Warum heißen Lachmöwen „Lachmöwen“? Wortherkunft, Erklärung, Bedeutung

Warum heißen Lachmöwen Lachmöwen, Wortherkunft, Erklärung, Bedeutung_


Lachmöwen haben ihren Namen offenkundig von ihren Lautäußerungen, die an ein Lachen erinnern können. Allerdings gibt es noch eine alternative Erklärung für die Namensgebung.

Warum heißen Lachmöwen „Lachmöwen“? Wortherkunft, Erklärung, Bedeutung

Zunächst einmal heißt die Möwe in der exakten lateinischen Bezeichung „larus ridibundus“, was „lachende Möwe“ bedeutet. Die Rufe klingen in etwa nach „rä grä grä-krääh“ und auch „kriiiärr“ oder „kik“. Das kann in der Tat an ein Lachen erinnern. Jedoch erscheint der Vergleich mit menschlichem Lachen einigen Experten doch etwas weit hergeholt, zumal es auch die Großmöwen gibt, deren Gelächter unserem Lachen schon viel näher kommt. Diese Möwenart lebt ausschließlich am Meer, die Lachmöwen siedeln hingegen vorwiegend an Binnengewässern. Aus diesem Grund nehmen viele Forscher an, dass man den Namen „Lachmöwe“ auch von der „Lache“ ableiten könne, also einem kleineren Tümpel. Allerdings widerspricht diese Theorie der exakten lateinischen Bezeichnung als lachende Möwe.

Über die Lachmöwe

Die kleine Möwenart ist eher im Norden zwischen Island und Kamtschatka ansässig. Im nördlichen Mitteleuropa und damit in nördlichen Regionen Deutschlands ist sie ebenfalls zu finden. Sie brütet in den Verlandungszonen von größeren Binnengewässern und manchmal auch an Küsten. Die Regionen in Mittel- und Westeuropa sind für Lachmöwen vor allem Areale zum Überwintern. In unseren Breiten sind sie die kleinste Möwenart, ihre Expemplare werden nur 35 bis 39 cm lang. Die Flügelspannweite beträgt 86 bis maximal 99 cm.

Zu erkennen sind Lachmöwen in den Frühjahrs- und Sommermonaten an der dunklen Färbung des Kopfes im Prachtkleid und einem schmalen weißen Rand im Augenbereich, der vorn eine kleine Öffnung zeigt. Typisch ist auch der breite weiße Keil mit dunkler Einfassung auf der Oberseite der Flügel. Im Winter werden Lachmöwen etwas heller.

Junge Vögel erscheinen eher bräunlich-sandfarben. Vor allem im küstennahen Tiefland können hierzulande Lachmöwen beobachtet werden, im Wattenmeer sind sie die häufigsten Brutvögel. Das Aufkommen an der deutschen Nordseeküste schätzt man im Jahr 2020 auf rund 60.000 Exemplare. Im Binnenland treffen wir die Möwenart auch an größeren, eher langsam fließenden Flüssen an. Im Winter suchen die Lachmöwen Ackerflächen, kurzrasige Wiesen, Stadtgewässer, Häfen und auch Müllkippen und Kläranlagen auf, um dort Nahrung zu finden. Seit den 2000er Jahren sind sie sogar in Fußgängerzonen anzutreffen. Offenbar haben sie ihre Scheu vor Menschen zunehmend verloren.

Was hat das Lachen der Möwen zu bedeuten?

Es ist ein starkes kommunikatives Signal. Die Möwen informieren sich damit gegenseitig über Nahrungsangebote, Gefahren durch Raubvögel oder Menschen und möglicherweise sogar über einen Wechsel des Klimas, wie Forscher annehmen. Wie bei allen Gesängen von Vögeln gibt es auch beim Lachen von Möwen viele starke Zwiegespräche, aber auch eindeutige Signale an die ganze Kolonie. Wer beispielsweise einer anfliegenden Möwe Brot zuwirft, wird sie alsbald lachen hören, wonach sich dann ein ganzer Schwarm näher: Das Einzelexemplar hat den Artgenossen mitgeteilt, dass es hier leicht zu erlangendes Futter gibt.

Wovon lebt die Lachmöwe?

Normalerweise fischt diese Möwenart ihre Nahrung oft mühselig aus dem Wasser, fängt im Rüttel- oder Sturzflug Insekten, pickt Kleinstlebewesen aus dem Schlamm und versucht manchmal auch, anderen Vögeln (auch anderen Lachmöwen) die Nahrungsbrocken abzujagen. Zur Nahrung gehören tierische und pflanzliche Anteile. Regenwürmer und Krebstiere stampft die Lachmöwe aus dem Uferschlamm, sie findet dort auch kleine Wirbeltiere und Aas. Den Garnelenfischern folgt sie, um sich aus dem Fang Nahrung herauszupicken. An Land sucht sie nach Getreidekörnern und anderen Pflanzensamen, außerdem folgt sie den ackernden Traktoren, um die beim Pflügen freigelegten Regenwürmer zu fressen.

Im Winter hält sie sich viel auf Müllkippen auf. Eine Lachmöwe benötigt rund 170 bis 200 Gramm Nahrung pro Tag. Die Art tritt paarweise auf, Lachmöwen leben saisonal monogam mit einem Partner. Da sie ihrem Brutplatz treu bleiben, suchen sie sich im nächsten Jahr oft wieder denselben Partner. Als Zugvögel sind sie Singles. Die Kolonien umfassen zwischen zehn und tausend Paare, manchmal auch noch weniger oder mehr. Ihre Nester bauen die Möwen am oder auf dem Wasser, manchmal auch auf Baumstümpfen, Bretterflößen oder Hausdächern. Eine Kolonie baut ihre Nester dicht beieinander. Wenn sich ein Tier oder Mensch der Kolonie nähert, kann diese in ein gemeinschaftliches Lachen ausbrechen.

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