Hier findest du Worte, die in der Kategorie Norddeutschland gelistet sind.

Was bedeutet Lütt / Lütte?

„Lütt“ ist ein norddeutsches und umgangssprachliches Adjektiv, dass auf hochdeutsch „klein“ bedeutet.

Es stammt vom englischen Wort für klein „little“ ab.

„Lütt und Lütt“

„Lütt und Lütt“ ist ein norddeutsches Getränk, bei dem Bier und Köm gemischt werden. Dabei werden beide Gläser in eine Hand genommen und aus beiden Gläsern wird gleichzeitig getrunken.

„Lütt Dirn“

„Lütt Dirn“ bedeutet „kleines Mädchen“. „Dirn“ ist eine norddeutsche Bezeichnung für junge Mädchen.

Der Lütte

Als „der Lütt“ werden unter anderem auch kleine Kinder bezeichnet. „Der Lütt“ heißt der Kleine.

Lütt Matten

„Lütt Matten und die weiße Muschel“ ist ein Kinderbuch von Benno Pludra. Es wurde 1963 im Kinderbuchverlag Berlin mit Sitz in Ostberlin verlegt.

„Lütt Matten“ bedeutet „der kleine Matten“. (Matten ist der Vorname der Hauptfigur. „Matten“ leitet sich von Martin ab.)

„Lütt Matten“ heißt auch eine Figur im Gedicht „Matten Has'“ von Klaus Groth. Es wurde komplett im dirthmarscher Platt geschrieben.

„Lütt Matten“ heißt auch eine Kneipe in Garding, Schleswig-Holstein.

Sprachbeispiel:

  • „Ein lüttes Glück“

Weitere Beispiele mit „Lütt“ und „Lüttes“

Der Ausdruck „Lütt“ bzw. in der flektierten Form „lüttes“ ist stark verbreitet in Norddeutschland. Einige haben den Ausdruck sogar mit in den Namen ihrer Unternehmung aufgenommen.

Unternehmen und Dienstleister

  • „Lüttes Welt“ ist eine Naturkosmetik-Serie.
  • „Lüttes Lächeln“ ist eine Fotografin aus Hamurg.
  • „Lütt“ ist ein Webshop in dem Babysachen verkauft werden.
  • „Lütt Köök Huus“ ist eine Gastronomie in Bremen.
  • „Lütt und Fien“ ist ein ehemaliges Geschäft für Spielwaren, Textilien und Accessories in Hamburg.
  • „Lütt Marie“ ist Dienstleisterin für gefärbte Wolle
  • „Lütte Höög“ ist ein Hamburger Craftbier. „Lütte Höög“ bedeutet auf hochdeutsch: „Kleine Freude“.

Lütt Ferienwohnungen

  • „Lüttes Mühlenhus“ heißt eine Ferienwohnung in Schleswig-Holstein.
  • „Lüttes Nest“ heißt eine Ferienwohnung in Schleswig-Holstein.
  • „Lüttes Apartment“ heißt ein mietbares Apartment in Eimsbüttel
  • „Lütt Hus“ oder „Lütt Huus“ heißen verschiedene Ferienwohnungen oder -häuser.
  • „Lütt Logis“ ist ein Bed&Breakfast in Schleswig-Holstein.

Weiteres

  • „Lüttes Lampenladen“ war eine Kinderserien im ARD. Die Hauptfigur hieß „Lütte“.
  • „Lüttes Blog“ ist ein Blog.
  • „Lütten Klein“ heißt ein Stadtteil von Rostock.

„Lütte“ ist ein Ortsteil von Bad Belzig in Brandenburg.

Was bedeutet muggelig?

Der Ausdruck „muggelig“ ist ein aus dem norddeutschen Sprachraum stammendes Adjektiv, dass etwas oder jemanden als gemütlich oder angenehm beschreibt. Wenn es zu Hause muggelig ist, dann ist es warm, gemütlich, angenehm, kuschelig, behaglich, heimelig und sehr schön.

Eine Person, eine Beziehung, ein Gefühl oder ein Gegenstand können muggelig sein.

Wenn etwas Muggelig ist, dann ist es warm, bequem, weich oder angenehm. Eine muggelige Person ist herzlich, offen, liebenswert und vertrauenswürdig. Wenn sich jemand muggelig fühlt, dann fühlt er sich harmonisch, zufrieden oder im Gleichgewicht. Wer andere anmuggelt, der kommt einer anderen Person ziemlich nahe.

Etwas kann muggelig sein oder muggeln.

Durch die WDR-Serie „Dittsche – Das wahre Leben“ verbreitete sich der Ausdruck.

Weitere Schreibweise: Muggelich

Beispiele mit muggelig

  • „Deine Bude ist muggelig.“
  • „Ich brauche eine Decke die muggelig ist!“
  • „Im Winter ist es kalt draußen und drinnen bei uns, ist es schön muggelig.“

Wo „muggelig“ herstammen könnte

Im dänischen gibt es das Konzept Hygge. Hygge wird „Hügge“ ausgesprochen. Der Ausdruck kann am besten mit „Gemütlichkeit“ übersetzt werden. Wortwörtlich bedeutet : Wohlbefinden. Hygge stamm aus dem norwegischen und ist seit Anfang des 19. Jahrhundert Bestandteil der dänischen Lebensweise.

Hygge bezeichnet eine gemütliche Atmosphäre, Heimeligkeit und eine Herzlichkeit. Wer Hygge lebt, lebt das Gute mit Leben und teilt dies mit anderen. Familie ist Hygge. Warmes Licht, wie das von Kerzen ist Hygge.

Das Adjektiv zu „Hygge“ ist „hyggelig“. „Muggelig“ könnte sich davon ableiten. Nur wäre dann noch die Frage offen, wie das „m“ in das Wort kam.

Anmerkung zu muggelig

Mit den Muggeln aus Harry Potter hat das Wort „muggelig“ nichts zu tun.

Der Ausdruck „muggelig“ existiert nicht nur im norddeutschen Sprachraum, sondern er wird in der Varainte „muckelig“ auch in Nordrhein-Westfalen gesprochen.

Ein ähnlich aussehendes Wort – mit anderer Bedeutung – ist „muckelig“ bzw. „eingemuckelt sein“. Dieses bedeutet, beleidigt sein.

Weitere Bedeutung von Muggelig

„Muggelig“ ist der Name eines Online-Magazins über Astrologie und Persönlichkeitsentwicklung.

„Muggelig Records GmbH“ ist eine Berliner Plattenfirma.

Teils werden Edelsteine oder Schmucksteine „muggelig“ geschliffen. Das bedeutet, dass sie flach geschliffen werden.

Spökenkieker

Bedeutung: Im niederdeutschen und westfälischen Raum gebräuchliche Bezeichnung für Menschen, die die Zukunft vorher sagen können.

Spökenkieker ist ein zusammengesetztes Wort. „Spöken“ bedeutet Geister oder Spuk. „Kieker“ kann mit Gucker oder Schauer übersetzt werden. Demnach ist der Spökenkieker ein Geisterseher.

Im heutigen Sprachgebrauch werden Pessimisten und Schwarzseher als Spökenkieker bezeichnet, da diese glauben, die Zukunft hervorsagen zu können – auch, wenn dies nicht zutrifft.

Spökenkieker kann auch mit „Seher“ übersetzt werden.

Wortart: Substantiv

Alles über Bölkstoff

„Bölkstoff“ ist eine in Norddeutschland gebräuchliche Bezeichnung für Nahrungs- und Genußmittel, die durch Gärung gewonnen werden. In der Regel wird unter „Bölkstoff“ Bier verstanden.

Durch die Comicfigur Werner verbreitete sich der Ausdruck „Bölkstoff“ in den 1980er und 1990er Jahren in Deutschland.

Das reale Bölkstoff-Bier ist ein helles untergäriges Pilsener. Seine offizielle Bezeichnung ist „Bölkstoff Pilsner“. Gern wird es auch als Wernerbier bezeichnet. Insbesondere zeichnet sich Bölkstoff durch einen Schnappverschluss aus und wenn es geöffnet wird, macht es „Fump“ oder „Plop“. Bölkstoff „kesselt“. Auf dem Bölkstoff-Etikett ist die Comic-Figur Werner zu sehen, die unterschiedliche Sachen sagt, unter anderem: „Frühstück“, „Hau wech“, „Bescheid“, „Weisse Bescheid“.

Bölkstoff wird in 0,33 Liter-Flaschen verkauft. Diese werden als Sixpack oder in einem 20er Kasten verkauft.

Bölkstoff als echtes Bier

„Bölkstoff“ war zunächst keine echte Biermarke, sondern existierte nur in den Werner-Filmen. In den Werner-Geschichten tranken die Figuren in frühen Geschichten noch Bier von der Flensburger Brauerei, genannt „Flens“. Dies führte dazu, dass die Nachfrage nach „Flensburger“ in Deutschland stieg. In späteren Geschichte tranken sie „Bölkstoff“ und gebrauchten auch den Ausdruck „Flaschbier“, als allgemeine Bezeichnung für Bier.

Ende der 1980er Jahre fragten Fans verstärkt nach einem echten „Bölkstoff“. Der Werner-Erfinder Brösel – Rötger Feldmann – gründete daraufhin 1988/89 eine Firma mit folgenden Namen „Flaschbier und Bölkstoff Handelsgesellschaft GmbH“. Seine Idee war es mit der Flensburger-Brauerei zusammen das „Bölkstoff-Bier“ zu brauen. Doch dieser Plan ging nicht auf.

1989 einigte sich Brösel mit der Gilde-Brauerei, die das Bölkstoff-Bier produzieren wollte. Doch es gab Probleme mit den Namensrechten. Ein Schleswig-Holsteiner hatte sich die Namensrechte am Namen „Bölkstoff“ gesichert. Brösel musste sich daraufhin die Namensrechte zurück erkaufen. Erst nach dem erfolgreichen Kauf konnte die Produktion des Bölkstoff-Bieres beginnen. Das selbstgezeichnete Etikett sicherte er beim Deutschen Patentamt und auch für den Namen „Flaschbier“ sicherte er sich die Namensrechte.

Zwei Jahre später – ab 1991 – braute dann die Gilde-Brauerei das Bölkstoff-Bier. Die Brauerei wurde Anfang der 2000er von der InBev-Gruppe übernommen und die Marke Bölkstoff wurde an die Flensburger-Brauerei verkauft. Diese braut und vertreibt das Bier nun seit 2002 in 0,33-Liter-Flaschen braut. Auf dem Etikett ist Werner abgebildet.

Das Bier wird mittlerweile an über 900 Adressen verkauft. Auf Werner.de steht eine Liste von JET-Tankstellen und Getränkehändlern, die das Bier verkaufen.

Weitere Synonyme für Bier findest du hier.

Weitere Comic-Getränke die später real wurden sind:

  • Duff-Beer (The Simpsons)
  • Nuka Cola (aus Fallout)
  • Romulan Ale (Star Trek)
  • Slurm (Futurama)

Was bedeutet bölken?

Die Bezeichnung „Bölkstoff“ leitet sich vom Verb „bölken“ ab, welches mit „rülpsen“ oder „aufstoßen“ übersetzt werden kann. Das Luftaufstoßen tritt in Folge der – im Bier – enthaltenen Kohlensäure auf.

Bölken hat in der plattdeutschen Mundart noch weitere Bedeutungen:

  • Schreien
  • Rufen
  • Grölen
  • Rülpsen / aufstoßen

Es ist damit teils vergleichbar mit dem Wort „blöken“.

Was bedeutet Klönschnack? – Bedeutung, Definition und Wortherkunft erklärt

„Klönschnack“ ist im norddeutschen Raum eine weit verbreitete Bezeichnung für eine gemütliche und entspannte Plauderei.

„Klönschnack“ findet formlos statt. Es kann ein kleiner Schwatz auf der Straße mit der Nachbarin, in der Bar mit einem Freund oder in entspannter Atmosphäre in einem Café sein. Es dient dem Austausch, dem Kennenlernen und der Beziehungspflege, jedoch ohne eine Absicht oder ein Ziel zu verfolgen. Es ist ein zwangloses Gespräch, dass aus Freude am Reden stattfindet.

In Norddeutschland ist „Klönschnack“ auch eine Veranstaltung bei der man sich trifft, um sich auszutauschen und kennenzulernen.

Eine niederdeutsche Schreibweise ist: Klöönsnack.

Klönschnack setzt sich aus Worten „Klönen“ und „Schnacken“ zusammen. „Klönen“ wird übersetzt werden mit „gemütlich plaudern“ oder „sich unterhalten“. „Schnacken“ bedeutet: reden, sich unterhalten.

Synonyme für Klönschnack sind: Schwatz, Plausch, Smalltalk

Wortart: Substantiv

Weiteres zu Klönschnack

„Hamburger Klönschnack“ ist ein Hamburger Print- und Online-Magazin über Hamburg und verschiedene Themen.

„Klönsnack“ ist eine Postwurfsendung mit Kleinanzeigen für die Gemeinden Wagenfeld und Rahden, sowie die nähere Umgebung.

„Klönschnack“ ist eine Radiosendung des NDR, die in plattdeutscher Sprache ausgestrahlt wird und 1978 das erste mal ausgestrahlt wurde.

„Klönschnack“ ist eine bronzene Skulptur des Bildhauers Fidelis Bentele, die in Hannover im Stadtteil Kirchrode steht. Die Skulptur zeigt zwei Damen beim plaudern. Der Platz um die Skulptur wird „Klönschnackplatz“ genannt. Dort befinden sich Bänke und ein Park.

Verschiedene Ferienwohnungen an der Nordsee tragen den Ausdruck „Klönschnack“ im Namen.

„Klönschnack“ heißt ein Schwarzer Tee, den das Tee Handels Kontor Bremen vertreibt.

„Klönschnack“ heißt ein Restaurant in Langwedel. „Restaurant & Café Klönschnack“ ist eine Gastronomie in Oststeinbek.

„Sylter Klönschnack“ ist eine Gaststätte in Westerland.

Rundstück warm

Bedeutung: Bezeichnet in Norddeutschland und besonders im Hamburger Raum eine warme Mahlzeit, bei welcher eine Scheibe Braten vom Rind oder Schwein auf ein halbiertes Rundstück (Brötchen) gelegt wird. Dieses belegte Brötchen wird anschließend mit Bratensauce übergossen. Als Beilagen werden Senfgurken und Aspik aus dem Bratenfond serviert.

Wortart: Wortgruppe

Beispiel 1: „Gibts noch Rundstück warm?“

Was bedeutet kneisten?

Als „Kneisten“ wird das Zusammenkneifen oder Zusammenpressen der Augen bezeichnet, um scharf und damit besser sehen zu können.

Die Augen werden beim „Kneisten“ zu einem schmalen Spalt verengt, wodurch das Sehen sich verbessert. Durch die zusammengekniffenen Augen entsteht ein Lochblendeneffekt, der dafür sorgt, dass eine Kurzsichtigkeit aufgehoben wird. Hier gilt, je kleiner die Öffnung ist in der Licht fällt, umso schärfer ist das gesehene Bild. Deswegen werden die Augen zusammengekniffen.

Deswegen kann „kneisten“ auch allgemein mit „Schauen“ übersetzt werden.

Teils wird „kneisten“ auch verwendet, um jemanden auf etwas hinzuweisen, dass er oder sie sich anschauen sollte.

Der Ausdruck „kneisten“ ist in Ostdeutschland und in Norddeutschland verbreitet.

Wortherkunft: Wo kneisten herkommt

Es wird vermutet, dass „kneisten“ ursprünglich bedeutete, dass etwas zusammengedrückt wird. Da bei den Augen ähnliches passiert, kann das Wort auf diesen Vorgang übertragen wurden sein.

Durch die Gaunersprache Rotwelsch soll der Ausdruck „kneisten“ im 17. Jahrhundert in die deutsche Sprache gelangt sein.

Mit „Kneisten“ kann der Begriff „kneisen“ verwandt sein. Kneisen bedeutet: spähen oder auskundschaften, aber auch verstehen und kennen. Dies ist nur möglich, wenn man gut und scharf sieht. (Im Rheinland ist der Begriff „Kneisen“ auch als Begriff für Ausschau halten oder Beobachten bekannt. Auch bedeutet „kneisten“ in anderne Zusammenhängen: etwas ahnen oder eine Ahnung haben.)

Da erfolgreiches Verstehen nur möglich ist, wenn jemand auch scharf sehen ist, liegt es nahe das „kneisen“ und „kneisten“ miteinander verwandt. Diese Verbindung ist jedoch unbestätigt.

In der Gaunersprache Rotwelsch existiert zumindest der Begriff „Kneister“, was eine Bezeichnung für jemanden ist, der etwas erkennt.

Beispiele: kneisten

  • „Was kneistet du wieder?“
  • „Du brauchst eine Brille, so wie du kneistest.“