Was bedeutet „Regime Change“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was bedeutet Regime Change, Bedeutung, Definition, Erklärung


Der „Regime Change“ oder auf deutsch „Regimewechsel“ ist in vielen Ländern passiert. Unter einem Regime wird eine Regierung verstanden. Die Bezeichnung kommt aus der französischen Sprache und steht auch für ein Regelwerk. In der modernen Fassung wird das Regime jedoch weitestgehend negativ belegt. Man fasst darunter autoritäre Systeme und Diktaturen zusammen. Der Wechsel bezieht sich auf den Austausch. Hierbei werden Diktaturen oder autoritäre Systeme durch demokratische ersetzt. In einigen Fällen folgt jeweils auf eine Diktatur eine andere. Aus demokratischen Regierungsformen können jedoch auch Diktaturen entstehen.

Was bedeutet „Regime Change“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Wie der Wechsel vonstattengeht, hängt von den inneren Kräften des betreffenden Landes und meistens auch von ausländischen Staaten ab.

Beim Regimewechsel wird eine existierende Regierung durch eine andere ersetzt. Im Zentrum stehen der Verwaltungsapparat, das Militär und einzelne bürokratische Bereiche.

Auf welche Weise der Wechsel erfolgt, ist von den inneren Machtverhältnissen und Verbündeten des betroffenen Staates oder seines Gegners abhängig. Es kommen sowohl friedliche als auch militärische Maßnahmen in Betracht. Finanzielle Interessen innerhalb des für den Regimewechsel vorgesehenen Staates können ebenfalls zu Veränderungen beitragen. Die Entscheidungsträger wissen in diesem Fall, dass das alte Regime nicht mehr zukunftsorientiert arbeiten kann. Sie erkennen gleichzeitig das Potential des übernehmenden Staates und stützen den damit verbundenen Wechsel.

Der militärisch organisierte Regime Change aufgrund einer politischen Problematik

In einigen Ländern kommt es aufgrund politischer und finanzieller Gegensätzlichkeiten zu einem Regime Change, der mit militärischen Operationen verbunden ist. Unter normalen Bedingungen wären die Gegner sogar Freunde. Die Differenzen lassen sich leider nur ohne Kampf nicht lösen.

1773 waren die nordamerikanischen Kolonisten stark verärgert. Sie mussten hohe Steuern auf bestimmte Produkte zahlen. Außerdem fühlten sie sich von der britischen Krone nicht entsprechend respektiert. So kam es zum amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, der bis zur britischen Niederlage von Yorktown 1783 erbittert geführt wurde. Das Ergebnis waren die Vereinigten Staaten von Amerika, die das Regime der britischen Kolonialverwaltung ablösten. Aus einer parlamentarischen Monarchie wurde ein demokratischer Staat.

Was versteht man unter einer internen Regimeänderung? Regime Change, Bedeutung

Eine interne Regimeänderung kann sich innerhalb eines Staates ereignen. Ein gutes Beispiel ist der Ostblock. In den letzten Jahren des Zweiten Weltkrieges und in der Nachkriegszeit bildete sich unter der Führung Moskaus ein System von Satellitenstaaten. Diese wurden nach sozialistischen Vorbildern, die stark sowjetisch – als im Sinne Russlands (der UdSSR) geformt wurden. Diesem Zusammenschluss gehörte auch die DDR an. Die DDR war der Teil Deutschlands, der nach dem Zweiten Weltkrieg dem Machtbereich Russlands zugesprochen worden war.

1986 kam es zur Wende. Diese soll auch durch die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl beeinflusst worden sein. Während einer Konferenz leitete der damalige Staatssekretär der UdSSR, Michael Gorbatschow, die Wende im Verhältnis der Oststaaten zu Moskau ein. Die ehemaligen Satellitenstaaten lösten sich in den folgenden Jahren zunehmend aus dem Einflussbereich Russlands. Ungarn lockerte beispielsweise 1989 die Grenzkontrollen, sodass Menschen leichter aus der DDR in die Botschaft der Bundesrepublik nach Budapest fliehen konnten. Im Herbst entfiel das Herrschaftsmonopol der meisten ehemaligen Ostblockstaaten, die durch den Eisernen Vorhang seit den 40er-Jahren vom kapitalistischen Westen abgeschottet waren. Dann folgte der Zusammenbruch des Ostblocks, dessen Staaten sich zunehmend dem Westen und der EU öffneten. Einige wurden Mitgliedsstaaten der Europäischen Union.

Ein Regime Change mit militärischen Mitteln

In einigen Ländern kann eine Diktatur durch eine Kombination aus freien Wahlen und einem Putsch an die Macht kommen. Dieser Vorgang ereignete sich 1933 in Deutschland.

Die Nationalsozialisten, eine demokratiefeindliche Organisation, ergriff in diesem Jahr die Macht und wandelte das Land in eine menschenfeindliche Diktatur um. Im September 1939 begann der für diese Diktatur verantwortliche Adolf Hitler den Zweiten Weltkrieg. Die Auswirkungen waren verheerend. Zwischen 1939 und 1945 organisierten die U.S.A., Großbritannien und Russland eine Reihe von Offensiven, mit denen sie den notwendigen Regime Change in Deutschland durchsetzen konnten. Neben der ersten Front in Russland eröffneten die westlichen Alliierten in Frankreich eine zweite, mit deren Hilfe sie das NS-Regime bis Mai 1945 stürzten. Der damit verbundene Krieg kostete über 55 Millionen Menschenleben und verwüstete weitere Bereiche der Erde.

Deutschland wurde in vier Sektoren aufgeteilt. Während die Amerikaner, Engländer und Franzosen in den westlich orientierten Zonen jeweils das demokratische System einführten, kam es in den von den Russen dominierten deutschen Gebieten zu einer Diktatur. Diese sollte als DDR bis 1990 fortbestehen. Die DDR war durch spezielle Verträge an die UdSSR gebunden.

1949 wurde in den westlichen Zonen – unter maßgeblichem Einfluss des ersten deutschen Bundeskanzlers Konrad Adenauer – die Bundesrepublik Deutschland aus der Taufe gehoben.

Der weitestgehend friedliche Regime Change in der DDR

1949 wurde die DDR parallel zur Bundesrepublik gegründet. Wer die DDR verlassen wollte, um in die Bundesrepublik umzuziehen, musste aus seiner Heimat fliehen. Die Grenztruppen der DDR hatten dabei den Auftrag auf den betreffenden Menschen zu schießen. Dazu kamen die in den folgenden Jahrzehnten ausgebauten Grenzanlagen, die kaum überwunden werden konnten. DDR-Flüchtlinge, deren Fluchtversuche scheiterten, erhielten hohe Haftstrafen. Ihre Kinder wurden in Kinderheime eingewiesen oder an regimetreue Familien zur Adoption weitergegeben.

Die DDR arbeitete im Sinne des Ostblocks und der UdSSR mit der Planwirtschaft. Dieses System schädigte die Wirtschaft und führte Ende der 80er-Jahre zu zahllosen Demonstrationen. Diese wurden indirekt durch den russischen Präsidenten Gorbatschow und den westdeutschen Kanzler Helmut Kohl unterstützt. Im November 1989 öffnete die DDR die Grenzen und erlaubte ihren Bürgern und den Staatsbürgern anderer Nationen die kontrollierte Ein- und Ausreise. Im folgenden Jahr bereiteten zahlreiche Politiker und Wirtschaftsführer die Eingliederung der DDR in die Bundesrepublik vor. 1990 wurde das ehemalige Staatsgebiet der DDR Teil der Bundesrepublik Deutschland. Der Tag der Einheit, der 3. Oktober, ist seitdem ein deutscher Nationalfeiertag.

Regime Change: Teilweise friedlicher Wechsel der Regierungsform in Südafrika

In Südafrika galt Jahrzehnte lang das Apartheidregime. Das System grenzte die farbige Bevölkerung aus und führte zur Gründung des ANC, des Afrikanischen Nationalkongresses. Dieser führte sowohl politische als auch paramilitärische Maßnahmen aus, um die Rechte der Farbigen zu schützen und auszubauen. Außerdem wurde die Republik Südafrikas von vielen westlichen Staaten mit einigen Embargos belegt, um die Staatsführung des Landes zur Abkehr von der Apartheid zu bewegen. 1990 entließ der Staat den Bürgerrechtler Nelson Mandela aus der Haft. Im gleichen Jahr hob die Regierung auch das ANC-Verbot auf. 1994 erzielte der ANC bei der ersten freien Wahl ein extrem starkes Ergebnis. Er war die stärkste Partei. Im gleichen Jahr wählten die Bürger Südafrikas Mandela zum ersten farbigen Staatspräsidenten der Republik Südafrika. Mit seiner Ernennung war die Apartheid – oder Ausgrenzung – vorbei. Für seine Versöhnungspolitik zwischen den Bürgern erhielt er den Friedensnobelpreis. Dieser wurde auch dem ehemaligen Präsidenten überreicht, der Mandela unterstützt hatte.

Der Regimewechsel innerhalb eines demokratischen Staates: Bedeutung, Definition, Erklärung

In vielen Staaten werden die Staatsoberhäupter im Rahmen einer freien und geheimen Wahl vom Volk oder über ein entsprechendes System gewählt. Trotzdem kann es zu einem Regimewechsel während einer Legislaturperiode kommen. Dieser Wechsel ist dann mit einer neuen Wahl verbunden, während die alte Regierung zurücktritt.
So wurde 1958 die Vierte Französische Republik durch die Fünfte abgelöst. Das Problem der Vierten Französischen Republik bestand in den unzähligen Regierungswechseln, die es in den zwanzig Jahren ihres Bestehens gab. Die neue Republik brachte neben einer stabilen Mehrheit auch die Rückkehr von Charles de Gaulle. Er wurde zum neuen Ministerpräsidenten gewählt.

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