Warum Artenvielfalt wichtig ist: Ein Plädoyer (Bedeutung und Definition)

Das Thema Artenvielfalt ist wichtig, weil wir Menschen Teil des ganzen Planeten und der Umwelt sind. Nur vergessen wir das zu oft! Wir Menschen stehen nicht über oder neben der Natur, sondern sind mitten drin und Teil von ihr. Wir sind Teil der Umwelt, Teil der Natur und Teil des Klimas. Unsere Taten haben Einfluß auf die Natur, auf die Flora und auf die Fauna. Zerstören wir die Natur, verschmutzen wir die Umwelt und plündern wir Ressourcen so schaden wir direkt der Natur und später uns selbst. Ohne es zu wissen, machen wir damit den Lebensraum der Pflanzen, Tiere und von uns selbst kaputt. Auch, wenn wir es erst spät merken, dass Rücksichtslosigkeit und Gleichgültigkeit gegenüber der Natur schlecht ist und schadet, so kann diese Erkenntnis der Anfang von Veränderung sein – aber nur, wenn Taten folgen!

Mit diesem Beitrag nehme ich an der Blogparade „Mir ist das Thema Artenvielfalt wichtig, weil… #bloggenfürartenvielfalt“ von Bioland teil.

Artenvielfalt betrifft alle

Die bittere Wahrheit ist, dass Artenvielfalt erst bemerkt wird, wenn sie geringer wird und bedroht ist. Der Reichtum der Erde wird erst sichtbar, wenn er verschwindet. Wenn Insekten und Tiere aussterben oder drohen auszusterben, erst dann schrillen die Alarmglocken. Dies sind die Momente in denen die Verflechtungen von Pflanzen, Insekten, Tieren, Klima und Umwelt deutlich sichtbar werden. Was vor dem Eingriff von Menschen wie von Zauberhand miteinander funktionierte, ist nun gestört. Doch, was wie ein Ende klingt, ist ein Anfang.

Dieser Beitrag soll nicht anklagen. Doch wir Menschen sind für das Artensterben und den Rückgang der Artenvielfalt verantwortlich. Das ist eine gute und schlechte Erkenntnis. Denn wir haben in der Hand, ob es so weiter geht oder ob sich etwas bessert! Daher muss auch keine Schuldfrage gestellt, sondern es muss einfach Verantwortung übernommen werden.

Anmerkung: Der Begriff „Verantwortung“ enthält das Wort „Antwort“ und erklärt sich damit perfekt selbst. Jemand der Verantwortung übernimmt, hat eine oder mehrere Antworten auf drängende Probleme.

Artenvielfalt: Zusammenhänge verstehen

Über Jahrhunderte wurden Gebiete und Landschaften urbar gemacht, damit dort Landwirtschaft betrieben werden konnte. Wälder wurden gerodet, Wiesen wurden zu Äckern, natürlicher Lebensraum wurde zerstört und Moore trocken gelegt. Mit Dünger wuchsen Pflanzen schneller. Herbizide vernichteten nicht nur Unkraut und Insektizide töteten nicht nur Schädlinge. Wildkräuter, Bienen und andere Insekten traf es genauso. All das geschah mit guten Absichten: Das Überleben der Menschen sollte gesichert werden. Niemand sollte Hunger leiden. Und hier kommt die gute Nachricht: Wir haben das Überleben vieler Menschen gesichert. Zumindest gilt dies für Europa. Hier muss keiner Hunger leiden. Die Kosten dafür trägt die Natur. Denn der Überfluß für den Menschen wurde möglich, weil der Reichtum der Natur genommen wurde.

Die Natur lebt von der Balance. Alles baut aufeinander auf, ist von einander abhängig und eigentlich ein selbst-regulierendes System. Pflanzen wachsen vom Sonnenlicht. Insekten und Tiere ernähren sich von diesen Pflanzen. Bienen transportieren Pollen von Blume zu Blume. Vögel ernähren sich von Insekten. Das ganze System, dass hier sehr vereinfacht dargestellt ist, ist aufeinander abgestimmt. Wird nun ein Faktor, z.B. der Lebensraum der Insekten durch Ackerbau verändert und verringert, so ändert sich die Lebensgrundlage der Insekten. Sie finden nicht mehr genug Nahrung, ihre Population geht zurück. Gibt es weniger Insekten so spüren dies andere Insekten und Vögel als erstes. Vögel finden weniger Nahrung und können ihren Nachwuchs schlechter durchbringen. Das System kommt ins Wanken.

Artenvielfalt erhalten: Der Natur etwas zurückgeben (Beispiele)

Wir konnten nur an den Punkt gelangen, an dem wir der Natur etwas zurückgeben müssen, weil wir viele Bedürfnisse schon befriedigt haben. Das nächste Bedürfnis ist nun Umweltschutz, Erhalt der Artenvielfalt und Nachhaltigkeit. Es ist an der Zeit etwas der Natur zurückzugeben. Hier gibt es viele Möglichkeiten:

  • Anlegen von Bereichen in denen Pflanzen wild und unkontrolliert wachsen
  • Bienen- und Insektenfreundliche Pflanzen für den Balkon und im Garten pflanzen
  • Auf (aggressive) Herbizide und Insektizide verzichten
  • Insektenhotels aufhängen
  • Eine Totholzhecke anlegen
  • Plaste und Plastik(-verpackungen) bewusst nicht einkaufen
  • Produkte aus ökologischer Landwirtschaft einkaufen
  • Weniger Auto fahren
  • Fleischkonsum verringern und Verzicht üben

Nachhaltigkeit und Artenvielfalt fängt bei dir an!

Nachhaltigkeit und Artenvielfalt beginnt bei jedem Selbst. Wer Nachhaltigkeit fordert, muss bei sich anfangen. Denn jeder hat es selbst in der Hand, wie er/sie eingekauft, welche Fortbewegungsmittel er/sie nutzt und wie er/sie mit der Umwelt umgeht.

Für manche bedeutet das, dass sie regionales Obst kaufen, auf das Auto verzichten und lieber Fahrrad fahren. Andere verzichten auf Plastik oder pflanzen Bienenfreundliche Pflanzen auf dem Balkon. Müll wird reduziert in dem auf Einwegbecher, Plastik-Strohhalme und zusätzliche Verpackungen verzichtet wird. Einige verändern ihre Ernährungsweise. Sie verzichten auf Fleisch oder reduzieren es.

Jedes gekaufte Produkt ist eine abgegebene Stimme: Wofür stimmst du?

In jeder Wirtschaftsordnung geben wir Bürger mit unseren Einkäufen auch eine Stimme ab. Wer sehr günstiges Fleisch kauft, signalisiert damit Verkäufern und Produzenten, dass jenes Produkt gewünscht ist. (Umgekehrt gilt das gleiche bei teurem Fleisch!) Wer Produkte aus ökologischer Landwirtschaft kauft, signalisiert damit Verkäufern und Produzenten, dass jenes Produkt gewünscht ist. Die Verkäufer und Produzenten bemerken dies und können auf die Nachfrage reagieren.

Kaufen wir bewußter ein, so beeinflussen wir damit das Angebot. Hierfür braucht es Ausdauer. Denn Verkäufer und Produzenten ändern ihr Angebot nur, wenn sie Gewinne erwarten – und das ist auch vollkommen okay so! Hier braucht es eine kritische Menge, ab der es sich für Verkäufer und Produzenten lohnt.

Wie in der Natur gibt es auch hier einen Kreislauf zwischen Angebot und Nachfrage bzw. Nachfrage und Angebot. Mit bewußtem Konsum kann das Angebot gesteuert werden.

Wer also glaubt Bürger zu Konsumenten zu reduzieren, irrt. Denn jeder mündige Bürger nimmt mit seinem Einkaufverhalten Einfluß!

Artenvielfalt auch in der Sprache

Auf BedeutungOnline dreht sich alles um Sprache, Worte und ihre Bedeutung. In der (deutschen) Sprache zeigt sich auch die Artenvielfalt. Es gibt über 1.500 Bezeichnungen für Marienkäfer. Eine grobe Übersicht mit über 40 Bezeichnungen für Marienkäfer haben wir hier zusammengetragen. Dies zeigt nur, wie wichtig der Marienkäfer für die Menschen vergangener Jahrhunderte war und wie wichtig er heute noch ist. Auch bei den Begriffen für das Kerngehäuse des Apfels zeigt sich die Vielfalt. Über 60 Bezeichnungen haben wir zusammengetragen. Sie sind nur ein kleiner Ausschnitt. Bei der Bezeichnung für das Endstück vom Brot ist die Vielfalt noch größer. Über 270 Ausdrücke haben wir zusammengetragen. Weiter geht es bei den Ausdrücken für klein geschnittene Brotscheiben. All diese Begriffe und ihre Variationen zeigen ihre Bedeutung und sie stehen für Regionalität!

Zurück zur vorherigen Seite

Ein Gedanke zu „Warum Artenvielfalt wichtig ist: Ein Plädoyer (Bedeutung und Definition)“

  1. Vielen Dank für diesen schönen und reflektierten Beitrag zu unserer Blogparade! Ich hoffe, dass viele ihn lesen werden und sich einiges zu Herzen nehmen. Liebe Grüße, Susanne von Bioland

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.