Hier findest du Worte, die in der Kategorie Politik gelistet sind.

Was ist asymmetrische Wahlkampfführung / Wahlkampf? Bedeutung, Erklärung, Definition

Als „asymmetrische Wahlkampfführung“ bzw. „asymmetrischer Wahlkampf“ wird ein ungleicher Wahlkampf bezeichnet, bei welchem Wahlkampfteilnehmer anderen Teilnehmern technologisch und medial überlegen sind. Dies bedeutet, dass die technologisch und medial überlegenen Wahlkampfteilnehmer über Kompetenzen, Fähigkeiten, Wissen, Einfluss oder Reichweite verfügen, welche den unterlegenen Wahlkampfteilnehmern fehlen. Das hat zur Folge, dass die überlegenen Wahlkampfteilnehmer Menschen erreichen und Meinungen beeinflussen können, was den unterlegenen Wahlkampfteilnehmern kaum bis gar nicht möglich ist.

Europawahl 2019, Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK), Rezo: Was wirklich „asymmetrische Wahlkampfführung“ ist

Nach der Europawahl 2019 beklagte die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer (abgekürzt: AKK) die „asymmetrische Wahlkampfführung“ im Internet. Dies tat sie im Hinblick auf die Verluste der CDU bei der Europawahl (-7,4 Prozent auf 28,9 Prozent), das Rezo-Video „Die Zerstörung der CDU“, die Reaktionen der CDU auf das Video und den Aufruf von 70 YouTubern nicht die CDU, nicht CSU, nicht die SPD und nicht die AfD zu wählen. Außerdem wurde das Thema „Asymmetrische Wahlkampfführung“ als dritter Tagesordnungspunkt der CDU-Klausur am 2. Juni 2019 festgelegt.

In einer Stellungnahme nach der Europwahl 2019 sagte Annegret Kramp-Karrenbauer, dass sie sich frage, was in Deutschland los wäre, wenn 70 Zeitungsredaktionen einen Aufruf machen würde, nicht CDU zu wählen.

Im Hinblick auf die Wahlkampfteilnahme der YouTuber, ihre Netzkampagne, die Kritik an der CDU und ihre Empfehlung die CDU nicht zu wählen, bedeutet asymmetrische Wahlkampfführung, dass Influencer und YouTuber im Internet („Neuland„) mit ihrer Reichweite viele Menschen erreichen und so Wahlen beeinflussen können. Die Influencer und YouTuber nutzen erfolgreich Plattformen wie Facebook, Instagram, Twitter und YouTube, um Menschen zu erreichen. Sie haben die Mechaniken und Algorithmen dieser Plattformen verstanden, um Aufmerksamkeit zu erhalten und Reichweite aufzubauen. Hier ist im Nachteil, wer a) die Plattformen nicht nutzt oder b) nicht verstanden hat, wie die Plattformen erfolgreich genutzt werden können.

Anzumerken ist, dass die Influencer und YouTuber ihre Neutralität und Überparteilichkeit waren, in dem sie keine Partei empfehlen, sondern empfehlen, welche Parteien nicht gewählt werden sollten. (Im Sinne des Begriffs bedeutet „Parteilichkeit“, dass jemand sich für eine Partei engagiert. „Überparteilichkeit“ bedeutet, dass jemand unabhängig von Parteien ist und über den Parteien steht.)

Woher kommt der Ausdruck „asymmetrische Wahlkampfführung / Wahlkampf“? Herkunft, Bedeutung

Der Begriff „asymmetrische Wahlkampfführung“ bzw. „asymmetrischer Wahlkampf“ leitet sich vom Ausdruck „asymmetrische Kriegführung“ bzw. „asymmetrischer Krieg“ ab.

Als „asymmetrischer Krieg“ wird ein Krieg zwischen zwei ungleichen Parteien bezeichnet. Sie unterscheiden sich stark durch die verwendeten Waffen, die Zahl der Waffen, die Waffentechnologie, ihre Strategie, ihre Mannstärke und den Einsätz der Streitkräfte. Dies führt dazu, dass die überlegene Partei, die unterlegene Partei stark dominiert.

Der Ausdruck „asymmetrische Wahlkampfführung“ erinnert stark an den Ausdruck „asymmetrische Demobilisierung„. Der SPD-Spitzenkandidat für die Bundestagswahl 2017, Martin Schulz, warf Angela Merkel vor, dass sie eine Strategie der „asymmetrische Demobilisierung“ betreibe. Damit meinte er, dass die CDU unter der Führung Angela Merkel Themen des politischen Gegners aufgreife und umsetze. Dies führt dazu, dass die Forderungen erfüllt werden und die Gründe wegfallen jene Parteien zu wählen. Mehr über die „Asymmetrische Demobilisierung“ hier.

Was sind Letztwähler? Was sind Erstwähler? Bedeutung, Definiton

„Letztwähler“ ist eine scherzhafte Bezeichnung für Menschen für die die nächste Wahl vermutlich die letzte sein wird.

„Letztwähler“ ist das Gegenwort zu „Erstwähler“. Denn während Erstwähler erst wählen dürfen, wenn sie ein gesetzlich festgelegtes Mindestalter erreicht haben, so dürfen Letztwähler so lange wählen wie sie dazu fähig sind und es ihnen erlaubt ist.

„Letztwähler“ ist eine von jungen Menschen verwendete scherzhafte bis abwertende Bezeichnung für alte bis sehr alte Menschen. Die Bezeichnung „Letztwähler“ impliziert, dass die Letztwähler sich nicht mehr um die Zukunft und Zukunftsthemen sorgen und deswegen wählen, was bzw. wen sie schon immer gewählt haben. Dies gefällt jungen Menschen nicht, da sie annehmen das Letztwähler jene Parteien wählen, die für den aktuellen Zustand verantwortlich sind. Deswegen wünschensich junge Menschen, dass andere Parteien die Verantwortung für das Land übernehmen. Dies spiegelt sich in ihrem Wahlverhalten wieder.

Wahl-Zielgruppen: Erstwähler, Jungwähler, Letztwähler, Altwähler, Nichtwähler und andere

Eine andere Bezeichnung für Letztwähler ist Altwähler. In diesem Sinne können Erstwähler auch als Neuwähler oder Jungwähler bezeichnet werden.

Jedoch sind die Begirffe Erstwähler und Letztwähler genauer. Denn Erstwähler sind nur genau bei der ersten Wahl Erstwähler, danach sind sie „Jungwähler“. Sie bleiben solange „Jungwähler“ wie sie als junge Menschen gelten. Für Letztwähler gilt analog das gleiche. Sie sind Letztwähler, wenn sie das letzte Mal an einer Wahl teilnehmen. Nehmen alte Menschen an weiteren Wahlen teil, so sind sie technisch gesehen Altwähler.

„Letztwähler“ sind eine Zielgruppe, die anhand ihres Alters festgelegt wird.

Weitere Zielgruppen sind:

  • Linkswähler (Wähler von Parteien mit linken Ideen und linken politischen Vorstellungen.)
  • Rechtswähler (Wähler von Parteien mit rechten Ideen und rechten politischen Vorstellungen.)
  • Nichtwähler (Wähler, die nicht wählen gehen.)

Was sind Erstwähler? Bedeutung

Als Erstwähler werden Menschen bezeichnet, die zum ersten Mal bei einer Wahl wählen dürfen. Durch das Erreichen eines gesetzlich festgelegten Mindestalters erhalten Erstwähler das aktive Wahlrecht und können wählen gehen. Dafür ist notwendig, dass Erstwähler das gesetzlich festgelegte Mindestalter vor dem Wahltermin erreicht haben.

Für alle Wahlen gilt, dass nur jemand das aktive Wahlrecht erhält, wenn die Person folgendes erfüllt:

  • gesetzliche Mindestalter ist vollendet
  • deutsche Staatsbürgerschaft (Für Europawahl gilt: Deutsche Staatsbürgerschaft oder Staatsbürgerschaft eines anderen EU-Landes)
  • seit 3 Monaten den Hauptwohnsitz in der Stadt/Region/Land, wo gewählt wird
  • nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen

Folgende Mindestalter für das aktive Wahlrecht gelten (ab wann)

Kommunalwahl ab 16 Jahren gilt in den folgenden Bundesländern:

Baden-Württemberg, Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen

Bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg erhalten alle ab 16jährigen das aktive Wahlrecht.

Für die Wahl der Bezirksverordnetenversammlung in Berlin erhalten alle ab 16jährigen das aktive Wahlrecht.

Kommunalwahl ab 18 Jahren gilt in folgenden Bundesländern:

Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen

Landtagswahl ab 16 Jahren gilt in folgenden Bundesländern:

Brandenburg, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein

Landtagswahl ab 18 Jahren gilt in folgenden Bundesländern:

Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen

Bundestagswahl ab 18 Jahren

Für die Bundestagswahl erhält jemand das aktive Wahlrecht, wenn die Person vor dem Wahltermin volljährig (18 Jahre alt) ist, die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, seit mindestens drei Monaten ihren Hauptwohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland hat und nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen ist.

Die erste Bundestagswahl an der Volljährige bzw. ab 18 Jährige teilnehmen durften, war die Bundestagswahl 1972. Um an den vorher durchgeführten Bundestagswahlen teilnehmen, musste eine wahlberechtigte Person mindestens 21 Jahre alt sein. (1970 wurde das Wahlalter für das aktive Wahlrecht von 21 Jahren auf 18 Jahre gesenkt.)

Europawahl ab 16 Jahren

In Österreich und Malta erhalten Jugendliche das aktive Wahlrecht, wenn sie vor dem Wahltermin mindestens 16 Jahre alt sind. In den anderen EU-Ländern sind alle wahlberechtigt, die mindestens 18 Jahre alt sind.

Europawahl ab 18 Jahren

Für die Europawahl gilt, dass jemand das aktive Wahlrecht erhält, wenn die Person mindestens 18 Jahre alt ist.

Das Wahlrecht ab 18 Jahren gilt in:

Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Niederlande, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn und Zypern

Betriebsratswahl ab 18 Jahren

Für Betriebsratswahlen gilt, dass eine Person mindestens 18 Jahre alt sein und folgende Bedingungen erfüllen muss: Sie muss Arbeitnehmer sein und dem Betrieb angehören in dem gewählt wird.

Unterschied: aktives und passives Wahlrecht

Wer über das aktive Wahlrecht verfügt, darf bei einer Wahl wählen.

Das passive Wahlrecht bedeutet, dass jemand bei einer Wahl antreten und sich damit als Kandidat aufstellen darf.

Verfassungsschutz und AfD: Was bedeutet Prüffall? Bedeutung, Definition

Am 15. Januar wurde die AfD und die AfD-Jugendorganisation Junge Alternative (JA) bundesweit zum Prüffall des Verfassungsschutzes erklärt. Was ist mit „Prüffall“ genau gemeint und welche Folgen hat das?

Wann wird eine Organisation zum Verfassungsschutz-Prüffall erklärt?

Zum Prüffall werden Organisationen erklärt, die nicht eindeutig extremistisch sind und bei denen es Anhaltspunkte auf verfassungsfeindliche oder extremistische Bestrebungen gibt.

Extremistische Bestrebungen sind unter anderem: Aktivitäten, die das Ziel haben, Grundwerte der freiheitlichen Demokratie zu beseitigen oder die verfassungsmäßige Ordnung anzugreifen. (Laut Verfassungsschutz zählt das Lesen von etwaiger Literatur oder das öffentliche Kritisieren der Regierung nicht dazu.)

Anmerkung der Redaktion: Die Ausdrücke „verfassungsfeindlich“ und „extremistisch“ werden vom Verfassungsschutz synonym gebraucht.

Verfassungsschutz: Welche Folgen hat ein Prüffall? Was ist erlaubt? Bedeutung

Die Einordnung als „Prüffall“ ist keine Entscheidung darüber, ob eine Beobachtung durch den Verfassungsschutz stattfindet oder nicht stattfindet. Der Verfassungsschutz will nun prüfen, ob es Gründe und Anlässe für eine Beobachtung der AfD durch den Verfassungsschutz gibt. (Bevor eine Organisation als „Beobachtungsobjekt“ eingestuft wird, wird sie als „Verdachtsfall“ eingestuft.)

Der Verfassungsschutz überprüft nun auch Verbindungen der AfD zur Identitären Bewegung. Die Identitäre Bewegung wird seit 2016 als Verdachtsfall geführt. Außerdem überprüft der Verfassungsschutz öffentlich-bekannte Verbindungen von AfD-Funktionären zu Identitären und Rechtsextremen.

Ein Prüffall ist die Vorstufe zum Verdachtsfall.

AfD-Prüffall: Was macht der Verfassungsschutz jetzt?

Bei einem Prüffall werden keine V-Leute eingesetzt. Nachrichtendienstliche Mittel werden nicht eingesetzt und eine Beobachtung der Kommunikation findet nicht statt.

Bei einem Prüffall setzt der Verfassungsschutz folgende Mittel ein: Öffentlich zugängliche Quellen wie: Internet(-auftritte), Parteiprogramme, Flugblätter, Webseiten, Zeitungen, Soziale Medien, usw.

Eine Überwachung der Telekommunikation ist nur möglich, wenn eine unabhängige Komission dies erlaubt und für notwendig und zulässig hält. Dafür braucht es Anhaltspunkte auf schwerwiegende Straftaten wie z.B. die Bildung einer terroristischen Vereinigung.

Verfassungsschutz-Situation der AfD:

Seit September 2018 ist der AfD-Landesverband Thüringen ein Prüffall des Thüringer Landesamt für Verfassungsschutz.

Die rechtsnationale Vereinigung „Der Flügel“ und die AfD-Jugendorganisation Junge Alternative (JA) sind als Verdachtsfälle eingestuft. Regionale Gruppe der Jungen Alternative in Baden-Württemberg, Bremen und Niedersachen werden bereits von lokalen Landesämtern für Verfassungsschutz beobachtet.

Verfassungsschutz: Was ist ein Verdachtsfall? Bedeutung

Erst, wenn eine Organisation zum „Verdachtsfall“ erklärt wird, ist der Einsatz von Beobachtungsmitteln eingeschränkt möglich: Observationen sind möglich und behördliche Informationen können eingeholt werden. V-Leute und Überwachung der Telekommunikation finden bei einem Verdachtsfall nicht statt.

Erst wenn eine Organisation als „Beobachtungsobjekt“ eingestuft wird, werden V-Leute eingesetzt und die Kommunikation überwacht.

Was ist das Grundeinkommensjahr? Bedeutung und Definition

Die Idee des „Grundeinkommensjahr“ stellte der SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil am 7. November 2018 vor. Er bezeichnete das „Grundeinkommensjahr“ als „Grundeinkommen light“. Ein generelles Grundeinkommen lehnte Klingbeil ab.

Das Grundeinkommensjahr sollen sich Arbeitnehmer nach folgenden Regeln erarbeiten:

  • Mit jedem Arbeitsjahr erhält der Arbeitnehmer Anspruch auf einen Monat bezahlte Auszeit.
  • Ein Arbeitnehmer kann frühstens nach 6 Jahren das erste mal in 6 Monate  Grundeinkommensjahr gehen.
  • Das Grundeinkommensjahr wird auf maximal 12 Monate gedeckelt.
  • Nur Arbeitnehmer die wöchentlich mehr als 20 Stunden arbeiten, erhalten den vollen Anspruch auf das Grundeinkommensjahr. Wer weniger als 20 Stunden pro Woche arbeitet, bekommt dies anteilig angerechnet.

In seiner Konsequenz bedeutet dies:

  • Ein Arbeitnehmer, der 6 Jahre gearbeitet hat, erhält 6 Monate bezahlte Auszeit.
  • Ein Arbeitnehmer, der 12 Jahre gearbeitet hat, erhält 1 Jahr (12 Monate) bezahlte Auszeit.
  • Ein Arbeitnehmer, der 13 Jahre am Stück gearbeitet hat, erhält 1 Jahr (12 Monate) bezahlte Auszeit.
  • Ein Arbeitnehmer, der 5 Jahre gearbeitet hat, erhält 0 Monate bezahlte Auszeit.

Grundeinkommen im Grundeinkommensjahr: Details, Kosten und Folgen

Arbeitnehmer, die ein Grundeinkommensjahr komplett oder nur in Teilen nehmen, erhalten je Monat erarbeiteter Auszeit 1000 Euro Netto vom Staat. Diese Summe wird an den aktuellen Mindestlohn angepasst.

Die Krankenversicherung bezahlt der Staat ebenfalls. Steuern sollen keine anfallen.

In der Zeit, in der sich ein Arbeitnehmer im Grundeinkommensjahr befindet, erwirbt er keine Ansprüche aus der Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung.

Es gibt keine Regeln wie das Grundeinkommensjahr verbracht werden kann oder soll. Dies ist dem Arbeitnehmer selbst überlassen.

Die SPD geht davon aus, dass 2 Prozent der anspruchsberechtigen Erwerbstätigen das Grundeinkommensjahr jährlich in Anspruch nehmen würden. Bei 35 Millionen Erwerbstätigen wären dies 700.000 Menschen pro Jahr. Die jährlichen Kosten für das reine Grundeinkommen und die bezahlte Krankenkasse sollen sich – laut SPD-Rechnung – auf 9,6 Milliarden Euro belaufen. Verwaltungskosten sind in der Summe noch nicht enthalten.

Vorteile des Grundeinkommensjahres

Vorteile für ein Grundeinkommensjahr sollen folgende sein:

  • Arbeitnehmer hätten damit Zeit für Dinge, die sie während oder durch die Arbeit nicht mehr geschafft haben.
  • Arbeitnehmer können in der Zeit des Grundeinkommensjahres den Kopf freibekommen
  • Stressabbau / Burnout-Vorsorge
  • Neuorientierung
  • Freizeit
  • Weiterbildung / Reisen

Kritik am Grundeinkommensjahr

Die Idee des Grundeinkommensjahres wurde kritisiert, da sie einen Verwaltungsapparat benötigt, der zusätzlich zu den Kosten des Grundeinkommensjahres anfallen würde.

Auch wurde kritisiert, dass manche Arbeitslose – vermutlich in ALG I – die Summe von 1.000 Euro oder mehr aktuell einfach so erhalten. (Wie viele dies genau sind, ist unbekannt.)

Grundeinkommensjahr oder Sabbatical?

Das Grundeinkommensjahr erinnert stark an das „Sabbatjahr“, auch Sabbatical genannt.

US-amerikanische Universitätsprofessoren prägten den Begriff „Sabbatical“ als Bezeichnung für Forschungssemester oder Semester, in denen sie freigestellt waren. An Hochschulen in Deutschland und Europa sind Sabbaticals ebenfalls möglich.

Was bedeutet Wendehals / Wendehälse? Bedeutung, Definition, Wortherkunft

„Wendehals“ ist eine Bezeichnung für Menschen, die Haltung, Gesinnung, politische Überzeugung und Zugehörigkeit zu einer Partei oder Organisation anhand der politischen oder gesellschaftlichen Lage ausrichten. Der „Wendehals“ beendet die Zugehörigkeit zu einer Partei oder Organisation abrupt, wenn die Lage sich ändert. Er tritt einer anderen Partei oder Organisation bei, wenn er sich Vorteile durch einen Wechsel erhofft.

Wendehals ist der Name eines Vogels aus der Familie der Sprechte. Sie werden „Wendehals“ genannt, da sie ihren Kopf außergewöhnlich drehen können.

Der Vogel „Wendehals“ wurde zum Vogel des Jahres 1998.

Wendehals: DDR – Wie der Ausdruck entstand (Wortherkunft)

Während der Wende und der Demonstrationen 1989 in der DDR wurde der Begriff „Wendehals“ als Bezeichnung für Personen verwendet, die einst dem Staat der DDR und dem Sozialismus treu ergeben waren und ihm dienten, dann aber in den Tagen der Wende auf die Seite der Demonstranten wechselten und auf einmal gegen die DDR und ihre Organe demonstrierten.

Die Reaktionen der Demonstranten waren, dass sie diese Personen als „Wendehälse“ bezeichneten und nicht in ihrer Demonstration dabei haben wollten.

DDR: Wer wurde als „Wendehals“ während der Wende bezeichnet?

Als „Wendehälse“ wurden führende Personen und Kader der SED und der FDJ wiederholt bezeichnet, sowie führende Personen und Manager der Volkseigenen Betriebe (VEB). Diese Personen traten teils vorher in der Öffentlichkeit auf und vertraten den Sozialismus. Mit den aufkommenden Demonstrationen wollten sie auf einmal gegen die Führung der SED, FDJ und VEB wenden, welche sie Jahre zuvor unterstützt hatten.

Menschen, die quasi „über Nacht“ ihre Position, Haltung oder Gesinnung aufgeben und sich einer Gruppe mit entgegengesetzen Ansichten, Ideen und Positionen anschließen, werden auch Oppurtunisten und „Fähnchen im Wind“ genannt. (Das Fähnchen im Wind richtet seine Fahne nach dem aktuellen (politischen) Wind aus.) Eine weitere Bezeichnung ist „Mitläufer“.

Wendehals: Bedeutung in der heutigen Politik

„Wendehals“ ist bis heute Teil des Sprachgebrauchs. Noch immer werden als „Wendehals“ Oppurtunisten bezeichnet, die leichtfertig die Seiten wechseln. Jedoch hat der Ausdruck in den letzten Jahren eine weitere Bedeutung bekommen. „Wendehals“ steht nun auch für Verräter, also für Personen, die einer Partei oder einer Gruppe den Rücken kehren und sich den politischen Gegnern der Partei oder Gruppen, mit komplett anderen Ansichten als die bisherige, anschließen.

Wendehals-Politiker und Wendehals-Politik

Auch wird der Ausdruck „Wendehals“ als Bezeichnung für Politiker gebraucht, die ihre politische Haltung und ihre Politik ändern. Damit betreiben diese Wendehals-Politiker heute Politik die nicht an ihre Politik der vergangenen Jahre anschließt, sondern dieser entgegen steht. Diesen Politikern wird nachgesagt, dass sie nur am eigenen Machterhalt interessiert sind und keine Ideale haben. Sie knicken aus Selbsterhaltungswünschen ein.

Der Politiker Horst Seehofer hat sogar einen eigenen Spott-Namen bekommen. Manche nennen ihn „Drehhofer„.

Anmerkung der Redaktion: In einer positiven Interpretation muss man sagen, dass Wendehals-Politiker ihre Politik nach den Wünschen der Mehrheit der Bevölkerung ausrichten. Diese Wünsche können sich über die Jahre eben ändern und die Wendehals-Politiker ändern sich mit.

Bedeutung vom Wort Wendehals

Der Ausdruck „Wendehals“ spielt auf den Vogel Wendehals an.

„Wendehals“ besteht aus den Worten „wenden“ und „Hals“. Das Verb „wenden“ wird verwendet, wenn gesagt wird, dass jemand die Richtung wechselt, dreht oder umgekehrt. Beispiel: „Er wendete das Auto.“

Weitere Bedeutung von Wendehals

„Gottlieb Wendehals“ ist ein Künstlername des Sängers Werner Böhm. Dieser wurde 1980/81 für sein Lied „Polonäse Blankenese“ bekannt.

„Ein Wendehals“ ist ein 1994 veröffentlichter Film von Kazimierz Kutz.

Wendehals war der Nachname des Malers August Alexander Wendehals. Er lebte von 1934 bis 2003.


Anmerkung der Redaktion: Wir sprechen im Beitrag vom Wendehals im „er“. Der Grund dafür ist, dass es „Der Wendehals“ heißt.

Was bedeutet „Ponyzei“? Bedeutung und Wortherkunft erklärt

Der Ausdruck „Ponyzei“ setzt sich aus den Worten „Pony“ und „Polizei“ zusammen. Er hat mehrere Bedeutung:

Herbert Kickl und die Polizeipferde

„Ponyzei“ wird in Österreich als ein scherzhafter und abwertender Ausdruck für das Vorhaben des österreichischen Innenministers Herbert Kickl (FPÖ) verwendet, die Polizei um eine Pferdestaffel zu erweitern.

Das Innenministerium legte mehrere Bedingungen fest, welche Pferde für die geplante Reiterstaffel zugelassen werden dürfen. Gesucht wurden ab Juni 2018 12 Pferde. Die Kriterien waren unter anderem:

  • Die Pferde sollen kastrierte Warmblüter sein und ein gewisses Stockmaß haben.
  • Die Pferde müssen zwischen sechs und zehn Jahren alt sein.
  • Ihre Fellfarbe muss braun oder schweiz sein.
  • Das Temperament der Tiere muss passen. Die Tiere sollen ausgeglichen und lernbereit sein, sowie einen Transport und die Besuche beim Schmied anstandslos mitmachen.
  • Die Pferde brauchen einen Pferdepass.

Der Ausdruck „Ponyzei“ als Kritik ist in diesem Fall herabsetzend, da somit der Pferdepolizei unterstellt wird, dass sie keinen richtigen Nutzen hat, ihr die Größe fehlt und sie etwa nur existiert, weil Herbert Kickl dies wollte. Auch wird die Pferdereiterstaffel als nicht mehr zeitgemäß betrachtet.

Kritiker dieses Vorhabens warfen Kickl dabei vor, dass die Pferdepolizei unnötig, nutzlos und viel zu teuer sei. Für Einrichtung der Pferdepolizei sind zunächst 380.000 Euro vorgesehen. Die jährlichen Kosten belaufen sich auf 110.000 Euro. Die EU fördert das Projekt mit einmalig 180.000 Euro.

Die Opposition kritisierte dieses Vorhaben und riet dem Innenminister das Geld doch lieber in die Polizei und deren Ausrüstung zu investieren.

Die ungarische Regierung schenkte der berittenen Polizei zwei Pferde im Juli 2018.

Weiteres zur Pferdestaffel / Ponyzei

Warum Ponys? Ponys sind kleiner als Pferde. Weniger Respekt einflößend und doch eher niedlich.

In den österreichischen Medien wurde aus verschiedenen Perspektiven über das Vorhaben der Reiterstaffel berichtet, so unter anderem über Namensvorschläge.

Der Einsatz von Pferden bei Polizeieinsätzen ist umstritten.

Weitere Bedeutung von Ponyzei

„Die Haferhorde – Eins, zwei, Ponyzei“ ist eine Hörbuch-Reihe von Suza Kolb und Bürger Lars Dietrich.

Die Adresse www.ponyzei.de ist registiert. Dort befindet sich eine unfertige Webseite einer Designmetzgerei.

Die Adresse www.ponyzei.at ist nicht registriert.

Eine andere Schreibweise von Ponyzei ist „Ponizei“ (mit „i“).

Was bedeutet Sonnenkanzler/in? Bedeutung erklärt

„Sonnenkanzler“ ist eine Bezeichnung für den deutschen oder österreichischen Bundeskanzler. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel wurde auch als „Sonnenkanzlerin“ bezeichnet.

Mit dem Ausdruck „Sonnenkanzler“ bzw. „Sonnenkanzlerin“ wird ein Vergleich zum Sonnenkönig Ludwig XIV. von Frankreich gezogen, der ein absolutistischer König war und berühmt ist für den Satz „L’État c’est moi“ (deutsch: „Der Staat bin ich“). Der Absolutismus war eine Herrschaftsform in der ein Monarch fast ganz allein, ohne Opposition und ohne Beteiligung von Institutionen oder einem Parlament, regieren konnte. Der absolutistische Herrscher setzte seinen Willen zu großen Teilen durch, ohne dass andere an der Entscheidung Anteil hatten oder reinredeten.

Mit Sonnenkanzler ist nun gemeint, dass ein Bundeskanzler sehr dominant und durchsetzungsfähig ist, sowie dass er seine Macht stets ausbaut. Dafür wird der Staatsapparat umgebaut und Gesetze werden angepasst, damit sie dem Sonnenkanzler und seiner Partei nutzen. Für die Sonnenkanzlerin gilt gleiches.

Der Sonnenkanzler bzw. die Sonnenkanzlerin schafft es auf dem Höhepunkt ihrer Macht große Teile des Volkes hinter sich zubringen und in einer großen unterstützenden Bewegung zu einen. Selbst die Opposition wird dazugebracht, die Politik des Sonnenskanzlers bzw. der Sonnenkanzlerin zu unterstützen, so dass der Eindruck einer großen Einheit entsteht. (Obwohl die Opposition eigentlich die Aufgabe hat, die Regierung zu kritisieren.) Ein Sonnenkanzler betreibt eine alternativlose Politik, die nur einen Weg und eine Richtung kennt. Er bzw. sie lässt sich davon nicht abbringen und nutzt die Möglichkeiten der nationalen oder internationalen Politik, um die eigene Politik voranzutreiben.

Konkurrenten des Sonnenkanzlers bzw. der Sonnenkanzlerin werden entfernt, Kritik prallt ab und das Parlament wird teils missachtet, um die eigene Politik voranzubringen. Auch kann ein Sonnenkanzler bzw. eine Sonnenkanzlerin bewusst Gesetze oder Rechte verletzen, um ihre Politik voranzutreiben.

Ein Sonnenkanzler bzw. eine Sonnenkanzlerin erhält von anderen Politikern, teils auch Oppositionellen und ihren bisherigen Gegnern viele lobende Worte für ihre Politik. Journalisten und Medien werden teils zu Hofberichterstattern, die der Bevölkerung das Vorhaben des Sonnenkanzlers bzw. der Sonnenkanzlerin nur noch erklären bzw. verkaufen.

In der eigenen Partei des regierenden Sonnenkanzlers oder der regierenden Sonnenkanzlerin werden Abgeordnete auf Linie gebracht, so dass sie bei Abstimmungen dem Fraktionszwang und nicht ihrem Gewissen folgen.

Koalitionspartner können beliebig wechseln bzw. ausgetauscht werden, um die eigene Macht zu sichern. Hierbei entscheiden die Wahlergebnisse, nicht die Inhalte einer Partei, darüber welche Partei für eine Koalition in Frage kommt.

Für politische Fehler oder Fehltritte des Sonnenkanzlers oder der Sonnenkanzlerin halten andere den Kopf hin. Der Sonnenkanzler neigt dazu, Entscheidungen zwar zu treffen, aber die Verantwortung dafür nicht zu tragen, sondern auf andere abzuwälzen.

Kritiker, die den Ausdruck „Sonnenkanzler“ bzw. „Sonnenkanzlerin“ verwenden, wollen damit den Bundeskanzler bzw. die Bundeskanzlerin kritisieren. Diese Kritik beinhaltet unter anderem, dass das Staatsoberhaupt zu viel Macht hat, zu eigensinnig regiert, Gesetze missachtet und gezielt seine eigene Agenda verfolgt.

Weiteres zu Sonnenkanzler und Sonnenkanzlerin: Wer wurde so genannt?

Verschiedene Bundeskanzler Österreichs und Deutschlands, sowie die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel wurden als Sonnenkanzler bzw. Sonnenkanzlerin bezeichnet.

Der verstorbene österreichische Bundeskanzler Bruno Kreisky wurde wiederholt Sonnenkanzler genannt. Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder wurde Sonnenkanzler genannt und der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz wurde ebenfalls Sonnenkanzler genannt. Angela Merkel wurde Sonnenkanzlerin genannt.

Was bedeutet „ausgesödert“? Bedeutung erklärt

„Ausgesödert“ ist ein Spottverb und bedeutet, dass der bisherige Regierungsstil des bayrischen Ministerpräsidenten Markus Söder und die Alleinherrschaft der CSU beendet ist.

In Kurzform bedeutet „ausgesödert“:

  • Die Alleinherrschaft der CSU beenden
  • Die CSU und insbesondere Markus Söder abstrafen

Beispiel: „In Bayern hat es sich ausgesödert.“

Hat es sich wirklich ausgesödert?

Nachdem die CSU in Bayern seit 2013 bis 2018 allein regieren konnte, kann sie dies nach der bayrischen Landstagswahl 2018 nicht mehr. Hatte die CSU 2013 noch die absolute Mehrheit mit 47,7 Prozent und konnte allein die Regierung stellen, so ist das mit dem Wahlergebnis der bayrischen Landstagswahl 2018 nicht mehr möglich! Auch wenn sie stärkste Partei ist, kann sie nur regieren, wenn sie ein oder mehrere Koalitionspartner unterstützen.

Die Folge einer Koalition ist, dass einige Ministerien und Ressorts nicht von der CSU regiert und bestimmt werden. Damit kann – je nach dem wer die Ministerien regiert – eine andere Politik auf Grundlage anderer Werte betrieben werden. (Beispiel: Auf dem Spannungsfeld „Wirtschaftsfreundlichkeit versus Tierschutz“ ist die CSU mehr auf der Seite der Wirtschaftsfreundlichkeit, während die Grünen mehr zum Tierschutz tendieren. Dies beeinflusst die Gesetzgebung massiv!)

Der Hashtag „#ausgesödert“ wurde in den Sozialen Medien verwendet. Gegner und Kritiker von Markus Söders Politik verwenden ihn, um ihre Meinung und Bewertung über den Ausgang der bayrischen Landtagswahl 2018 zu verbreiten.

Ausgesödert: Abstrafung der politischen Entscheidungen unter Markus Söder

Insbesondere ist unter „ausgesödert“ zu verstehen, dass der bisherige Kurs und die Politik des bayrischen CSU-Ministerpräsidenten Markus Söder abgestraft wird. Gegen einige seiner Entscheidungen sind tausenden Menschen demonstrieren gegangen. Unter anderem fiel er 2018 durch folgende politische Entscheidungen auf:

  • Aufhängen von Kreuzen
  • Einführung Polizeigesetz, genannt Polizeiaufgabengesetz
  • Einführung Grenzpolizei
  • bayrisches Baukindergeld
  • Einführung Pflegegeld und Familiengeld

Was bedeutet „ausgesödert“ genau?

„Ausgesödert“ setzt sich aus dem Wort „aus“ und den verbisierten Nachnamen Söders zusammen. Das Wort „aus“ bedeutet, dass etwas erledigt ist, etwas fertig ist, etwas beendet wird oder man von etwas genug hat. Das Verb „södern“ verbreitete sich stark im Jahr 2018 und steht für die populistische Politik des bayrischen Ministerpräsidenten Markus Söder mit dem Ziel der Profilierung und des Stimmengewinns für die kommende Wahl.

Insbesondere geht es beim Wort „ausgesödert“ darum, dass Markus Söder die zentrale Figur der bayrischen Politik ist. Die vergangene Monate des Jahres 2018 waren geprägt durch verschiedene populistische Aussagen von CSU-Politikern (auch Markus Söder) und einer CSU-Politik, die zu großen Gegendemonstrationen führte.

Was bedeutet Dunkeldeutschland? Wo kommt der Begriff her? Wortherkunft und Bedeutung erklärt

„Dunkeldeutschland“ war eine ironische bis scherzhafte Bezeichnung für die DDR und für Ostdeutschland nach der Wiedervereinigung. Jedoch erhielt der Ausdruck in den 1990er Jahre schnell eine andere, abwertende und negative Bedeutung. Schnell wurde er zum Synonym für Ostdeutschland bzw. die neuen Bundesländer.

1994 war „Dunkeldeutschland“ Kandidat für das Unwort des Jahres. Es wurde zur Wahl gestellt, da die Jury anmerkte, dass „Dunkeldeutschland“ eine sprachliche Demütigung der Einwohner der ehemaligen DDR sei. Es gewann nicht. Unwort des Jahres wurde „Peanuts“.

Wortherkunft und Geschichte von „Dunkeldeutschland“

Im Gegensatz zu Westdeutschland, wo die Straßen gut beleuchtet waren und die Reklame auch nachts leuchtete, war es in der DDR weniger gut beleuchtet. Die Straßenbeleuchtung war geringer und angeleuchtete Werbetafel gab es kaum. Besonders Besuchern aus der BRD fiel auf, dass Beleuchtung fehlte. Aus dieser Beobachtung bildete sich die Bezeichnung „dunkles Deutschland“ bzw. „Dunkeldeutschland“.

Auch stand der Begriff „Dunkeldeutschland“ für die Tristesse der DDR- und Betonbauten, sowie für heruntergekommende Gebäude und Braunkohle-Luftverschmutzung, was vielen BRD-Bürgern nach der Wende auffiel.

In „Dunkeldeutschland“ gab es das Tal der Ahnungslosen. Als „Tal der Ahnungslosen“ wurden Teile von Sachsen bezeichnet, da diese kein Westfernsehen empfangen konnten und somit nicht wußten, was los ist.

Dunkeldeutschland als Synonym für Ostdeutschland

In den 1990er Jahren erhielt der Ausdruck „Dunkeldeutschland“ schnell eine andere und abwertende Bedeutung. Er wurde auch zum Synonym für Ostdeutschland.

Auf einmal wurde „Dunkeldeutschland“ ein Begriff unter dem Rückständigkeit, Fremdenfeindlichkeit, Gewalt gegen Fremde und Extremismus subsumiert wurden. Auch stand „Dunkeldeutschland“ für Hass und Gewalt gegen Fremde, Flüchtlinge und Ausländer. Aus „Dunkeldeutschland“ wandern Menschen ab, die Regionen verarmen und verkümmern.

Die Menschen, die in Dunkeldeutschland lebten, wurden „Dunkeldeutsche“ genannt.

„Dunkeldeutschland“ war eine weitere Bezeichnung vergleichbar mit „Zone“.

Das weniger verbreitete und gebrauchte Gegenwort zu „Dunkeldeutschland“ ist: Helldeutschland.

Hell- und Dunkeldeutschland

Anmerkung der Redaktion: Heute steht der Begriff „Dunkeldeutschland“ dafür, dass es düster in einigen Regionen aussieht. Mit „düster“ ist gemeint, dass in diesen Regionen viel Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit herrscht, sowie dass das Gefühl der Abgehängtheit allgegenwärtig ist. Auch ist „Dunkeldeutschland“ ein Synonym für Rassismus, Gewalt und Kriminalität.

Der Begriff „Dunkeldeutschland“ funktioniert nur, weil es als Gegenstück zu einem „hellen Deutschland“ betrachtet wird. In diesem hellen Deutschland sind die Menschen offen und freundlich gegenüber Fremden. Die Wirtschaft floriert, es herrscht viel Wohlstand und die Menschen leben friedlich und tolerant miteinander.

Beide Versionen sind extrem und nur wahr, weil es ihr Gegenteil gibt. Wo viel Wohlstand herrscht, wird er irgendwo abgezogen. Wo die Wirtschaft floriert, werden vielleicht Menschen in anderen Gebieten ausgebeutet.

Die Begriffe „Helldeutschland“ und „Dunkeldeutschand“ vereinfachen die Wirklichkeit doch sehr stark und teilen die Welt einfach in Schwarz-weiß bzw. hell-dunkel ein. Doch dazwischen gibt es noch viele Abstufungen und die Forderung nach Differenzierung kann hier nur widerholt werden.

Da „Dunkeldeutschland“ heute ein Synonym für eine Region in Deutschland ist, in der es düster aussieht, kann nicht mehr gesagt werden, dass nur Ostdeutschland oder bestimmte Regionen in den neuen Bundesländern damit gemeint sind.

Joachim Gauck: helles Deutschland und Dunkeldeutschland

Der ehemaligen Bundespräsident Joachim Gauck stellte im Zuge der Flüchtlingskrise 2015 fest, dass ein „helles Deutschland“ gebe, in dem sich freiwillige Helfer für Flüchtlinge engagieren und dass es ein „Dunkeldeutschland“ gebe, in dem Extremisten, Hetzer, Rechtsextreme und Fremdenfeindlichkeit aktiv sind.

Gauck erhielt für diese Aussage Lob, aber auch Kritik. Unter anderem wurde er dafür kritisiert, dass seine Aussage suggeriere, dass Fremdenfeindlichkeit und Gewalt gegen Fremde ein ostdeutsches Phänomen seien. Der in Ostdeutschland geborene und aufgewachsene Joachim Gauck äußerte sich hinterher, dass er seine Heimat nicht verunglimpfen wollte.

Warum Gauck den Begriff überhaupt benutzte, ist unklar.

Medien zu Dunkeldeutschland

„Unterwegs in Dunkeldeutschland“ ist ein Buch von Unterwegs in Dunkeldeutschland.

„Land ohne Eigenschaften: Eine Reise durch Dunkeldeutschland“ ist ein Buch von Kristjan Knall.

„Sintflut in Dunkeldeutschland“ ist ein Buch von Lars Hägler.

„Dunkeldeutschland: Zehn Jahre deutsche Einheit in ihrer Provinz“ ist ein Buch von Jan Bonin und Christophe Fricker.

„Dunkeldeutschland“ ist ein Lied von Sonne Ra feat. Dexter.

„Dunkeldeutschland“ ist ein Lied von Heiter bis wolkig.

Der Ausdruck „Dunkeldeutschland“ wird auf T-Shirts gedruckt.

Was ist die Merkel-Dämmerung? Bedeutung und Definition erklärt

„Merkeldämmerung“ bedeutet, dass die Zeit der deutschen CDU-Bundeskanzlerin Angela Merkel gekommen ist. Damit ist gemeint, dass sie in absehbarer Zeit keine Bundeskanzlerin mehr ist und keine Regierungsverantwortung für Deutschland mehr übernehmen wird. Das betrifft nicht nur sie, sondern auch teilweise ihre Vertrauten.

Die Merkeldämmerung zeigt sich an verschiedenen Punkten:

  • Angela Merkel verliert Zustimmung in der Bevölkerung und in der eigenen Partei.
  • Sie verliert Unterstützer und Parteifreunde.
  • Ihre engen Vertrauten verlieren die Zustimmung der Partei/Fraktion und werden nicht wiedergewählt. (Im September 2018 verlor unter anderem der Merkel-Vertraute Volker Kauder die Wiederwahl zum Fraktionsvorsitzenden.)
  • Angela Merkel verliert das Vertrauen ihrer eigenen Partei und Fraktion.
  • Partei-interne Niederlage mehren sich.
  • Angela Merkel wird aus den eigenen Reihen kritisiert.
  • Angela Merkel verliert an Authorität.
  • Angela Merkel wird einsamer.
  • Angela Merkel wird im Endeffekt nicht wiedergewählt.

Auch zeigt sich die Merkel-Dämmerung an den schlechten Wahl- und Umfrageergebnisse. Während die Union 2013 noch 41,5 Prozent der Stimmen holte, erhielt sie 2017 nur 32,9 Prozent der Stimmen. Damit verlor sie massive 8,6 Prozent der Stimmen.

Die Merkel-Dämmerung läuft daraufhin hinaus, dass sie Unterstützer und Vertraute verliert, die ihr den Rücken „frei“ hielten und dafür sorgten, dass sie ohne große Einschränkungen regieren konnte. Fehlen diese Personen so wird das Kräfteverhältnis zu Angela Merkels Ungunsten neu verteilt. Letzten Endes läuft alles darauf hinaus, dass Merkel nicht wiedergewählt wird. Ein vorzeitiges Ende kann auch durch die Vertrauensfrage herbeigeführt werden.

Auch sorgt die Merkel-Dämmerung dafür, dass die CDU einen inhaltlichen und personellen Neuanfang wagen kann, sowie dass eine Debatte um ihre Nachfolge beginnen kann.

Wie lange die Merkel-Dämmerung dauern wird, ist unklar.

Weiteres: Einen ähnlichen Begriff zur Merkeldämmerung gebrauchte die SPD-Politikerin Andrea Nahles. Sie sprach im Frühjahr 2018 von der Götterinnendämmerung.

Woher kommt der Ausdruck „Merkeldämmerung“?

Der Ausdruck „Merkeldämmerung“ leitet sich vom Wort „Götterdämmerung“ ab. Die Götterdämmerung – im altnordischen auch „Ragnarök“ genannt – beschreibt den Untergang der Welt und der Götter. Im Wort „Merkeldämmerung“ spiegelt sich damit die Idee wieder, dass Angela Merkel fallen wird und ihre Welt damit auch.

Bevor die Götterdämmerung – wie sie in den nordischen Sagen beschrieben ist – stattfinden wird, werden Kriege, Gewalt und Mord die Erde überziehen. Es folgen lange Winter und Naturkatastrophen. Menschen und Tiere werden verhungern.

„Götterdämmerung“ ist eine Oper von Richard Wagner.