschriebene Art der gesundheitlichen Problematiken die Bezeichnung Havanna Syndrom. Betroffen vom Havanna Syndrom waren seinerzeit, im Jahre 2016, mehrere Diplomaten aus den USA, die in der amerikanischen Botschaft in Havanna arbeiteten. Später waren immer wieder Amerikaner, und auch Bürger anderer Nationalitäten, vom sogenannten Havanna Syndrom betroffen.

Es handelte sich dabei jeweils um Diplomaten oder deren Familienangehörigen. Wohnhaft waren diese Personen zum Zeitpunkt des Auftretens des Havanna Syndrom zunächst ausschließlich in Havanna. Betroffen waren unter anderem Bürger Kanadas, Russlands und Chinas. In späteren Zeiten wurden die Symptome des Havanna Syndroms auch bei Personen festgestellt, die sich in anderen Erdteilen aufhielten.

Die Symptome des Havanna Syndroms

Neben Kopfschmerzen und Übelkeit klagten die bislang vom Havanna Syndrom betroffenen Personen auch über Sehstörungen, Schwindel und Gedächtnislücken, bis hin zum Gedächtnisverlust. Bei einigen von ihnen traten zusätzlich Schlaflosigkeit und eine starke Antriebslosigkeit auf. In der Intensität waren die beschriebenen gesundheitlichen Probleme bei den betroffenen Einzelpersonen jeweils unterschiedlich, und werden von den konsultierten Ärzten als unspezifisch beschrieben. Gemeinsam haben die Gesundheitsprobleme jedoch, dass es sich um neurologische Einschränkungen handelt.

Personen, bei denen das Havanna Syndrom vermutet wurde, berichteten, dass sie vor dem Auftreten der Symptome laute Geräusche gehört hätten, die von allen als überaus unangenehm wahrgenommen wurden. Die Geräusche waren demnach nicht nur laut, sondern auch mit einer Art von Vibrationen verknüpft, deren Hintergrundgeräusche nur schwer aushaltbar gewesen sein sollen. Darüber hinaus klagten Menschen mit Havanna Syndrom auch über Kopf- und Ohrendruck. Beides ging jeweils mit den als belastend empfundenen Geräuschen und Vibrationen einher.

Was hinter dem Havanna Syndrom stecken könnte

Die Ursache des Havanna Syndroms gilt als so mysteriös wie umstritten. Bislang konnte keine treffende Analyse hinsichtlich möglicher Ursache für die Beschwerden, die durch das Havanna Syndrom hervorgerufen werden, getroffen werden. Dies gibt Anlass zu Spekulationen, denn medizinische Gründe für das Auftreten des Havanna Syndroms konnten von Ärzten nicht festgestellt werden.

Da das Havanna Syndrom zunächst nur bei Diplomaten aus den USA festgestellt wurde, sah die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika Anlass dazu anzunehmen, dass es sich womöglich nicht um ein gesundheitliches Problem, aber um einen gezielten Angriff auf die Diplomaten aus den USA handeln könnte. Die amerikanische Regierung vermutete einen Angriff im Rahmen einer verdeckten Operation, die durch einen gegnerischen Geheimdienst ausgeführt wurde, um das diplomatische Korps der USA dadurch zu schwächen und zu belasten.

Weiterhin nahmen die Amerikaner an, dass ihre Landsleute mit einer neuartigen Form von Mikrowellen-Waffen angegriffen wurden. Dies erklärten sie damit, dass diejenigen Personen, die vom Havanna Syndrom betroffen waren, alle von den gleichen Geräuschen, gepaart mit Vibrationen, berichtetet hatten. Die Theorie der USA hinsichtlich des Havanna Syndroms wird international jedoch stark angezweifelt. Einerseits spricht, laut Vertretern anderer Nationen, gegen die Theorie der Amerikaner, dass das Havanna Syndrom inzwischen in zahlreichen weiteren Ländern als Kuba aufgetreten ist.

Weiterhin wird argumentiert, dass das Havanna Syndrom in der Zwischenzeit selbst bei Personen auftrat, die sich zum Zeitpunkt des Auftretens im Weißen Haus in Washington befanden. Dies hinderte die US-Regierung unter Donald Trump allerdings nicht daran Kuba für das Havanna Syndrom verantwortlich zu machen. Laut Donald Trump sei es Aufgabe Kubas gewesen ausländische Diplomaten in Havanna vor jeglichen Angriffen zu schützen. Seiner Ansicht nach hätte der kubanische Staat dies nicht getan.

Im Juni 2021 schließlich trat das Havanna Syndrom in der österreichischen Hauptstadt Wien auf. Davon betroffen waren wiederum Angehörige der amerikanischen Botschaft. Im August 2021 zog das Havanna Syndrom noch weitere Kreise. Diesmal trat es in der amerikanischen Botschaft in der deutschen Hauptstadt Berlin auf. Mittlerweile sehen die Amerikaner nicht mehr Kuba als Angreifer. Hinter dem Havanna Syndrom vermuten sie nun Anschläge der Russen.

Autor: Pierre von BedeutungOnline

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