Warum heißt der 26.12. in den USA „Boxing day“? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung

Warum heißt der 26.12. in den USA Boxing day, Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung


Der 26.12. ist hierzulande auch als Zweiter Weihnachtsfeiertag bekannt. In den USA hört er jedoch auf einen ganz anderen Namen: Dort heißt er seltsamerweise „Boxing Day“. Doch woher kommt dieser merkwürdige Name – schließlich feiern doch auch die Amerikaner Weihnachten? Findet an diesem Tag vielleicht traditionell ein Boxkampf im TV statt? Oder ist man seine lieben Verwandten bereits kurz nach dem Heiligabend derartig leid, dass man sie buchstäblich aus dem Haus boxen möchte? Der nachfolgende Artikel liefert Ihnen die Antwort auf diese Frage.

Warum heißt der 26.12. in den USA „Boxing day“? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung

Wer US-Amerikaner in seinem Freundeskreis hat oder die Weihnachtsfeiertage öfter in den Staaten verbringt, wird garantiert schon den Begriff „Boxing Day“ aufgeschnappt haben. Mit diesem Wort wird in den USA der 26. Dezember bezeichnet – also der Zweite Weihnachtsfeiertag. Wer nun denkt, dass die Amerikaner an diesem Tag ihre Geschenke auspacken und der „Boxing Day“ eventuell durch das Wort „Unboxing“ (also „auspacken“) entstanden ist, liegt damit nicht ganz falsch – doch leider immer noch meilenweit daneben. Zwar packen die Amis ihre Geschenke nicht wie wir an Heiligabend aus, dafür aber am darauffolgenden Morgen des 25. Dezember. Der Begriff „Boxing Day“ hat seinen Ursprung nicht einmal in Amerika, sondern in Großbritannien – doch dazu später mehr. Spricht ein Amerikaner heutzutage vom „Boxing Day“ ist damit in der Regel der erste verkaufsoffene Tag nach dem Weihnachtsfest gemeint, an dem sich viele Menschen auf den Weg in ein nahegelegenes Einkaufszentrum machen.

Der Boxing Day ist in den USA einer der umsatzstärksten Tage im ganzen Jahr

Nun muss man wissen, dass die Amerikaner verrückt nach Shopping sind – vor allem dann, wenn sie dabei einen Haufen Geld sparen können. Genau das ist am Boxing Day möglich: Der Einzelhandel wirbt hier mit immensen Rabatten, um die Kunden in die Läden zu locken. Die Folge: Bereits viele Stunden vor der Öffnung bilden sich meterlange Warteschlangen vor großen Geschäften, die besonders fette Rabatte auf Elektroartikel, Bekleidung & Co bieten. Am ehesten vergleichen lässt sich dieser Tag mit dem mittlerweile auch hierzulande bekannten „Black Friday“ – auch wenn dieser in Deutschland vergleichsweise gesittet zugeht. In den USA prügeln sich Menschen hingegen regelmäßig um den letzten Blu-ray-Player oder Fernseher, die zum Schnäppchenpreis angeboten werden. Da hierbei auch oftmals die Fäuste fliegen, kam der Begriff „Boxing Day“ natürlich wie gerufen. Für zahlreiche Händler stellt der Boxing Day neben dem Black Friday den umsatzstärksten Tag des ganzen Jahres dar – da kann man schon mal auf Feierlichkeiten am Zweiten Weihnachtsfeiertag verzichten. Das sieht man im benachbarten Kanada hingegen etwas anders: Zwar gibt es auch hier den Boxing Day, dieser findet zur Ehrung des Weihnachtsfestes jedoch in der Regel erst am 27. Dezember statt.

Boxing Day: Das eigentliche Wort hat seinen Ursprung in Großbritannien

Wie bereits eingangs erwähnt, hat der Begriff „Boxing Day“ einen ganz anderen Ursprung. Hierfür werfen wir einen Blick nach Großbritannien, wo der Boxing Day als eine Art Geschenkschachtel-Tag eine langjährige Tradition aufweist. Am 26. Dezember erhalten traditionell Angestellte eine Geschenkbox von ihrem Arbeitgeber, mit der sich dieser für ein Jahr der Treue und guter Mitarbeit bedanken möchte.

Schon im Jahr 1663 gab es eine ähnliche Vorgehensweise: Am Tag nach Weihnachten machten sich Handwerker auf den Weg zu ihren Kunden, um an der Haustür kleine Spenden für die Dienste zu erhalten, die sie das gesamte Jahr über verrichtet hatten. Bereits einige Jahre zuvor galt es zudem als Brauch, dass adelige und reiche Arbeitgeber ihrem bediensteten Hauspersonal am Tag nach Weihnachten einen Besuch abstatteten. Mit dabei hatten sie hierbei stets Schachteln, in denen sich kleine Geschenke, Geldzahlungen oder ähnliche Aufmerksamkeiten verbargen – durch diesen Brauch wurde wohl der Begriff „Boxing Day“ letztendlich erfunden.

Der Boxing Day hat für viele Briten vor allem einen sportlichen Bezug

Zwar gibt es in Großbritannien durchaus noch Menschen, die den Boxing Day auf diese Weise begehen, mittlerweile hat der Begriff für die meisten Einwohner jedoch vor allem einen sportlichen Aspekt: Am Boxing Day werden traditionell Topspiele der englischen Premier League ausgetragen, damit sich auch Menschen, die an den anderen Spieltagen im Jahr hart arbeiten, ein solches Spiel live im Fernsehen anschauen können. Ferner finden auch in anderen Ländern, die der britischen Krone unterstellt sind, wichtige Sportveranstaltungen am Boxing Day statt – beispielsweise der Boxing Day Test in Form eines im australischen Melbourne ausgetragenen Cricket-Testspiels.

„Boxing Day“: Bedeutung, Erklärung

Auch wenn der Boxing Day mittlerweile kaum noch aus der US-amerikanischen Weihnachtszeit wegzudenken ist, hat das eigentliche Wort für den Feiertag seinen Ursprung in Großbritannien. Während wir Deutschen uns also häufig der englischen Sprache bedienen, haben die US-Amerikaner den Begriff ganz offensichtlich einfach aus dem europäischen Raum übernommen. Doch die Hauptsache ist natürlich, dass am Boxing Day alle ihren Spaß haben und es beim Run auf attraktive Preisschnäppchen keine Verletzten gibt.

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