Warum sind alte Menschen so verbittert / bösartig? Erklärung, Bedeutung

Warum sind alte Menschen so verbittert, bösartig, Erklärung, Bedeutung


Einsamkeit im Alter hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einer Volkskrankheit entwickelt. Jeder fünfte Deutsche gibt an, sich einsam zu fühlen. Von den über 65-jährigen Frauen leben rund die Hälfte alleine, bei Männern sind es nur rund 20 Prozent. Dennoch fühlen sich genauso viele Frauen wie Männer einsam. Es scheint als ob die weibliche Bevölkerung bessere Kompensationsmechanismus besitzt um mit diesem Phänomen fertig zu werden. Oft entsteht ein Gefühl der Einsamkeit wenn die Zeit der Rente gekommen ist. Viele ältere Menschen freuen sich schon Jahre davor auf den letzten Arbeitstag. Danach fühlen sie sich für einige Wochen wie im Urlaub, bevor das Bewusstsein einsetzt niemals wieder zur Arbeit zu gehen. Dann kommt es bei zu manchem zum Pensionsschock: Das Gefühl des Nicht-Gebraucht-Werdens macht der älteren Generation mitunter schwer zu schaffen.

Alte Menschen: Oft führt Einsamkeit zur Verbitterung

Vor allem Senioren die ihre Tätigkeit gerne ausgeübt haben, fallen nach dem Rentenantritt in ein tiefes Loch. Ihnen fehlen zum einen die sozialen Kontakte, zum anderen die Bestätigung etwas zu leisten. Nicht selten zeigen sich Betroffene über einen längeren Zeitraum hinweg schlecht gelaunt und verbittert. Wer sein soziales Umfeld vorwiegend rund um den Job aufgebaut hat, bemerkt langsam wie einsam sie ohne ihren Beruf sind. Vielen fehlen die Kollegen und auch die Langeweile trägt dazu bei, dass ältere Menschen verbittert werden. Während früher der Beruf eine gewisse Tagesstruktur vorgab, müssen Seniren dafür selbst sorgen.

Verbitterung entsteht oft wenn sich eine Lebenssituation plötzlich ändert. Der Tod des Partners, von Freunden oder geliebten Haustieren sind mögliche Auslöser. In diesem Zustand sind ältere Menschen von Grund auf unglücklich, oft begeben sie sich in eine Opferrolle und sehen keinen Ausweg. Manchmal haben Betroffene das Gefühl, vom Leben nicht fair behandelt worden zu sein und trauern verpassten Chancen nach. Ihre innere Leere lassen sie ihrem Umfeld unter anderem mit sarkastischen Kommentaren, Bösartigkeit oder Aggression spüren.

Alte Menschen: Körperliche Beschwerden können zu Verbitterung führen

Wenn sich ältere Menschen immer mehr zurückziehen, können Schmerzen der Auslöser sein. Sie führen über einen längeren Zeitraum hinweg bei vielen zu psychischen Problemen. Das hat unter anderem organische Ursachen: Während Schmerzen vom Gehirn verarbeitet werden, werden ähnliche Hirnareale aktiviert wie bei großer Furcht oder Trauer. So entsteht ein Teufelskreis. Einerseits verstärken Schmerzen Depressionen, andererseits verstärkt eine permanente Niedergeschlagenheit das Schmerzempfinden. Betroffene zeigen sich zunehmend desinteressiert und ziehen sich aus dem gesellschaftlichen Leben zurück. So rutschen sie in die Einsamkeit und konzentrieren sich noch mehr auf ihre körperlichen Probleme.

Manchmal werden Schmerzpatienten auch verbittert, weil sie sich von ihrer Umwelt nicht Ernst genommen fühlen. Nicht immer haben Angehörige ein offenes Ohr für die Beschwerden. Durch die Frustration werden manche Senioren regelrecht bösartig. Auch das Gefühl, jemandem zur Last zu fallen führt zu Verbitterung.

Demenz als Grund für eine Verhaltensänderung

Das Bundesforschungsinstitut in Deutschland schlägt Alarm: Aktuell leiden bereits 1,6 Millionen Bundesbürger an der schwerwiegenden Krankheit. Aufgrund der langen Leidensdauer übersteigt die Anzahl der Neuerkrankungen jene der Sterbefälle, was zu einem jährlichen Zuwachs von 40.000 Betroffenen führt. Experten schätzen, dass im Jahr 2050 3 Millionen Menschen von Demenz betroffen sein könnten. Somit könnte sich die Zahl im Vergleich zu 2010 in den nächsten drei Jahrzehnten verdoppeln.

Als eines der ersten Symptome für eine beginnenden Demenzerkrankung bemerken Angehörige oft ein verändertes Verhalten. Vermehrte Reizbarkeit zählen zu den ersten Symptomen, die auf eine Demenzerkrankung hindeuten. Doch auch andere Verhaltensauffälligkeiten machen Patienten und Angehörigen zu schaffen. Dazu zählen auch Aggressivität und eine krankhaft wirkende Unruhe. Oft wechseln Teilnahmslosigkeit mit Hyperaktivität ab. Bei 9 von 10 an Demenz Erkrankten verändert sich der Charakter signifikant. Im ersten Stadium kommt es darüber hinaus oft zu Depressionen. Dafür gibt es verschiedene Gründe: Die Betroffen bemerken selbst, dass sie den Alltag nicht mehr so gut meistern wie früher. Anfangs haben sie Schwierigkeiten damit, die richtigen Worte für Gegenstände oder Handlungen zu finden. Auch fällt es schwer, Personen beim richtigen Namen zu nennen. Diese Schwierigkeiten kompensieren sie durch die Verwendung von oft wenig passenden Füllwörtern oder Umschreibungen. Da es immer schwerer fällt, neue Informationen im Gehirn zu speichern, werden Termine vergessen.

Einer der Gründe warum es zu Verhaltensänderungen im Zuge einer Demenzerkrankung kommt ist dass Betroffene genau merken dass mit ihnen etwas nicht stimmt. Fällt ihnen ein Name nicht ein und werden sie von anderen Personen korrigiert, reagieren sie oft aggressiv. Unter Umständen verhalten sich Patienten genau gegengesetzt zu früher: Sanfte Menschen werden aufbrausend und laut, im nächsten Moment werden sie weinerlich und unsicher, da sich Demenz ganz unterschiedlich auf jeden Betroffenen auswirkt.

Zurück zur vorherigen Seite | Kategorie: Phänomene und Popkultur

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.