„Ich fühle also ist es“ – Über das postfaktische und kontrafaktische Zeitalter

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Das postfaktische Zeitalter wurde in dem Glauben ausgerufen, dass Gefühle mehr zählen als Fakten. Es galt, dass Fakten zwar existieren, diese aber nicht mehr die Grundlage der Wahrnehmung der Realität bilden sollen. Vielmehr soll die gefühlte Realität die Grundlage der Wirklichkeit bilden.

Doch diese Betrachtung ist nicht genug, denn wir leben auch in kontrafaktischen Zeiten. Dies bedeutet, dass Fakten bewusst verneint und ignoriert werden, um eine gewisse Sicht auf die Welt und Meinung zu halten und zu verbreiten.

„Postfaktisch“ bedeutet in seinem Kern: „Nach den Fakten“. („post“ ist lateinisch und kann übersetzt werden mit „nach, später, hinter, danach, nachher.“ Das Gegenteil ist „prä.“) Es gilt, dass Entscheidungen nicht nach der Einsicht von Fakten erfolgen und das Kritik an Entscheidungen auf Grundlage von Fakten abgelehnt werden kann.

„Ich fühle also ist es“

Viel mehr stehen im Kern der Meinungsbildung, die gefühlte Wahrnehmung und das bewusste Ignorieren von Fakten. Das heißt, ein Eindruck der Wirklichkeit, welcher durch selbst-erlebte Erfahrungen in der eigenen Umwelt entsteht, wird zur Realität. Gleichzeitig entflammt der Konflikt mit der – über die Medien – kommunzierten Realität, durch Inhalte, die der eigenen Wahrnehmung widersprechen.

Das Individuum steht somit im Konflikt, seine eigene Weltsicht in Frage zu stellen oder der kommunzizierten Weltsicht ihren Wahrheitsgehalt abzusprechen. Hierbei werden Erfahrungen und Fakten herangezogen, um zu klären, welche Weltsicht die richtigere ist.

Jeder kann nun selbst entscheiden, welche Fakten betrachtet werden sollen. Dabei wird unterschieden, zwischen Fakten, die dem Weltbild widersprechen und Fakten, die die eigene Weltsicht bestätigen. Welche Fakten betrachtet werden, muss jeder selbst entscheiden.

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