Was bedeutet „Ragequit“ / „Rage quit“ auf deutsch? Bedeutung und Übersetzung

„Ragequit“ ist ein Phänomen aus der Videospiel- und Gaming-Szene. Bei einem „Ragequit“ verlässt ein Spieler abrupt und ohne Ankündigung ein laufendes Multiplayer-Online-Spiel. Teils äußert der „Ragequitter“ kurz vor dem Verlassen des Spiels seine Wut. Die Gründe dafür sind vielzählig.

In Battle-Royal-Spielen und Action- sowie Ego-Shootern bei denen es um gewertete Sieg und Niederlagen geht, ist das Phänomen des Ragequit stark verbreitet.

Auf deutsch wird „Rage quit“ als „wutentbrannt aufgeben“ bezeichnet.

Ein „Ragequit“ wird meistens direkt nach einem Ragequit als ein solcher bezeichnet oder in Auswertungen des Online-Spiels. Der Ragequitter wird sich seines Ragequits erst bewusst, wenn die Wut nachlässt.

Weitere Rage Quits

Teils wird ein abruptes Verlassen des Chats auch als „Rage Quit“ bezeichnet.

Teils lassen Spieler, die Wutentbrannt ein Spiel verlassen, ihre Wut an ihrer Elektronik aus. Manche ziehen Kabel aus der Steckdose, trennen die Kabel-verbindung der Konsole, schmeißen ihre Computer-Maus umher oder schlagen ihre Tastatur. (Das Unterbrechen der Internetverbindung – sofern diese Kabel-basiert ist – wird auch „Rage Plug“ genannt.)

Bei Brett- und Kartenspielen können „Rage Quits“ auch auftreten. So kann ein Spieler die Spielsteine umherwerfen, auf dass Spielbrett hauen oder die Spielkarten durch die Luft werfen.

Auch Autoren von Online-Magazinen und -Enzyklopädien können vom „Rage Quit“ betroffen sein. Dies geschieht unter anderem, wenn ihre getätigten Überarbeitungen und Änderungen wiederholt zurückgesetzt werden.

Gründe für eine Ragequit

Ein Spieler der einen Ragequit „macht“, spürt verschiedene Emotionen wie Wut, Frust, Enttäuschung, Unzufriedenheit oder Verärgerung. Die Anlässe dafür können sehr unterschiedlich sein. Eventuell droht dem Spieler eine Niederlage. Der Spieler ist enttäuscht über den Spielverlauf und seine Mitspieler. Er hat Frust angestaut. Der Spieler hat sich provozieren oder verärgern lassen und ist wütend geworden.

Teils herrscht in einigen Online-Spielen, welche auch Live übertragen, ein hoher Druck auf den Spielern. Sie wollen ihre Fähigkeiten beweisen und in der Rangliste aufsteigen. Wer bei schlechten oder ungünstigem Spielverlauf dem Druck nicht standhält, neigt zum Ragequit. Außerdem machen sich Ragequitter große Sorgen um ihre Statistik und nehmen diese sehr ernst.

„Ragequit“ und Vorwürfe: nichts als Projektionen

Wenn Spieler nun ihren Frust oder ihre Wut herauslassen, so beschweren sie sich über schlechte Technik (Lag), schlechte Computer, eine langsame Internetverbindung (Ping), unfaire Mitspieler (Camper), unfähige Mitspieler oder schlecht programmierte Spiele. Dabei projizieren sie die Verantwortung für ihre Wut auf die äußere Welt, obwohl sie selbst dafür verantwortlich sind.

Junge Online-Video-Spieler sind besonders anfällig für Ragequits, da sie die nötigen Fähigkeiten wie Selbstkontrolle von Emotionen unter Stress und Selbstbeherrschung noch nicht komplett ausgebildet haben. Sie nehmen die Statistiken eines Spieles noch sehr ernst und sind dabei zu lernen mit Niederlagen umzugehen. Je älter ein Spieler wird, umso mehr kann er seine Emotionen kontrollieren und ein Ragequit wird unwahrscheinlicher. (Da in manchen älteren Menschen manchmal kleine Kinder sind, sind Ragequits nie ganz ausgeschlossen und bei manchen ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie der Wut nachgeben.)

Außerdem neigen Videospieler, die Aufmerksamkeit erregen und erhalten wollen, zu gespielten Ragequits.

Grammatik: Rage Quitting / Rage Quitter

Beide Schreibweisen als „Ragequit“ und „Rage quit“ (mit Leerzeichen) sind verbreitet. Das dazugehörige englische Verb ist „rage quitting“ bzw. „ragequitting“. Das eingedeutschen Verb ist „rage quitten“ bzw. „ragequitten“.

Eine Person, die einen „Ragequit“ gemacht hat, wird auch als „Ragequitter“ bezeichnet.

„Rage Quit“ setzt sich aus den Worten „Rage“ und „Quit“ zusammen. „Rage“ bedeutet auf deutsch: Wut, Zorn, Rage. „Quit“ bedeutet auf deutsch: „aufgeben“, „verlassen“, „beenden“ oder „austreten“.

Weiteres zum Rage Quit

Der Ausdruck „Rage Quit“ verbreitet sich seit Mitte der 2000er Jahre.

In Deutschland verbreitet sich der Ausdruck „Ragequit“ laut Googel Trends seit Mitte 2007. Seit ungefähr Mitte 2008 verbreitet sich „Rage quit“ auch in getrennter Schreibweise in Deutschland. Dies steht im Zusammenhang mit besser werdenden Internetverbindungen und der Verbreitung von Action- und Ego-Shooter-Online-Spielen.

Dem Phänomen des Ragequits widmen sich verschiedene YouTube-Zusammenstellungen namens „Rage Quit Compilation“.

Zurück zur vorherigen Seite

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.