Was bedeutet No Homo / Nohomo? Bedeutung, Definition, Geschichte

„No Homo“ ist eine Phrase, die ein heterosexueller Mann sagt, nachdem er zu einem anderen Mann etwas vermeintlich homoerotisch oder homosexuell klingendes sagte. Mit „No Homo“ signalisiert der Sprecher, dass er keine homoerotischen oder homosexuellen Absichten verfolgt, auch wenn sein vorher Gesagtes den Eindruck erwecken könnte.

Jemand sagt „No Homo“ nach dem er etwas homosexuelles sagte, um zu zeigen, dass das Gesagte nicht homosexuell oder homoerotisch gemeint war und der Sprecher heterosexuell ist. Dabei legt der Sprecher selbst fest, was er als homosexuell interpretiert und was nicht.

Kurz zusammengefasst, was „No Homo“ bedeutet: Mit „No homo“ kann jemand etwas homosexuelles sagen und nicht schwul wirken, da er verbal bestätigt nicht-homosexuell zu sein.

In der Umgangssprache Jugendlicher wird „No Homo“ unter Männer verwendet, um Komplimente und Nettigkeiten auszutauschen. Im Rap und Gangster-Rap wird „No Homo“ verwendet, um homosexuelle Aussagen in diffamierenden und herabsetzenden Absichten zu sagen, nicht mit sexuellen Absichten.

Im positiven Sinne sorgt „No Homo“ dafür, dass die Zweideutigkeit einer Aussage aufgehoben wird. „No Homo“ schließt sexuelle Absichten aus. Dies scheint nötig, falls ein Sprecher vermutet, dass ein anderer diese Absichten habe könnte. Im negativen Sinne verbreitet „No Homo“ Homosexuellen-feindliche Stereotype und die Angst als „schwul“, also als „unmännlich“ nichts mehr zu gelten.

Beispiele mit „No Homo“

  • „Sein Arsch gehört! No homo.“ (In dem Sinne, dass jemand eine Schuld begleichen soll.)
  • „Ja, nimm ihn doch in den Mund. No homo!“
  • „Lutsch meinen Schwanz. No homo.“
  • „Du siehst gut aus heute. No homo“
  • „Man, du musst im Bett bestimmt richtig gut sein.No homo“
  • „Siehst du geil aus. No homo“
  • „I love you, bro! No homo“

„No Homo“ als Phrase erlaubt dem Sprecher homosexuell- oder homoerotisch-klingende Sachen zu sagen, ohne homosexuell zu wirken.“No Homo“ ist damit ein Freifahrtsschein, nach Wunsch und beliebig etwas homosexuelles zu sagen und nachträglich durch „No Homo“ den Kontext des Gesagten zu relativieren und das eigene Schwulsein auszuschließen.

Wortwörtlich bedeutet „No Homo“ auf deutsch: „Nicht schwul“ oder „Nicht homosexuell“. „Homo“ ist die Abkürzung für Homosexuell.

Geschichte: No Homo

Die Phrase „No Homo“ kommt aus dem US-amerikanischen Raum und wurde dort im Rap-Slang der 1990er Jahre erstmals verwendet. Über den deutschen Rap und Gangster-Rap kam „No Homo“ Anfang der 2010er Jahre nach Deutschland und verbreitete sich hier bis in die Jugendsprache.

Im Rap wird „No Homo“ verwendet, um andere Rapper mit dem Vorwurf homosexuell aktiv zu sein, zu beleidigen oder herabzusetzen. Dabei soll „No Homo“ zeigen, dass der Sprecher selbst nicht homosexuell ist, auch wenn er den anderen z.B. auffordert ihn oral zu befriedigen. (Dies geschieht in dem Kontext nicht im sexuellen Sinne, sondern soll Macht und Dominanz ausdrücken.)

No Homo – Bedeutung und Kritik

Wer „No Homo“ sagt, macht damit einem anderen seine sexuelle Orientierung deutlich und bestätigt sie auch sich selbst gegenüber. Gleichzeitig nimmt ein Sprecher damit Abstand von Homosexuellen und will auch vorbeugen mit Homosexuellen oder nicht-männlichen Eigenschaften assoziiert zu werden. Dies geschieht im Hinblick auf Männlichkeitsideale und aus der Angst vor negativen Folgen heraus, wie z.B. verspottet oder lächerlich gemacht zu werden.

No-Homo als Selbstschutz: Männlichlichkeitsideale und Angst vor Spott

„No Homo“ ist im Kern keine Phrase mit der Homosexuelle abgelehnt werden, sondern es ist eine Phrase mit der ein Sprecher sich davor schützt, als unmännlich oder schwul zu gelten, wenn er Aussagen tätigt, die in seinen Augen und Umfeld als vermeintlich „unmännlich“ gelten. Dies geschieht im Hinblick auf ein Männlichkeitsideal bei dem homosexuelle Züge abgelehnt bis bekämpft werden.

Bei diesem Männlichkeitsideal ist der Status eines Mannes davon abhängig wie wenig Schwäche er zeigt und wie wenig feminine Eigenschaften oder Eigenschaften Homosexueller er hat. Dazu gehören unter anderem: emotionale Empfindlichkeit, freundliche Worte, übertrieben Emotionen zeigen, Komplimente austauschen, über Gefühle sprechen, … (Anmerkung: Gerade im Rap sind Männlichkeit, sexuelle Aktivität und die Anziehungskraft auf Frauen wichtige Faktoren für den Status eines Mannes.)

„No Homo“ ist damit ein sprachlicher Trick, um etwas vermeintlich „unmännliches“ zu sagen und weiterhin als „männlich“ zu gelten.

Wenn mit „No Homo“ oben genannte Eigenschaften abgelehnt werden, so kann die Phrase „No Homo“ durchaus als Homosexuellen-feindlich und homophob gelten.

Verbreitung „No Homo“

Die Phrase „No Homo“ wurde stark durch den 2011 veröffentlichten The Lonely Island-Song „No Homo“ verbreitet.

„No Homo“ ist ein Lied unter anderem von folgenden Rappern:

  • Chakuza
  • Eko Fresh
  • Nithegyzeey
  • Sentino

In den sozialen Medien wird der Hashtag #nohomo verwendet.

Auf der Webseite www.nohomophobes.com werden tägliche, wöchentliche und alle Nennungen seit 2012 von folgenden Worten gezählt: Dyke, No Homo, Faggot, So Gay. Damit soll gezeigt werden, wie sehr die Umgangssprache mit den Begriffen durchsetzt ist.

No Homo-Gegenbewegung: Yes Homo

Als Gegenreaktion auf No Homo wurde die Phrase „Yes Homo“ verbreitet. Mit „Yes Homo“ bestätigt jemand, dass das was er sagte homosexuell oder homoerotisch gemeint war. Auch zeigt eine Person mit „Yes Homo“, dass sie an homosexuellen Aktivitäten Freude hat.

Weitere Bedeutung von No Homo

Im Internet werden T-Shirts mit „No Homo“-Aufdruck vertrieben.

„No Homo“ ist ein 2012 veröffentlichter isländischer Film.

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