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Hier findest du Worte, die in der Kategorie Sächsisch gelistet sind.

Sächsische Worte des Jahres 2018

Als sächsische Worte des Jahre 2018 wurden gewählt:

  • schönstes sächsisches Wort des Jahres 2018: Beschmuh (Betrug, Täuschung, Schwindel)
  • bedrohtestes Wort des Jahres 2018: dorwiern (quengeln, nerven)
  • beliebtestes Wort des Jahres 2018: friemeln (fummeln, montieren, basteln, etwas zusammenbringen / zusammenbasteln)

Erstmalig wurde auch das sächsische Schimpfwort des Jahres 2018 gewählt. „Diggnischl“ wurde hier gewählt. Es bedeutet so viel wie „Dickkopf“.

Folgende weitere Worte standen auch zur Wahl:

  • Bemme – Bezeichnung für eine Scheibe Brot – Mehr zum Wort Bemme erfährst du hier.
  • biddeln – spazieren gehen, einkaufen
  • Blämbe – dünner Kaffee, geschmacklose oder schlecht schmeckendes Getränk, Flüssigkeit oder Suppe
  • Gaggsch – Witz, Spaß; in anderem Kontext: Dutt
  • fähnsn – weinen
  • Mauge – keine Lust haben; in anderem Zusammenhang: Kartoffelbrei
  • ningln – quengeln, sich beschweren (Mehr zum Wort „ningeln“ findest du hier.)
  • äscha – Ablehnung im Sinne von Nein, keinesfalls
  • kaubln – tauschen

Alle Gewinner-Worte und sächsischen Worte der vergangenen Jahre (seit 2008) haben wir hier gelistet.

Sächsische Worte des Jahres 2018: Abstimmung und Jury

Bis zum 28. September konnte abgestimmt werden. Die sächsischen Worte des Jahres 2018 wurden am 3. Oktober in Dresden im Schauspielhaus vorgestellt. Außerdem wurde eine neue Kategorie „Sächsische Schimpfwörter“ 2018 erstmalig vorgestellt. Online konnte auf der Webseite der Sächsischen Zeitung abgestimmt werden: Externer Link zum Voting: hier.

Veranstaltet wird die Suche und die Abstimmung nach dem beliebtesten sächsisches Wort des Jahres 2018 von der Sächsischen Zeitung, dem MDR Sachsen und der Ilse-Bähnert-Stiftung. Über 3.000 Worte wurden eingeschickt und eine Jury wählte die obrigens 10 aus, die nun zur Wahl stehen. Teil der Jury sind unter anderem der MDR-Moderator Andeas Berger, der Dresdener Schauspieler Tom Pauls und der Chef des Kabaretts „Leipziger Lachmesse“ Frank Berger.

Sächsische Worte des Jahres 2018: Kriterien

Die Kriterien für die Worte, die zur Wahl stehen, sind:

  • Das Worte müssen ihren Ursprung in Sachsen haben oder in Sachsen verbreitet sein.
  • Die Worte müssen im Alltag der Sachsen eine Rolle spielen.
  • Gewinner Worte der vergangenen Jahre dürfen nicht noch einmal gewählt werden.

Was bedeutet ningeln / ningelig?

„Ningeln“ ist ein sächsisches Verb, dass folgende Bedeutung hat:

  • klägliches jammern / jammern
  • leises weinen
  • quengeln
  • wimmern
  • wehklagen

Kleine Kinder „ningeln“ in der Regel in einer gewissen Intensität und (gut hörbaren) Lautstärke. „Ningeln“ beinhaltet bei Babys und Kindern nicht das Aussprechen von Worten, sondern lediglich das Kundtun von Zufriedenheit oder Unwohlsein durch Geräusche wie Schreie oder Weinen.

Babys können auch ningeln.

Ningeln wird auch in folgenden Kombinationen gesagt:

  • „ningeln und schreien“
  • „ningeln und weinen“
  • „ningeln und brüllen“

Das Adjektiv zu ningeln ist: Ningelig. (Beispiel: „Dein Kind ist aber ningelig.“)

Weitere Sprachvarianten sind:

  • Ningelei, die
  • Geningel, das

Herkunft von ningeln

Auch wenn es scheint, dass „Ningeln“ vom Wort „Nörgeln“ abgeleitet ist, so ist dies falsch. Wer „ningelt“ gibt (in der Regel) Geräusche von sich, wer „nörgelt“ der spricht und artikuliert Worte. „Ningeln“ ist eine regionale (sächsische) Variante des Wortes „Wimmern“.

In Thüringen wird unter anderem „ningern“ gesagt. Es bedeutet ähnliches wie „ningeln“: nörgeln, maulen, sich beschweren. Es wird teils scherhaft verwendet.

Weiteres

Erwachsene können auch „ningeln“. Sie haben dann an allem und überall etwas auszusetzen. Sie nörgeln wegen Kleinigkeit und regen sich über alles auf. Nichts kann sie zufriedenstellen.

Für Erwachsene die ningeln gibt es eigene Begriffe:

  • Ningel-buchse – als Bezeichnung für ein weinerliches Kind oder einen weinerlichen Mensch.
  • Ningelschwein – Eine abwertende Bezeichnung für Menschen, die stets und ständig nörgeln.

Erwachsene können z.B. über die Arbeit ningeln oder wenn sie verärgert sind.

Im Zusammenhang mit Erwachsenen und ningeln, bedeutet „ningeln“ auch: weinerliches reden. Es wird damit teils auch mit „nuscheln“ übersetzt.

„Ningeln Stuben“ ist ein Restaurant in Hilchenbach in Nordrhein-Westfalen.

Weitere bekannte sächsische Worte: Hitsche, muddln, Humini, Oorschwerbleede, Sgladschdglei

Sächsisches Wort des Jahres (2008 bis heute)

Das sächsisches Wort des Jahres wird seit 2008 jährlich in drei Kategorien gewählt. Zur Auswahl stehen: schönstes Wort des Jahres, bedrohtestes Wort des Jahres und beliebtestes Wort des Jahres. Gekürt wird das Wort jedes Jahr am 3. Oktober (Tag der deutschen Einheit) im Dresdner Schauspielhaus. Im Frühjahr eines Jahres können Vorschläge eingereicht werden.

Die Wahl und Kür der sächsischen Worte eines Jahres wurde von der Ilse-Bähnert-Stiftung geschaffen und in Zusammenarbeit mit der germanistischen Fakultät der Technischen Universität Dresden veranstaltet. Teil der Jury sind unter anderem der Schauspieler Tom Pauls, der Journalist Peter Ufer und der MDR-Moderator Andreas Berger.

Ziel der sächsischen Worte des Jahres ist es, aussterbende sächsische Worte zu retten, die sächsische Sprache zu pflegen und ihren Erhalt als einen wichtigen deutschen Dialekt zufördern.

Mehrere zehntausend Worte werden der Jury jedes Jahr eingesendet.

Sächsisches Wort des Jahres 2008

  • Schönstes Wort: muddln (etwas langsam und ziellos verrichten)
  • Bedrohtestes Wort: lawede (brüchig, marode, instabil, (aber nicht kaputt!))
  • Beliebtestes Wort: nu (sächsische Bestätigung; vergleichbar mit „ja“)

Sächsisches Wort des Jahres 2009

  • Schönstes Wort: färdsch (sächsisch für „Fertig“)
  • Bedrohtestes Wort: Asch (Gefäß, Behälter, Schüssel, Waschschüssel; teils auch aus Ton)
  • Beliebtestes Wort: fischelant (lebhaft, geschäftig, clever, auf Zack – leitet sich vom französischen „vigilant“ ab, was „wachsam“ bedeutet)

Sächsisches Wort des Jahres 2010

  • Schönstes Wort: bäbbeln (Fußball spielen; mit einem Ball spielen; einfach so kicken)
  • Bedrohtestes Wort: dschidschoriengrien (verschiedene Grüntöne, die undefinierbar sind; auch kräftiges grün)
  • Beliebtestes Wort: Hornzsche (ärmliche Behausung, teils auch verwahrlost. Baufälliges Haus, schlechte Wohnung oder auch schmutziges Bett.)

Sächsisches Wort des Jahres 2011

  • Schönstes Wort: bomforzionös (großartig, hervorragend; leitet sich vom französischen „bonne force“ ab, was „hervorragend“ bedeutet)
  • Bedrohtestes Wort: Haderlump (sächsisch für: Schelm, Landstreicher, Schlingel, Taugenichts)
  • Beliebtestes Wort: katschn (auch gadschn; laut kauen, so dass die Kaugeräusche gut hörbar sind)

Sächsisches Wort des Jahres 2012

  • Schönstes Wort: plumbn (starker Regen, sich betrinken oder Wasser mit einer Pumpe fördern)
  • Bedrohtestes Wort: Renfdl (Anfangs- oder Endstück vom Brot; Brotkante)
  • Beliebtestes Wort: didschn (etwas eintauchen / tunken, um es aufzuweichen oder damit es sich voll saugt – z.B. Keks in den Milch, Brot in den Kaffee)

Sächsisches Wort des Jahres 2013

  • Schönstes Wort: forhohnebibln (jemanden veralbern, verarschen, verspotten)
  • Bedrohtestes Wort: schnorbslich (köstlich; Geräusch, dass beim Kauen harter Lebensmittel entsteht; wie z.B. Nüsse, Mohrrüben, Gemüse)
  • Beliebtestes Wort: Hitsche (sächsisches Wort für Fußbank)

Sächsisches Wort des Jahres 2014

  • Schönstes Wort: Däschdlmäschdl (Techtelmächtel, Liebschaft)
  • Bedrohtestes Wort: forblembern (Geld oder Zeit verschwenden/vergeuden)
  • Beliebtestes Wort: Gelumbe (Kram, Zeug, etwas Nutzloses, nutzlose Dinge)

Sächsisches Wort des Jahres 2015

  • Schönstes Wort: Dämmse (Große drückende Hitze und Schwüle)
  • Bedrohtestes Wort: Eiforbibbsch (Sächsischer Ausruf des Erstaunens)
  • Beliebtestes Wort: Blaadsch (Unbeholfener / ungeschickter Mensch)

Sächsisches Wort des Jahres 2016

  • Schönstes Wort: Bibbus (kleines Ding, stiftähnlich)
  • Bedrohtestes Wort: Mäffdl (kleines klappriges altes Auto)
  • Beliebtestes Wort: diggschn (Schmollen, beleidgt sind, eingeschnappt sein)

Sächsisches Wort des Jahres 2017

  • Schönstes Wort: Schmieche (sächsische Bezeichnung für einen Zollstock)
  • Bedrohtestes Wort: Reformande (eine Strafpredigt, Zurechtweisung, Verweis)
  • Beliebtestes Wort: andadschn (sächsische Variante des Wortes „antatschen“. Bedeutet: anfassen, berühren

2017 saß die Leipziger Kabarettistin Elisabeth Hart mit in der Jury.

Sächsisches Wort des Jahres 2018

  • Schönstes Wort: Beschmuh (bedeutet: Betrug, Täuschung, Schummelei, Schwindel)
  • Bedrohtestes Wort: dorwiern (quengeln, nerven)
  • Beliebtestes Wort: friemeln (fummeln, etwas basteln, etwas miteinander verbinden)

Erstmalig wurde 2018 auch das sächsisches Schimpfwort des Jahres gewählt. Gewonnen hat: Diggnischl. Es ist die sächsische Version von Dickkopf.

Unteren Beitrag zum sächsischen Wort des Jahres 2018 findest du hier.

Was bedeutet „Hitsche“?

„Hitsche“ ist ein im sächsischen und ostmitteldeutschen Sprachraum gebräuchlicher Ausdruck für eine Fußbank, einen Fußstuhl, kleinen Hocker oder einen Schemel. Eine Hitsche dient als Fußbank mit einer Stehfläche, um Hochgelegenes zu erreichen und als Ablagemöglichkeit für die Beine.

Die Hitsche dient zur Selbsterhöhung und ist ein Gegenstand, der im sächsischen Alltag nicht wegzudenken ist. Durch seine Leichtigkeit kann die Hitsche überall mit hingenommen werden. Sie kommt zum Einsatz, wenn jemand etwas Hohes erreichen möchte.

Hitsche kann auch einen kleinen Schlitten bezeichnen. Auf schlesisch wird der Begriff „Ritsche“ verwendet. Im Erzgebirge wird „Hitsch“ gesagt. (Ohne „e“) Der Ausdruck „Hitsche“ ist auch als „Hütsche“, „Hidsche“ oder „Hutsche“ bekannt.

Käsehitsche

In Sachsen ist auch der Ausdruck „Käsehitsche“ bzw. „Gäsehitsche“ verbreitet. Damit wird ein Schlitten oder kleines/winziges Auto / Fahrzeug bezeichnet. (Gäse = Käse)

Vergleichbar wäre der Ausdruck „Käsedose“ als Bezeichnung für ein kleines Auto.

Sächsische Wort des Jahres 2013

„Hitsche“ wurden zum beliebtesten sächsischen Wort des Jahres 2013 gewählt. Als schönstes Wort wurde „forhohnebibln“ gewählt und als bedrohtestes Wort „schnorbslich„.

Wortherkunft: Wo kommt „Hitsche“ her?

Das Wort „Hitsche“ und seine Varianten leiteten sich vom Verb „hutschen“ ab. „Hutschen“ bedeutet: auf dem Boden kriechen oder rutschen.

Hitschen-Race

„Hitschen-Race“ ist eine Sommer-Veranstaltung in Annaberg-Buchholz. Bei diesem Rennen geht es darum, dass Teilnehmer in selbstgebauten Booten und auf selbstgebauten Flößen am schnellsten über einen Teich rudern.

Eine Winter-Veranstaltung in Annaberg-Buchholz heißt auch „Hitschen-Race“. Hierbei geht es darum dass die um die Wette in selbstgebauten Schlitten einen Berg herunterfahren bzw. rodeln.

Weiteres zum Ausdruck „Hitsche“

„Schnongs auf Hitsche“ war eine Ausstellung in Merseburg. „Schnongs“ ist hallisch und bedeutet: Bonbons. Mehr zu Schnongs: hier.

Wer auf Amazon nach „Hitsche“ sucht, dem werden Fußbänke angeboten.

Was bedeutet „Bippus“? Was bedeutet „Nupsi“?

Die Ausdrücke „Bippus“ und „Nupsi“ sind in Sachsen verbreitet.

Was bedeutet „Bippus“?

Der sächsische Ausdruck „Bippus“ bezeichnet ein kleines hervorstehendes Teil, dass meist nur mit den Fingerkuppen gegriffen oder einem Finger gedrückt werden kann. Daher kann z.B. ein Synonym für Bippus „Nippel“ oder „Nope“ sein.

Ein Bippus ist z.B. eine Nase an der Tapete oder an einem Bauteil. Ein Bippus hat meist eine zylindrische Form, kann aber auch eckig sein.

Der Ausdruck „Bippus“ wird auch verwendet, wenn ein Teil unbeschreibar bzw. undefinierbar ist. Mit „Bippus“ erhält dieses Teil eine Bezeichnung.

Bippus wird teils „Pippus“ geschrieben. Ein Bippus wird in anderen Regionen in Deutschland auch „Pinökel“ genannt.

Der Plural von Bippus ist „Bippusse“.

Was bedeutet „Nupsi“?

Wer einen Bippus kennt, weiß meist auch was ein Nupsi ist. Als Nupsi werden kleine Bauteile oder Kleinteile bezeichnet. Es wird als allgemeiner Ausdruck für kleine hervorstehende Teile und Ausbeulungen verwendet, deren Name unbekannt ist. So wird z.B. von „Metall-Nupsis“ geredet.

Der Ausdruck „Nupsi“ wird verwendet, wenn der Name für ein kleines Teil unbekannt ist und dient als Bezeichnung dafür.

Ein „Nupsi“ soll noch kleiner als ein Bippus sein.

Für „Nupsi“ existiert keine allgemein festgelegte Schreibweise, was dazu führt, dass es viele verschiedene Schreibweisen gibt. Nachfolgend

Die Mehrzahl lautet: Nupsis, Nuppsis, Nuppsies

Varianten: Nuppsie, Nupsie, Nuppsi, Nubsi, Nupsel, Nubsel

Ein weiterer Begriff für kleine namenlose Dinge ist Pinöckel. Pinöckel wird in anderen Regionen in Deutschland gesagt.

Beispiel:

  • „Drügg uff den Bippus.“
  • „Drück auf den Nuppsi!“

Weitere Bedeutung von Bippus und Nuppsi

„Bippus“ ist eine Stadt in den Vereinigten Staaten von Amerika im Bundesstaat Indiana.

„Bippus“ ist Nachname.

„Nuppsi – Plantão Psicológico“ ist eine Einrichtung in Brasilien in Bahia.

Was bedeutet „Schmieche“?

Schmieche ist ein sächsischer Ausdruck für einen Zollstock bzw. einen Gliedermaßstab oder Meterstab.

Herkunft: Wo das Wort „Schmieche“ herkommt

Eine Schmieche ist ein zusammenklappbares Messgerät zum Bestimmen von Längen. Es ist meist nicht länger als zwei Meter.

Der Ausdruck „Schmieche“ leitet sich vom Verb „schmiegen“ ab. „Schmiegen“ bedeutet „etwas eng andrücken/anlegen“. Mit dem Wort „schmiegen“ ist gemeint, dass sich jemand oder ein Tier sehr nah an den Körper eines anderen legt. Es bedeutet auch, dass etwas parallel verläuft oder den Konturen gefolgt wird. (Eine Katze schmiegt sich zum Beispiel an.) Das ist – im übertragenen Sinne – genau das, was passiert, wenn Zollstock benutzt wird. Dieser wird eng an den zu messenden Gegenstand angelegt, um möglichst genau abzumessen.

Das Adjektiv zu „schmiegen“ ist „schmiegsam“.

Welchen Artikel das Wort „Schmieche“ trägt, ist nicht geklärt. Je nach Sprecher wird entweder „Die Schmieche“ oder „Der Schmieche“ gesagt.

Schmieche wird auch als „Schmiech“ oder „Schmiege“ bezeichnet. (Obwohl eine Schmiege ein ganz eigenes Werkzeug ist.)

Schmieche – nicht Schmiege

Die Schmieche sollte aber nicht mit der Schmiege verwechselt werden! Die Schmiege ist ein Werkzeug, um Winkel auf Werkstücke zu übertragen. Sie besteht aus einem Schenkel und einer verstellbaren Zunge. Ein bestimmter Winkel lässt sich durch die Feststellschraube fixieren.

Weiteres zu Schmieche

2017 wurde das Wort „Schmieche“ zum schönsten Wort des Jahres bei der Wahl zum sächsischen Wort des Jahres gewählt. Weitere bekannte sächsische Worte: Bibbus, Modschegiebchen

Verbreitung des Ausdrucks Schmieche

Das Tool „Google Trends“ erlaubt Einblicke in Suchnachfragen nach bestimmten Worten seit 2004. Wir haben das Wort „Schmieche“ überprüft.

„Schmieche“ ist – wie zu erwarten – stark in Sachsen verbreitet, wird aber teils in Bayern auch im Internet gesucht. Dies liegt wohl daran, dass es eine Gemeinde im Bezirk Schwaben mit dem Namen „Schmiechen“ gibt und die bayerischen Suchanfragen durch einen Tippfehler entstehen. (Das „n“ wird vermutlich weggelassen.)

Was bedeutet „Däschdlmäschdl“?

Sächsische Variante des umgangssprachlichen Ausdruck für eine heimliche Liebschaft oder Affäre: Techtelmechtel.

An „Techtelmechtel“ zeigt sich gut die sächsische Grammatik: „t“ wird zu „d“; „ch“ wird „sch“ und „e“ werden ausgelassen, damit der charakteristische sächsische Singsang entsteht.

Das Wort „Techtelmechtel“ stammt aus dem österreichischen Sprachraum und wanderte im 19. Jahrhundert nach Süddeutschland ein. In Österreich wird außerdem „Gspusi“ gesagt.

Was bedeutet „muddln“, „muddeln“ und „rummuddeln“?

Sächsisch: Wenn jemand „muddelt“, so verschwendet bzw. vergeudet er seine Zeit, mit planlosem Herumwerkeln, ziellosem Arbeiten und orientierungslosen Suchen. „Muddeln“ bedeutet auch, dass eine Arbeit liederlich, also unsauber, erledigt wird bzw. wurde. Ebenso wird „gemuddelt“, wenn jemand langsam arbeitet und seine Tätigkeit belanglos verrichtet.

„Muddeln“ sorgt dafür, dass Zeit unnötig verschwendet wird. Muddeln kann auch als aktives nichts-tun oder aktives nichts-zustande bringen bezeichnet werden.

„Muddln“ wurde zum schönstes Wort des Jahres 2008 bei der Wahl zum sächsischen Wort des Jahres gewählt.

Ein Synonym für muddeln ist: trödeln.

Herkunft „Muddeln“

Die genaue Herkunft des Ausdrucks „muddeln“ ist nicht genau geklärt. Jedoch wird vermutet, dass es sich von „Mutter“ bzw. „Muddi“ ableitet. Es kann damit gemeint sein, dass Mütter emsig arbeiten und oft beschäftigt sind, ohne dass das Ergebnis sofort allen Beteiligten klar ist.

Auch könnte „muddeln“ vom niederdeutschen „Modder“ abstammen. „Modder“ ist ein Dialektwort für Schlamm oder Matsch. Es wird auch gesagt „Modder nicht so rum.“

Beispiele:

  • „Muddel da jetzt nicht rum. Wir müssen los.“
  • „Ich habe heute zu Hause nur rumgemuddelt. Das war auch mal schön.“

Weitere Bedeutung von muddeln

Muddeln = Norddeutsch für „wühlen“

Im norddeutschen Sprachraum bezeichnet das Wort „muddeln“, dass Spielen und wühlen im Schlamm, wie es bei Schweinen bzw. Wildschweinen beobachtet werden kann. Was Norddeutsche „muddeln“ nennen, ist auch unter dem Begriff „suhlen“ bekannt. Das Wort „muddeln“ könnte sich vom englischen Wort für Schlamm „mud“ ableiten. Das ist aber nicht bestätigt.

Muddeln = Barkeeper-Sprache für „zerstoßen“

Barkeeper, Bartender und Cocktailmixer kennen das das englische Wort „muddling“.  „Muddling“ bedeutet, dass etwas zerstoßen oder zerdrückt wird. Dafür wird das Verb „muddeln“ verwendet. Der Ausdruck „Muddling“ ist auch verwandt mit dem englischen Wort für Stößel: Muddler.

Äggsbärde

„Äggsbärde“ ist eine sächische Variante des hochdeutschen Wortes „Experte“.

Ein „Äggsbärde“ ist sachkundig im sächsischen Dialekt, kennt die Grammatik und weiß, um die unterschiedlichen Weisen Worte auszusprechen. Er weiß auch, dass das Sächsische nicht so einheitlich ist, wie es scheint. Es gibt nämlich 5 Sprachräume.

Ein „Äggsbärde“ ist ein Fachmann oder eine Fachfrau für das Sächsische. Er weiß, um das sächsische Wort des Jahres und kann stets Rat geben, falls es mal nicht so leicht fällt mit dem Sächsischen.

Ebenso weiß ein „Äggsbärde“ wie die Sachsen ticken und welche Worte sie so erschaffen haben. Er sagt nicht Zollstock, sondern Schmieche. Sachsen kennen den Nischel und natürlich das Mutschekiepchen. Sie streiten sich auch immer wieder über die Schreibweise vom Wort „Mutschekiepchen“.

„Äggsbärden“ können sächsisch

Das Wort „Äggsbärde“ ist charakteristisch für den sächsischen Dialekt. Denn das „t“ wird durch den Buchstaben „d“ ersetzt. Das „x“ im Wort „Experte“ klingt ähnlich wie „chs“ und wird durch zwei „g“ ersetzt. Das „p“ wird ein „b“ ersetzt und das „E“ wird einfach durch ein „Ä“ ersetzt. Geboren ist der Äggsbärde.

Weitere sächsische Worte:

Weiteres zu Äggsbärde

Der Ausdruck „Äggsbärde“ wird auf viele verschiedene Bekleidungsgegenstände gedruckt. Diese sind im Internet käuflich erwerbbar. Unter anderem sind:

  • Basecaps
  • Becher / Tassen
  • Biergläser
  • Bleistifte
  • Grilschürzen / Kochschürzten
  • Fasertrücher
  • Figuren / Männer
  • Frühstücksberettchen
  • Kaffee
  • Langarmshirts
  • Liegestühle
  • Mangete
  • Mäppchen
  • Postkarten
  • Smartphone-Hüllen
  • Stoffbeutel
  • Strohhüte
  • Taschen
  • T-Shirts
  • Tücher / Badetücher / Strandtücher
  • Untersetzer

Übrigens: Das Wort „Experte“ bzw. „Äggsbärde“ ist rechtlich nicht geschützt. Deswegen sollte bei selbsternannten Experten, dass Fachwissen immer mit einigen Fragen überprüft werden.

Was bedeutet „bäbbeln“? (sächsisch)

„Bäbbeln“ oder „bäbbeln gehn“ ist der sächsische Ausdruck für „Fußballspielen“ oder „Kicken“. Die Herkunft des Wortes ist unbekannt.

Was ist bäbbeln genau?

Der Sachse bäbbelt in seiner Freizeit. Damit ist das Kicken bzw. das Spielen mit einem Fußball gemeint, welches nicht auf einer professionellen Ebene stattfindet. Auch muss bäbbeln nicht auf einem Fußballplatz stattfinden, sondern kann auf einem Hof, Hinterhof oder einer freien Fläche sein. Mit „bäbbeln“ ist eben das freie Spiel einfach zum Spaß gemeint, bei dem mehrere Menschen sich einen Ball hin und her schießen.

„Bäbbeln“ wurde zum sächsischen Wort des Jahres 2010 gewählt. Zum  bedrohtesten Wort wurde „dschidschoriengrien“ gewählt und zum beliebtesten Wort „Hornzsche“.

Der Ausdruck „Bäbbeln“ wird auch teils mit „e“ statt „ä“ und ohne „e“ in der letzten Silbe geschrieben: bebbln. Eine weitere „Bäbbeln“-Variante ist: „Bäbbln“.

Synonym bzw. ähnlich mit dem Ausdruck „bäbbeln“ sind folgende Begriffe: bolzen, buffen

Weiteres zu bäbbeln

Der Ausdruck „bäbbeln“ oder die Frage „bäbbeln gehen?“ wird im Internet als T-Shirt-Aufdruck verkauft. So z.B. auf Spreadshirt oder Editionsz.de (SZ bedeutet hier: Sächsische Zeitung)

Der SV Dessau 05 veröffentlicht am 19. April 2016 einen Beitrag auf ihrer Homepage mit folgenden Titel: „Bambini bäbbeln im Schillerpark!“ (Der Titel bedeutet: „Kinder-Fußball im Schillerpark“) – Externer Link zum Beitrag auf svdessau05.de: hier.

Beispiel:

  • „Gehn mor bäbbeln?“
  • „Nich ma rischdisch bäbbeln gönn die!“
  • „Hier wird ni gebäbbeld.“

Weitere sächsische Begriffe:

Anmerkungen

„Bäbbeln“ hat nichts mit den Worten „brabbeln“ (undeutlich reden) oder „babbeln“ (hessisch für sprechen) zu tun und sollte unbedingt von diesen unterschieden werden. Der Kontext entscheidet hier über die Bedeutung. Auch kennt die kölsche Mundart den Ausdruck „Bäbbel“ oder „Bäbbele“, was Mund bedeutet.