Hier findest du Worte, die in der Kategorie bayerisch gelistet sind.

Was bedeutet „etzala“?

„Etzala“ stammt aus der fränkischer bzw. bayrischer Mundart und bedeutet: jetzt.

Es existiert auch in den Varianten: etzad und etzadla.

In Franken ist die Variante „etzadla“ gebräuchlich.

Der YouTuber Drachenlord hat den Ausdruck deutschlandweit bekannt gemacht. Außerdem ist er für den Ausspruch und die Begrüßung „Meddl Loide“ bekannt, sowie für das Wort „Haider“ (vom englischen „Hater“).

Beispiele:

  • „Etzala reichts aber.“ –  „Jetzt reicht es mir.“ (Im Sinne von: Ich hab die Schnauze voll.)
  • „etza gemma af a Mass.“ – „Jetzt gehen wir eine Mass trinken.“
  • „Etzad gemma auf die Kerwa.“ – „Jetzt gehen wir auf die Kirmes.“
  • „Seid etzala laise.“ – „Seit jetzt leise.“

Verbreitung des Ausdrucks „etzala“

Über das Tool von Google „Trends“ lässt sich einblicken, wann nach bestimmten Worten bei Google.de gesucht wurde. Wir haben dies für das Wort „etzala“ gemacht:

Seit Sommer 2015 – also der YouTuber Drachenlord bekannt wurde – steigen die Suchnachfragen nach dem Wort „etzala“. Vorher war das Wort sehr selten interessant und wurde nur in folgenden Monaten gesucht: November 2007, Februar 2010 und August 2014. Ab Juli 2015 steigen dann die Suchnachfragen nach „Etzala“ sprunghaft an.

Suchinteresse bei Google.de nach „etzala“

Im September 2015 fallen die Suchanfragen wieder und seit Dezember 2015 steigen sie massiv. Dies korreliert mit dem (teils) öffentlichen Interesse nach dem YouTuber Drachenlord, welcher durch seine Inhalte, Aussagen und Videos immer wieder für aufsehen sorgt.

Vor dem Bekanntwerden des YouTubers Drachenlord und der damit einhergehenden Verbreitung von „etzala“, war der Ausdruck „etzadla“ bekannter und wurde mehrfach auf Google gesucht.

Der Ausdruck „etzala“ steht mittlerweile in direkter Verbindung mit dem YouTuber Drachenlord. Unter dem Hashtag #etzala teilen z.B. Fan Erlebenisse, Gedanken und Äußerungen zum YouTuber Drachenlord.

Was bedeutet Preiß, Saupreiß, Preißn?

„Preißn“ ist eine scherzhafte bis abwertende bayerische Bezeichnung für Deutsche aus dem Norden oder Osten.

Teils werden auch alle als „Preißn“ bezeichnet, die nicht bairisch sprechen oder nicht aus Bayern kommen. Dies führt dazu, dass internationale Besucher z.B. beim Oktoberfest als „Preißn“ bezeichnet werden. Nach welchen Kriterien dies entschieden wird, entscheidet jeder Sprecher des baierischen für sich selbst.

Gern unterscheiden die Bayern zwischen „Preiß oder Bayer?“

Grammatik: Preiß

„Preiß“ ist der Singular.
„Preißn“ ist der Plural.
„Saupreiß“ ist die Verstärkung.

Weitere Varianten sind:

Preiss, Preissn, Saupreissn, Saupreuße, Saupreusse

Wo stammt der Ausdruck „Preiß“ her?

Der Begriff geht auf das 18. und 19. Jahrhundert zurück. Die Bewohner Süddeutschland (Köngreich Bayern,Baden, Württemberg) bezeichneten Einwohner Preußens als „Preißn“. Damit waren nicht nur die Bürger Preußens gemeint, sondern auch protestantische Norddeutsche. (Die Süddeutschen waren katholisch.)

Der Ausdruck „Preißn“ entstand durch die süddeutsche Mundart und ist eine Abwandlung des Ausdrucks „Preußen“.

Später – im Deutschen Kaiserreich – bezeichneten die Bayern alle als „Preißn“, die einen norddeutschen oder ostdeutschen Dialekt hatten.

Eine geographische Grenze bildet die Germersheimer Linie(Oberdeutsche Sprachgrenze). In Altbayern werden sogar alle Deutschen nördlich des Mains scherzhaft als „Preißn“ bezeichnet.

Der Begriff wurde zum Schimpfwort als die preußische Armee die österreichischen Truppen besiegte und zur dominierenden Macht im Deutschen Bund – und später im deutschen Kaiserreich – wurde. In Süddeutschland (Bayern, Baden,Württemberg) weckte dies Missmut, da die Bayern ein Bündnis mit Österreich eingegangen waren. Die protestantischen Preußen hatten somit das katholische Süddeutschland und Österreich besiegt und formten mit den Süddeutschen das deutsche Reich.

Die Unterschiede zwischen Preußen und Bayern sorgten für einige Spannungen und Missmut:

  • Religion: Preußen war protestantisch – Bayern katholisch
  • Preußen war militärisch überlegen
  • Preußen war industriell überlegen

Mit dem Sieg der Preußen änderte sich die internationale Rolle Bayerns. War es vorher ein eigenständiges Königreich, dass diplomatisch frei agieren konnte, so musste es sich – nach 1871 – Preußen unterordnen.

Prießn in Luxemburg und Österreich

Auch in Österreich wird der Ausdruck „Preiß“ als Bezeichnung für alle Deutschen verwendet, die nicht bairisch sprechen. „Preiß“ existiert hier neben der üblichen Bezeichnung für Deutsch „Piefke“.

In Luxemburg werden als „Preis“ bzw. „Preiß“ alle Deutschen bezeichnet – ja damit auch die Bayern. Der Begriff „Preis“ wurde während der deutschen Besetzung Luxemburgs im Zweiten Weltkrieg zum Schimpfwort.

Weitere Bedeutung von Preiß

„Preiß“ ist ein verbreiteter Nachname.