Feiern Muslime Weihnachten? Erklärung, Antwort, Bedeutung

Feiern Muslime Weihnachten, Erklärung, Antwort, Bedeutung


Um es gleich vorweg zu nehmen, ein religiöses Fest ist Weihnachten für Muslime nicht. Es kann es auch nicht sein, schließlich feiern die Christen an Weihnachten die Geburt von Gottes Sohn, der auf die Welt gekommen ist, um die Menschen zu erlösen. Für Muslime dagegen ist Jesus (Isa) nur einer in einer ganzen Reihe von Propheten, von Gesandten Gottes und ein Mensch. Zwar wird auch im Koran Maria (Maryam) und die Geburt von Jesu erwähnt, aber gefeiert wird dieses Ereignis nicht. Überhaupt haben Geburtstage für Muslime keine besondere Bedeutung. Eine Ausnahme machen sie nur für den Geburtstag des Propheten Mohamed, des Gründers ihrer Religion. Das als“ Maulid an-Nabi“ (Geburtstag des Propheten) bezeichnete Fest findet zu unterschiedlichen Terminen am 12. Tag des islamischen Monats Rabi al-Awwal statt und wird zumindest von den sunnitischen Muslimen oft sehr ausgelassen gefeiert.

Feiern Muslime Weihnachten in Deutschland? Erklärung, Antwort, Bedeutung

Trotzdem gibt es nicht wenige Muslime, die das Weihnachtsfest trotzdem begehen. Gerade jene, die in christlich geprägten Ländern leben, haben Freude an den Traditionen, die dort mit Weihnachten verbunden sind. Sie mögen die Lichter, den üppigen Advents-und Weihnachtsschmuck, die Weihnachtsmärkte, das gute Essen und die Geschenke. Nicht wenige muslimische Familien schmücken ihre Wohnungen im Advent, stellen sogar selbst einen Weihnachtsbaum auf und essen an den Weihnachts-Feiertagen Gänsebraten, Pfefferkuchen und Christstollen, so wie ihre Nachbarn und Freunde auch.

Aber selbst in den muslimischen Ländern der Welt ist Weihnachten mittlerweile ein recht bekanntes Event. In vielen Einkaufstempeln und Lokalen zum Beispiel im Libanon, in Ägypten oder den arabischen Emiraten gibt es Weihnachtsschmuck, erklingt „Jingle Bells“, verteilt ein Coca-Cola-Weihnachtsmann Geschenke an die Kinder. Außerdem werden zwischen Weihnachten und Silvester häufig Fernsehbeiträge und Filme ausgestrahlt, die sich mit Jesu Geburt und seinem Leben beschäftigen. Auch einige hohe muslimische Würdenträger nehmen Weihnachten als Anlass für Predigten und das Aussenden von Friedensbotschaften an ihre Nationen. Wer als Muslim christliche Freunde hat, besucht sie als Ausdruck von Loyalität und Toleranz gern zu Weihnachten und beschenkt sie vielleicht auch.

In der Türkei sieht man, besonders in den größeren Städten, in der Vorweihnachts-und Weihnachtszeit genauso viele geschmückte Tannen, Lichterketten, Kugeln und Lametta wie hierzulande. Allerdings hat das nicht wirklich etwas mit dem eigentlichen Weihnachtsfest zu tun, sondern mit dem Jahreswechsel. Es gibt sogar „Adventskalender“, mit Türchen bis zum 31.Dezember.

Es gibt aber auch nicht wenige strenggläubige Muslime, die es streng ablehnen, Weihnachten als kulturelles Fest in irgend einer Form mit zu begehen. Sie sind der Meinung, dass die Teilnahme an solchen „unislamischen Riten“ zu den schlimmsten Sünden für Muslime gehört.

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